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Projekt: Riccia-Rasen im Aquarium
Von
Lukas Köll
Ich möchte euch in diesem kleinen Beitrag meine Erfahrungen
mit der bekannten Pflanze Riccia fluitans, dem Teichlebermoos,
schildern. Dabei werde ich weniger auf die Verwendung als Oberflächendecker
eingehen, sondern hauptsächlich darauf, die Pflanze erfolgreich am Bodengrund
des Aquariums zu halten.
Wie alles begann...
Mein Traum
vom Riccia-Rasen entstand im Sommer 2005, als ich mein erstes 54 Liter Aquarium
bekam und in einem Fachbuch einige sehr schöne Bilder von Takashi Amanos Naturaquarien
sah. Ich war sofort fasziniert von der Möglichkeit, 'Gras' im Aquarium zu pflegen. Zum
einen, weil es wirklich dekorativ aussieht, zum anderen, weils eben
nicht jeder in seinem Aquarium pflegt und das Endprodukt 'nobel' aussieht.
Der
Plan zur Umsetzung des Vorhabens wurde dann längere Zeit auf Eis gelegt, weil
in diesem Buch auch gewarnt wurde, dass dieses Teichlebermoos am Boden sehr
viel Licht benötigt. Außerdem war mein kleines Aquarium ohnedies schon
über und über mit Pflanzen vollgestopft.
Im September 2005 hatte ich
genug gespart, um mir ein 200L Aquarium zu kaufen, außerdem konnte ich das 54
Liter Becken samt allem drum und dran abgeben. Also gleich nach Innsbruck gefahren
und Pflanzen eingekauft.
Glücklicherweise hab ich noch den letzten Polster
Riccia bekommen, der zum Verkauf stand - 10x10 Zentimeter war er groß...

Wie
sollte man nun also vorgehen?
Am Anfang ließ ich das Polster an der
Oberfläche treiben, in der Hoffnung, dass es dort schneller wachsen würde. Das
brachte nicht den erwünschten Effekt, also wurde das Riccia mit Kieselsteine
auf der Kiesoberfläche 'festgenagelt'. Weitere 1-2 Wochen später sah das
ganze dann schon so aus:

Jetzt
kommt die schwierigste Phase: Immer, wenn keine Kieselsteine mehr zu sehen
sind (also das Riccia ca. 5-6 cm hoch ist), werden die obersten 2-3 cm
abgeschnitten. Die 'Schnippsel' werden obenauf treiben. Dort sind sie gut
aufgehoben, sie werden die nächsten Polster bilden. Natürlich solltet
man darauf achten, dass nicht zuviel Oberflächenströmung vorhanden ist.
Wenn man über ein Pflanzengitter verfügt, könnte man dieses per Saugnapf
auf einer Aquariumsscheibe befestigen und die Ricciastücke dort einklemmen –
dann treibt nicht immer alles an der Oberfläche und man erhält als Ergebnis
ausserdem gleichmässiger geforte Polster.
Man muss dazu eine
oder zwei Wochen warten, bis die Schnippsel wieder zusammengewachsen sind,
sonst lässt sich das ganze nach meiner Erfahrung nicht gut am Boden 'festkieseln'.
Es ist ebenfalls sehr wichtig, dass zum Beschweren genug Kieselsteine
verwendet werden – es ist nicht so schlimm, wenn man nach dem Einpflanzen
fast nichts mehr vom Riccia sieht , das wächst schon wieder nach. Aber wenn
sich das Teichlebermoos dann vom Boden löst, weil es nicht fest genug verankert
wurde, dann glaubt mir: Ihr werdet euch wünschen, ihr hättet mehr Kies genommen
;D
Einige Monate später hat es also bei mir im Aquarium so ausgesehen:

Das
Schnippseln und Einsetzen ging also noch weitere 3 Monate, und heute sieht’s
so aus:

Der
Riccia-Rasen war sehr viel Arbeit, und das möchte ich niemandem verschweigen,
aber meiner Meinung nach hat sich der Aufwand bezahlt gemacht. Der Rasen gefällt
mir immer noch so gut wie damals, als ich ihn in Original von Amano gesehen
habe.
Wasserwerte: PH 5 und dKH
5°
CO2-Düngung: Wurde anfangs durchgeführt, aber irgendwie hat das Bio-CO2 bei mir nicht so wirklich
funktioniert... (kann aber auch daran liegen, dass der Kanister nicht
ganz dicht war ;-)
Beleuchtung: 2x 30 Watt von Juwel mit Reflektoren aufgerüstet
Dünger: Düngekugeln bei den Wurzelpflanzen
Wasserwechsel: alle zwei
Wochen 1/3 des Beckenvolumens, aufgefüllt wird zur Hälfte mit Osmose- und Leitungswasser
Ich hoffe, mein kleiner Bericht hat euch gefallen. Falls ihr irgendwelche
Fragen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder so habt, bitte schreibt. (Lob
ist natürlich auch immer gern gesehen).
© Text, Bilder: Lukas
Köll, 15 Jahre. Beitrag aus dem Zierfischforum, mit freundlicher Genehmigung des Autors
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http://www.zierfischforum.at