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Algenhilfe
Fadenalgen (Grünalgen)

Erkennen (Diagnose)
Grüne Algen verschiedener Algenarten, die sich überall im Aquarium verbreiten können, hauptsächlich jedoch an Pflanzen und Dekorationsgegenständen. Die Erscheinungsformen können fadendick langfädig (bis 20 cm), wattebauschartig bis spinnwebenartig dünnfädig, polsterartig, kurzfädig büschelig (bis 5 cm) oder kurzfädig flächig (Pelzalgen, bis 5 mm) sein

Ursache
Wuchsstockungen der Aquariumpflanzen durch plötzliche Änderung der Beleuchtungsverhältnisse, Überbeleuchtung, zu lange Beleuchtungszeiten, zu kurze Beleuchtungszeiten, HQI-Strahler mit Meerwasserbrennern, direkter Sonnenlichteinfall, Überalterte Neonröhren, falsch gewählte Lichtfarben bei den Neonröhren (sog. "Gro"-Röhren), Nährstoffüberangebot, mangelnde Kieshöhe, CO2-Mangel, Luftpumpe in Betrieb, Sonnenlichteinfall ins Aquarium oder eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren

Fadenalgen

Langfädige Grünalgen

Fadenalgen

Langfädige und kurzfädige Grünalgen, wattebauschartig verklumpt

Abhilfe
Prinzipiell kann man sagen, dass Grünalgen - wenn man "nur" ein Problem mit langfädigen Arten hat - Indikatoren für gute Wasserqualität sind: Grünalgen der oben beschriebenen Wuchsformen besitzen ähnliche Ansprüche an die Wuchsbedingungen wie Aquariumpflanzen. In ungepflegten Aquarien mit Nitratwerten ab 40 mg / Liter wachsen Grünalgen nicht mehr oder nur sehr schlecht.

Grundvoraussetzung für ein starkes Grünalgenwachstum ist ein stockendes Pflanzenwachstum bei gleichzeitigem Überangebot an Nährstoffen, wobei in manchen Fällen Algenwachstum UND Pflanzenwachstum sehr "gut" sein können - in diesem Fall können die Algen recht einfach durch Absammeln und Einsetzen von Algenfressern bekämpft werden. Oft ist auch "zuviel" Licht verantwortlich für Grünalgenwachstum - besonders HQI-Strahler können das Wachstum der Algen stark fördern.
Man sollte versuchen, den Pflanzen mit schwachen Wachstumsförderern den entscheidenden Wuchsvorteil zu geben, z.B. durch Zugabe von Enzymen und Spurenelementen (Dennerle S7) oder allgemein wachstumsfördernden Tokia wie z.B. Dennerle Pflanzengold 7. Die Summe kleiner Massnahmen wird in diesem im Ungleichgewicht stehenden Aquarium die Pflanzen fördern, während Algenmittel ohne Änderung der "Rahmenbedingungen" nur kurzfristig erfolgversprechend sein werden.

Weitere Gegenmaßnahmen
UV C Wasserklärer tötet Algensporen ab und verlangsamt so die Ausbreitung der Fadenalgen; CO2-Düngung installieren. Durch die Förderung des Pflanzenwuchses wird das Algenwachstum nachhaltig reduziert; Algenfresser einsetzen; Dennerle Biotrop-Stabilisator verwenden; Bodenheizkabel verwenden; Nitrat- und phophatreduzierende Filtermassen verwenden; Mechanische Entfernung, indem man die Algen auf eine dünne Flaschenbürste aufwickelt; algenhemmende Neonröhren mit UV-Stop verwenden; Aufstellungsort des Aquariums ändern (vom Fenster weg); Lichtintensität vermindern (nach Röhrentausch); befallene Javamoos-Polster, die auf Wurzeln oder Steine gebunden wurden und dicht unter der Beleuchtung stehen, entfernen; Beleuchtungsdauer auf etwa 12 Stunden reduzieren; Mittagspause bei der Beleuchtung von 2 Stunden einlegen - die Summe der Beleuchtung muss aber wieder 11,5 bis 12 Stunden ergeben

Fadenalgen lassen sich gut mit verschiedenen Fachhandelspräparaten (Algenmitteln) bekämpfen. Bewährt hat sich eine Algenkur über eine Woche mit ESHA Protalon 707. Bei diesem Präparat werden Pflanzen kaum geschädigt. Andere Produkte können feinfiedrige Pflanzen wie Cabomba aquatica (Haarnixe) oder Ceratophyllum demersum (Hornblatt) soweit schädigen, dass sie die Blätter "über Nacht" abwerfen. Zu beachten ist, dass nur die langfristige Änderung der Bedingungen zugunsten der Pflanzen ein algenfreies Aquarium verspricht - die Bekämpfung ohne begleitende wachstumsverbessernde Maßnahmen für besseres Pflanzenwachstum verspricht dagegen meistens nur einen kurzfristigen Erfolg.
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