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neues Aquarium - PH-Wert, Nitrit-Peak, kurz kein Strom

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susaana
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BeitragBeitrag #1 vom 05.10.2004 - 08:11  Titel:  neues Aquarium - PH-Wert, Nitrit-Peak, kurz kein Strom

Hallo !

Hab neulich im Zoohandel kurz die Bekanntschaft eines Moderators in diesem super Forum gemacht und natürlich gleich reingeschnüffelt. Super, daß es sowas auch in Österreich gibt !

Jetzt zu meinen Fragen:

Mein neues Aquarium (320 l) läuft seit 1. Okt.
Gestern hat mein Freund die automatische Zeitschaltuhr für das Licht (HQL-Lampe) angeschlossen und dabei leider vergessen, nachher den Strom wieder einzuschalten. (direkt an der Steckdose). Auf alle Fälle waren mein Filter und mein Heizstab ca. 6 Stunden nicht in Betrieb.
Es ist ein Eheim Außenfilter 2028. Sind meine Bakterien jetzt alle flöten gegangen oder ist es nicht so schlimm, weil ohnehin Wasser im Filter war ?? (Ich verwende zum Starten "Silva-Clean", hat mir ein Zoohändler empfohlen.)

Mein PH-Wert macht mir etwas Sorgen ! Der PH-Wert aus unserer Wasserleitung ist 8, der PH-Wert aus der Osmose-Anlage ist 6.
Ich hab bei der Befüllung des Beckens ca. 35-40 % Osmose-Wasser verwendet. Mit meinem Tropfentest von Tetra gemessen, ist er aber auch fast 8 ! Kann das sein ? Oder ist das normal, daß der PH-Wert anfangs höher ist ?
Natürlich kann ich auch mehr Osmose-Wasser verwenden. Außerdem kriege ich bald eine CO2-Anlage, mir der ich den PH-Wert noch etwas runter kriegen möchte.


Was genau ist mit dem Nitrit-Peak ? Kommt der auf alle Fälle oder nur manchmal ? Kann mir den bitte irgendjemand etwas genauer erklären ? Ich hab jetzt jeden Tag gemessen und der Nitritwert ist ganz unten. Wie hoch ist der Wert dann beim Nitrit-Peak und wie lange dauert er? Muß ich den auf alle Fälle abwarten, bevor ich die 1. Fische einsetze ? Wahrscheinlich schon...
Ich hab jetzt damit begonnen, das Wasser ganz leicht mit etwas Futter zu belasten.

die anderen Werte sind: GH 8, KH 7, Nitrat gibts noch keines, PH wie gesagt fast 8

Danke für Eure Antworten !

LG

Sonja



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BeitragBeitrag #2 vom 05.10.2004 - 09:59  Titel:  

Hallo!

Diese sog. "Starterbakterien" bringen überhaupt nichts und kosten nur Geld, das man sinnvoller anlegen kann.

Zum Nitritpeak hier ein Link: * Einloggen, um Links zu sehen

Tip: Nicht nur den Beitrag im Link lesen, sondern weiter durch die Seite ackern!

Wenn ihr vergessen habt, den Strom wieder anzustellen, so ist es in der Einlaufphase eines Beckens nicht weiter schlimm. Ich denke, Nitrit wirst Du erst in einigen Tagen messen können, ab dann jedoch solltest Du täglich messen und erst nach einer Woche nach dem höchsten Wert, solltest Du frühestens Fische einsetzen.

Gruß
Helga
xam
Team Zierfischforum
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BeitragBeitrag #3 vom 05.10.2004 - 10:49  Titel:  Re: neues Aquarium - PH-Wert, Nitrit-Peak, kurz kein Strom

susaana meint:
[...]Auf alle Fälle waren mein Filter und mein Heizstab ca. 6 Stunden nicht in Betrieb.
Es ist ein Eheim Außenfilter 2028. Sind meine Bakterien jetzt alle flöten gegangen oder ist es nicht so schlimm, weil ohnehin Wasser im Filter war ?? (Ich verwende zum Starten "Silva-Clean", hat mir ein Zoohändler empfohlen.)


Es ist nicht wirklich dramatisch. Im schlimmsten Fall hast du vier Tage Zeit und die paar Euro, die du für die Starterkulturen hingelegt hast, verloren. Ob die paar Bakterien, die schon im Filter waren, überlebt haben oder nicht ist aus der Ferne schwer zu sagen.... wenn nicht, who cares?


Zitat:

Mein PH-Wert macht mir etwas Sorgen ! Der PH-Wert aus unserer Wasserleitung ist 8, der PH-Wert aus der Osmose-Anlage ist 6.
Ich hab bei der Befüllung des Beckens ca. 35-40 % Osmose-Wasser verwendet. Mit meinem Tropfentest von Tetra gemessen, ist er aber auch fast 8 ! Kann das sein ? Oder ist das normal, daß der PH-Wert anfangs höher ist ?



Mit was misst denn den pH? "Fast 8" ist ein recht dehnbarer Wert.
Aber auch darüber würde ich mir erstmal nicht so viele Gedanken machen.
Bei laufenden Becken inst der pH im Becken meist etwas tiefer als der des Wechselwassers.
Mit einer Osmoseanlage und einer CO2-Anlage ist eine Absenkung des pH innerhalb gewisser Grenzen eh gut realisierbar.

Zitat:

Was genau ist mit dem Nitrit-Peak ? Kommt der auf alle Fälle oder nur manchmal ? Kann mir den bitte irgendjemand etwas genauer erklären ?


Jo, damit solltest du dich momentan hauptsächlich beschäftigen. Denn solange die Mikrobiologie des Beckens nicht ins Laufen kommt, ist eh nix mit Fisch Zwinker

Nein, der Nitritpeak muss nicht zwingend auftreten, und wenn er auftritt, musst du ihn nicht zwingend bemerken Zwinker Durch Animpfen des Beckens mit Mulm aus einem laufenden Becken oder mit Starterkulturen kann er evtl. unterdrückt werden.... ich hatte keinen. Auch die maximale auftretende Nitritkonzentration ist in jedem Becken eine andere.... Näheres findest du unter dem von Helga genannten Link.

Und ja, der Nitritpeak muss abgewartet werden, außer du kannst sicherstellen, dass durch Animpfen und/oder ausreichend lange Einlaufzeit mit Anfüttern genügend Abbaubakterien im Becken sind, die mit den Ausscheidungsprodukten der ersten Fische fertig werden.

Tägliches Messen von NO2- ist IMHO nicht notwendig, jeden 2. oder 3. Tag sollte reichen.

Gruß,
Markus
ManniAT
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BeitragBeitrag #4 vom 05.10.2004 - 11:23  Titel:  

Hallo Sonja,

ist ja schön dass du hierhergefunden hast Smile
Und es freut mich, dass es dir gefällt.

Anbei - ich war wohl der Täter dort beim Hornbach Smile
Da war ich mit meinem Junior (ChrisAT) ein wenig Pflanzen kaufen.
Könnte dem so sein!?

Nachdem du in Linz daheim bist tun wir uns leichter - ich kämpfe auch mit dem Flüssigbeton aus unseren Leitungen.

Im Gegensatz zur Helga bin ich der Meinung, dass Starterbakterien sehr wohl was bringen!
Aber leider nicht das, was auf der Packung steht!

Meiner Erfahrung nach kommt der Nitritpeak mit diesen Bakterien schneller als ohne.
Ob das Geld gut angelegt ist? Da könnte es fast sein, dass ich der Helga zustimme, denn die kosten ja ein wenig was - man rechne den Preis gegen eine Woche länger warten hoch und entscheide selbst.

Nachdem das Becken erst ein paar Tage läuft sind im Filter sicher noch recht wenig Bakterien. Das hat 2 Vorteile:
a.) wo wenig da ist kann wenig sterben - der Verlust (2 Tage Zeit) hält sich also in Grenzen
b.) der rasche Tod der Baktereien im Filter kommt vom Sauerstoffmangel - wenig Bakterien == wenig O2 Bedarf - also sind längere Stillstandszeiten möglich

In den Filter gelangt durch die Umwälzung im wieder "frisches" Wasser. Dieses Wasser bringt Sauerstoff aus dem Becken mit. Die Bakterien verbrauchen bei ihrer Arbeit recht viel O2. Steht der Filter, so ist das Wasser dort drinnen bald "sauerstofffrei" - die Baktereien sterben langsam ab.

Der Heizstab sollte bei so einem großen Becken kaum eine Rolle spielen, wenn die Raumtemperatur um die 20° beträgt dann braucht das sehr lange, bis für die Bakterien "böse" Temperaturen eintreten. Es stellt sich sogar die Frage, ob das Becken je so kalt werden kann.
Fische sind keine drinnen - und den Pflanzen ist das einige Zeit lang auch egal.
Also - es ist nichts nennenswertes passiert!

Die Frage nach dem Wasser - wo willst du hin, also welche Werte strebst du an?
Unsere KH liegt zwischen 13 und 17. Ein "schöner" Effekt in Linz, weil das Wasser aus verschiedenen Zapfungen gemischt wird.
Mittels Osmose kannst du den KH dorthin bringen, wo er hin soll.
Ich will z.B. KH 7 - das bedeutet ca. 50/50.

Das Osmosewasser sollte eine KH von 0 aufweisen. Der PH Wert im Osmosewasser ist nicht wirklich sinnvoll messbar.
Ich mein, du kannst schon messen - wirst aber "sinnlose" Werte (immer <7) erhalten, die sehr instabil sind.
Das Säurebindungsvermögen (KH) ist extrem niedrig, was zu einer sehr leichten Beeinflussung des PH Wertes führt. Allein das CO2 aus unserer Umgebungsluft reicht um die Osmose in den sauren Bereich zu bringen.
Andererseits braucht es wenig, dass der PH wieder nach oben geht.

Klarer Fall: du mischt dein Wasser - der niedrige (aber instabile) PH der Osmose hat kaum Einfluss.
Aber da du durch die Osmosemischung einen niedrigeren KH erhälts wird das "Mischwasser" sehr empfänglich für Säuren - der PH geht also leicht nach unten, wenn man was tut.

CO2 ist ein Weg dazu.
Wieder aus meiner Praxis - ich stelle KH 7 ein und habe dann einen PH um die 7,5 herum.
Durch die Zugabe von ca. 20mg/l CO2 komme ich dann auf den gewünschten PH von 7.0 (zirka).

Man kann nicht beliebig viel CO2 zugeben - zumindest nicht, wenn Fische das überlegen sollen!! Lachen
Wollte ich (angenommen) einen PH von 6.5, dann würde ich eben die KH weiter senken (mehr Osmose) und dann geht das auch wieder.
Zu extrem sollte man die KH auch nicht senken (also keine pure Osmose nehmen), weil sonst das Wassser instabil wird - der PH kann dann "wegen nichts" ruckartig in eine sehr sauren Bereich sinken - das Ende der Fische!!

CO2 ist also ein gutes Mittel, aber eben nur in gewissen Grenzen verwendbar.
Als weiters Mittel bietet sich Torf an. Dieser gibt Huminsäuren ins Becken ab, die den PH (und auch den KH) ebenfalls senken. Gewisse Fische lieben (brauchen) genügende Huminsäuren - also sollte man so oder anders Torf als unterstüzende Massnahme verwenden (wenn man solche Fische pflegt).

Auch das laufende Becken selbst (Mulm, Wurzeln, etc.) sorgt dafür, dass sich der PH Wert leicht verschiebt. Je weniger KH - desto mehr Einfluss wird das dann haben.

Letztendlich zum NP. Helga hat dir einen interessanten Link geschickt - da steht das Wichtigste drinnen. Auch wenn die Grafiken nicht 100%ig stimmen - die Info's dort sind richtig und wertvoll.
Anbei sieht man dort auch die Auswirkung einer "Beimpfung" des Becken "angedeutet".

Erwähnen möchte ich ergänzend nur, dass der NP (höchstwahrscheinlich) kommen wird. Das kann nach ein paar Tagen, nach 2-3 Wochen oder gar nach 4-6 Wochen passieren.
In sehr seltenen Fällen kann der NP so ausfallen, dass man ihn übersieht.

Mit deinen Starterbakterien und einem PH um die 7.5 herum würde ich mal Anfang nächster Woche mit den ersten Erscheinungen rechnen.
Du kannst das Becken ein weinig "füttern" - also jeden Tag eine ganz geringe Menge Fischfutter zugeben - das hilft dem NP auch auf die Beine!
--Sehe gerade, das machst du eh schon Smile
Und ein klares - Peak abwarten, dann erst Fische rein vermelde ich auch gleich.

Ein Tip - du kannst die Ermittlung von GH / KH genauer machen, indem du die doppelte Menge an Beckenwasser nimmst. Die Anzahl der Tröpfchen ist dann durch 2 zu werten!
Wir haben z.B. bei KH 7 eine GH von 9.5 und einen PH von 7.5.

Ein letztes Wort zum "Zoohändler". Wenn du damit den HB ansprichst - jo, das ist ein Händler - mehr aber schon nicht.
Durch den hohen Umsatz werden dort sehr häufig (wöchentlich) Pflanzen bestellt. Das Angebot ist hier daher sehr gut.
Darum findet man mich immer wieder dort. Es gibt in Linz sonst keinen, der eine derartige Auswahl an "frischen" Pflanzen vorweisen kann.
Die Fachberatung hält sich allerdings in Grenzen!

Und "schöne" Fische findet man dort leider auch sehr selten!
Auch die Gesundheit der Tierchen ist manchmal nicht die beste.

Als größtes Manko betrachte ich die schlechte Fachberatung.
Fragen kann man dort alles - und erklärt wird einem was den Umsatz hebt, also deinen Wünschen entspricht.
Als schlimmstes Beispiel: mein Sohn wollte Black Mollies, und rote Neons haben ihm auch sehr gefallen.
Passen die zusammen? Ja, die Mollies fressen keine Neons, das geht wunderbar!

Traurig - weil es handelt sich einerseits (Molly) um extreme Hartwasserfische (die sogar Brackwassser mögen) und andererseits um rechte Weichwasserfische, denen es gefällt, wenn man über Torf filtert.

Ach ja, man gab meiner Tochter auch den guten Tip, die Fische nicht gleich mit dem Becken zu erwerben. "Da musst du 2-3 Tage warten, bis das Wasser klar ist".

Also meine Haltung zu denen:
a.) Pflanzen JA
b.) Technik JA (wenn ich weiss was ich will) sie sind meist minimal günstiger als mein Dealer
---einschränkend möchte ich sagen - wenn es nicht gar viel ist zahle ich die paar Euro (beim Fachhändler) mehr auch ganz gerne
---mein Pro II 2028 hat damals beim Hornbach 190 gekostet - beim Dealer 195. Nach leichter "Rabattierung" habe ich dann sogar nur 185 bezahlt.
---die Osmose beim Hornbach (2 Patronen - also keine Aktivkohle) 180,-
---ein gleichwertige Gerät (stand halt nicht Dennerle drauf - drin war das geliche) samt AK-Patrone -- beim Dealer 120,- (oder so)
c.) Beratung - macht kaum Sinn
d.) Fische ja wenn ich weiß was ich will, und zufällig mal was passendes vorhanden ist

In diesem Sinne - hoffe ich geholfen zu haben!
Und ich bin natürlich neugierig, ob ich der Täter war, der dich hierher gelockt hat!!

lg

Manfred
ManniAT
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BeitragBeitrag #5 vom 05.10.2004 - 11:31  Titel:  

Nachtrag:

nachdem Markus während meiner "eldendiglich langen" Schreiberei auch schon gepostet hat muss ich da sofort kritisierend eingreifen Lachen

Es ist leider nicht viel, was zur "Gegenwehr" einlädt.
Helga wiederspreche ich in dem Zuge auch gleich noch einmal! Smile

Wie Markus richtig gesagt hat kann ein NP übersehen werden.
Du wartest also einen Monat auf den Peak - und er kommt nicht.
Dabei war er schon längst da.

Ich würde von jetzt ab täglich messen bis du NO2 findest.
Dannach würde ich (wie Markus sagt) auf 2-3 Tage ausdehne.

Warum? Weil du so den Beginn des NPs erkennen kannst. Auch wenn er kurz ist wirst du ihn finden.
Ist er dann da (du kannst NO2 messen) macht es (ausser aus purem Eigeninteresse) wenig Sinn täglich zu schauen was los ist.
Man misst einfach hie und da (Markus's Angaben kommen gut) hinein und schaut, ob noch immer NO2 da ist.
Wenn ja - weiter warten - wenn nein - ES KANN LOSGEHEN.

Anbei - ich bin neugierig und habe immer jeden Tag gemessen - das war mir die paar Tröpfchen wert!

lg

Manfred
susaana
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BeitragBeitrag #6 vom 05.10.2004 - 16:21  Titel:  Danke !

Hallo !

Danke an alle für die schnellen, freundlichen und ausführlichen Antworten. Hab mir den Link durchgelesen.
Jetzt bin ich schon ein Stückerl weiter *g*

An Manfred:
Ja, Du warst der (Wohl)täter beim HB. *gg*

Bezüglich Zoohandel muß ich Dir absolut recht geben. Ich habe auch 2 Kaninchen, und hab mich diesbezüglich ebenfalls in einem Forum schlau gemacht. Was die Händler teilweise verbreiten, da stellt es einem die Haare auf.
Um kompetente Beratung zu bekommen, gehe ich normal zum echten Aquarienfachhandel (und auch die sind meistens nur aufs Geschäft aus), mache mich aus Büchern und natürlich aus dem Netz schlau.

Leider kenne ich fast keinen Bereich, in dem die Meinungen manchmal so auseinander gehen wie in der Aquaristik.

Naja, da ich ich mich diesmal einer großen Herausforderung - nämlich einem Diskusbecken - stellen möchte, ist dieses Fachwissen sehr wichtig für mich, da ich nichts falsch machen möchte.
- d.h. PH sollte nicht über 7 sein Smile

Ihr werdet sicher noch öfter von mir hören !

Liebe Grüße

Sonja
Jürgen
Team Zierfischforum
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BeitragBeitrag #7 vom 06.10.2004 - 02:05  Titel:  

Hallo,

Helga:
>> Diese sog. "Starterbakterien" bringen überhaupt nichts

Das solltest du aber gründlicher ausführen können, warum sie überhaupt nichts bringen. Und zwar mit sparsamen Links, schliesslich hast du für deine Aussage auch keinen erläuternden Link verwendet und kannst daher auf eigenes Wissen oder Untersuchungen zurückgreifen.

Manni:
>> Meiner Erfahrung nach kommt der Nitritpeak mit diesen Bakterien schneller als ohne.

Das lässt sich doch erklären: mal davon ausgehend, dass in den ersten Tagen aufgrund sich zersetzender Pflanzenwurzeln bzw. anderer Blatteile (bei Abwesenheit von Zierfischen) Spuren von Ammonium (Anteil pH-Wert abhängig) vorhanden sind, entwickeln sich auf Basis dieser Stickstoffverbindung nachfolgend die Bakterien Nitrobacter und Nitrosomonas weiter. Der Peak selber kann aber nur so hoch ausfallen, als Ammonium vorhanden ist. Im schlimmsten Fall verhungern die Bakterien nach dem Abbau dieser geringen Mengen Ammonium, den Rest 'entsorgen' die angewachsenen Pflanzen. Das kann schon nach wenigen Tagen der Fall sein - das Präparat wurde falsch angewendet.

Im Prinzip wird der Nitrifikationsprozess beschleunigt, bevor sich das Ammonium übermässig anhäuft und die dann einsetzende Nitrifikation einen tödlichen Nitrit-Peak verursacht. Das ist kein Nachteil dieser Produkte, sondern ein Vorteil. Den Peak selber verhindern sie aber nicht, ich kenne kein Produkt, das diese Wirkung auf seiner Packung 100%-ig ausweist.
Lässt man das Aquarium 3 oder mehr Wochen einlaufen und hat einen ordentlichen Pflanzenwuchs aufzuweisen, wird - wenn alles richtig läuft - kaum Ammonium im Aquarium vorhanden sein: die Pflanzen nutzen diese Stickstoffquelle für ihr Wachstum. Die drei, vier oder noch längere Einlaufzeit eines Aquariums kann deshalb kein Kriterium sein, das den Nitrit-Peak zuverlässig verhindert. Im bepflanzten Aquarium nicht, und im pflanzenlosen Quarantäne-Aquarium noch viel weniger. Ein Quarantäne-Aquarium über Wochen einlaufen zu lassen, ohne regelmässig künstlich Eiweissquellen in Forum von Futter ('Anfüttern des Wassers', genauer wäre Anfüttern der Bakterien) zuzuführen und sich dann im Ernstfall auf ein biologisch funktionierendes Aquarium zu verlassen ist grober Unfug und schlichtweg falsch.
Ich würde sogar vermuten, dass der Peak im bepflanzten Aquarium und frischbesetzten Becken mit Endbesatz ähnlich hoch ausfallen wird wie ein Fischbesatz nach drei Tagen, wobei bei gut angewachsenen Pflanzen tatsächlich die Ammoniummenge durch Aufnahme als Nährstoff reduziert wird und der Peak deshalb geringer ausfällt, was unbestritten ein Vorteil einer längeren Einlaufzeit ist. Ebenso sind nach den ersten Ammonium-Spuren durch zersetzende Pflanzenteile bereits beide Bakterienstämme im Becken vorhanden, ihre Vermehrungs- und Umbau-Kapazität entwickelt sich aber entsprechend dem zugeführten 'Stickstoffutter', was bei längerer Einlaufzeit und Nichtverwendung von Nitrifizierungshilfen oder Filterschlamm eine bessere Voraussetzung an 'Bakterien-Ausgangsmaterial' bedeutet, bei schrittweisem Besatz in mehren Etappen den Nitrit-Peak überschaubar niedrig zu halten. Je vernünftiger dieser Fischbesatz (Stückzahlen) erfolgt, desto niedriger wird dann der Nitrit-Peak ausfallen, oft wird der Peak dann 'übersehen' bzw. 'übermessen', und es kommen Aussagen wie '... in meinem Becken gab es keinen Nitrit-Peak' zustande.

Nicht jeder hat als Anfänger 'eine Hand voll Schlamm' zur Verfügung, weiss um die diversen Impfmethoden alter Hasen bescheid oder kann auf einen eingelaufenen Filter zurückgreifen. In diesem Fall kann die richtige Verwendung von (nicht überlagerten oder abgefrorenen) Nitrifizierungshilfen schon helfen, den Nitrit-Peak vorzeitig zu provozieren und damit eine tödliche (Spitzen-) Belastung zu vermeiden.

Aber 'funktionieren' kann die Sache nur, wenn dauerhaft Ammonium-Produzenten (= Fische oder absterbende Pflanzenteile in der Anwuchsphase) vorhanden sind. IMHO gibt es also doch sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten für Nitrifizierungshilfen, um in einem im Prinzip biologisch toten, weil neu eingerichteten Aquarium, rasch einen Bakterienpool einzubringen. Für Aquarianer mag das Zeug nutzlos sein, aber es gibt mehr 'Fischhalter' als Aquarianer. Diese Fischhalter oder Anfänger (und die tummeln sich, lest euch mal durch die Topics, NICHT oder kaum VOR der Anschaffung von Aquarium oder Fischen in einem Forum oder Aquariumverein) kann man mit einer handvoll Schlamm nicht überzeugen (und im Aquaristik-Geschäft schon gar nicht, es wirkt - glaube mir - abschreckend, ich habe beide Varianten probiert).

Derartige Spezies wäscht selbst den Filterschwamm blütenrein weiss, weil kein Fussel drin sein darf. Ich bin davon überzeugt, dass tausende Zierfische bei Anfängern nur deshalb noch leben, weil diese 'Starterbakterien' verwendet wurden.
Nicht, dass ich eine Lanze dafür brechen würde - aber auch das Gegenteil der Wirksamkeit ist nur dann richtig, wenn man sie auf einen Anwendungsfehler zurückführen kann; ansonsten sind nicht nur stehende Redensarten gefragt, sondern Fakten notwendig, um einen permanenten Null-Effekt bei der Anwendung unter allen möglichen (Aquarium-)Voraussetzungen in einer Art Rundumschlag für handelsübliche Nitrifikationshilfen nachzuweisen.

Lg
Jürgen
Gast
Gast









BeitragBeitrag #8 vom 06.10.2004 - 02:38  Titel:  

Hallo Jürgen!

Diese sog. Starterbaktieren sind lediglich Enzyme, die die Vermehrung der Bakterien fördern und keine lebenden Bakterien.

Hier ein Link, wo die Nitrifizierung im Aquarium bestens erklärt wird.
Dieser Text sollte aufmerksam gelesen und beachtet werden! * Einloggen, um Links zu sehen

Gruß
Helga


Zuletzt bearbeitet von Gast am 06.10.2004 - 09:11, insgesamt 1-mal bearbeitet
ManniAT
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BeitragBeitrag #9 vom 06.10.2004 - 08:57  Titel:  

Hallo Jürgen,

bzgl. der Starterbakterien und dem "hält nicht, was es verspricht":
Auf meiner Schachtel steht (nach langen Worten) drauf: sie können ihre Fische schon nach 48 Stunden einsetzen.

Genau das ist aber nicht so. Dass keiner 100%ig "der NP bleibt aus" oder so schreibt glaube ich gerne.
Aber das Versprechen in ein paar Tagen statt in ein paar Wochen mit dem Besatz beginnen zu können - machen viele!

Der Rest deines Posts bezieht sich (hoffentlich) nicht auf meine Wortmeldung, denn eigentlich habe ich genau das was du sagst:
Anfüttern
Starterbakies zum Beschleunigen
vermeldet.

lg

Manfred
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