|
Blaualgen
(Cyanobakterien, "Schmieralgen")
Erkennen
(Diagnose) Dunkelgrüne bis blauschwarze
Beläge an Pflanzen, Dekoration und Kies oder Aquariumscheiben. Die Algen können in kürzester Zeit
wie ein Teppich über Pflanzen und Kies wachsen und alles Leben darunter
ersticken! Meistens übelriechender Geruch ("Mülleimer"-Geruch).
Eigentlich handelt es sich bei den Blaualgen um keine Alge, sondern ein
Bakterium, das den grünen Pflanzenfarbstoff ebenfalls zur Energiegewinnung
verwenden und sich entsprechend schnell vermehren kann. Innerhalb von zwei,
drei Tagen kann ein ursprünglicher Befall
wieder vorhanden sein.
Ursache Biologisches
Ungleichgewicht im Aquarium, hervorgerufen durch z.B. Filtermassenwechsel
oder vernachlässigte Wasserwechsel. Oft ist mit Blaualgenwachstum ein erhöhter
Nitrit-Wert messbar und/oder ein hoher Nitratgehalt/Phosphatwert vorhanden,
aber nicht unbedingt Grundvoraussetzung.
Selbst in perfekt gepflegten Aquarien kann
diese Alge problematisch werden.
|

|
|
Blaualgen
verursachen übel riechende dicke Beläge auf Pflanzen und
Dekorationsgegenständen
|
|
|
|
Die Erscheinungsform
ist überwiegend flächig, kann aber auch knäuelig sein. Die Farbe
kann schwankt zwischen dunkelgrün, schwarzlila, schwarzblau,
abgestorbene Blaualgen können schwarze Beläge (Schmieralgen)
bilden
|
Abhilfe Wasserqualität
durch Teilwasserwechsel verbessern, nitratentfernende Filtermaterialien
verwenden, Saugwelse einsetzen (Ancistrus, Peckoltia), algenfressende
Schnecke (Blasenschnecke, Rennschnecken). Je höher der Nitratgehalt im Wasser ist, desto mehr
Licht benötigen die Pflanzen zum Wachstum - Nitrate dagegen, die im Aquarium
im Überfluss durch die Ausscheidungen der Fische vorhanden sind, werden
von Pflanzen kaum verwertet.
Eine
recht einfache und schonende 'Behandlungsmöglichkeit'
ist die Verdunkelung des Beckens über 4
- 6 Tage. Oft genügt schon diese Dunkelphase,
um das Blaualgenwachstum einzudämmen. Nach
diesen 6 Tagen muss die Beleuchtung wieder
angeschaltet werden, damit die Pflanzen
keinen Schaden erleiden. Ein großzügiger
Teilwasserwechsel am 1., 3. und 6. Tag der
Dunkelkur ist empfehlenswert. Eventuell die Verdunkelung
nach 3-4 Tagen 'Erholung' für die Pflanzen
wiederholen.
Die besten Erfahrungen im
Kampf gegen Blaualgen habe ich in der Kombination
Abdunkelung und einer pH-Wert Absenkung gemacht. In dieser Zeit
können die Fische natürlich weiter
gefüttert werden, indirektes Raumlicht (Tageslicht)
genügt, dass die Fische genug sehen können.
Leider
gibt es auch Aquarien, in denen alles richtig
gemacht wird, die Wasserwerte tip-top sind
und trotzdem Blaualgen vorhanden sind. Man
liest öfter von einer Klarwasser-Form der
Blaualgen. Bei einer Artenvielfalt von über
2.000 Arten ist das sicher sehr wahrscheinlich.
Es soll auch Blaualgen geben, die giftige
Stoffe (Toxine) absondern und in Teichen
oder Seen ganze Fischbestände ausrotten
können. Manche Aquarien weisen über Jahre
einen latenten Bestand von Blaualgen auf,
die man nicht und nicht wegbekommt. Die
Pflanzen wachsen wunderbar, den Fischen
gehts gut. Eine Neueinrichtung bringt keine
Garantie, dass man die Blaualgen nicht doch
wieder ins nächste Becken mitnimmt. Wahrscheinlich
bringt hier nur die Optimierung des Pflanzenwuchses
(Nährstoffversorgung) in Kombination mit
genügenden Algenfressern (v.a. Garnelen)
Abhilfe. In den USA versucht man, den Blaualgen
mit Antibiotika bzw. antibakteriell wirkenden
Medikamenten zu leibe zu rücken. Bei einer
pflanzlichen Lebensweise (Stoffwechsel,
Assimilation) wird die bakterielle 'Komponente'
(Vermehrung) dabei bekämpft.

|