Der richtige Wasserwechsel

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Aquaristik" wurde erstellt von Christian, 16. Dezember 2003.

  1. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo Leute,

    bis vor ein paar Wochen hab ich jede Woche bei meinem 150l Aquarium einen ca 30% TW Wasserwechsel durchgeführt (man will ja nur das Beste für seine Fische :wink:)

    Jetzt hab ich aber gehört, dass das nicht nur "streberhaft" sondern sogar schlecht für die Fische ist. Das Wasser wird dadurch weniger stabil und die Fische neigen dazu häufig krank zu werden. :?:

    Jetzt wollte ich mal nachfragen, wo denn der optimale Zeitpunkt liegt. Im Moment bin ich bei 14d. Ich habe sogar gehört, dass man ruhig auch 3 Wochen warten kann.

    Lg, Christian
     
    #1 16. Dezember 2003
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  3. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Hallo Christian!

    Also "streberhaft" finde ich häufige Wasserwechsel nicht, nur ist meiner Meinung nach irgendwann aus mit arbeiten.
    Kommt ja sehr stark auf den Besatz und die Bepflanzung an:
    Ich wechsle alle 2 Wochen 60l Wasser vom "großen Becken" mit 215l "Leervolumen" und fahre recht gut damit (viele Pflanzen, relativ viele Fische...)
    Überbesetzte Becken: wöchentlich, halbwöchentlich bis zu täglich ist Wasserwechsel fällig.
    3 Wochen finde ich selbst bei schwachen Besatz zu lange! (Außer Du hast wirklich Fische, die sich in "Altwasser wohlfühlen" - dem Jürgen werden da ein paar Beispiele einfallen...)
    Hast Du nicht auch Schmetterlingsbuntbarsche drin? Die verlangen doch nach "schönem Wasser", wenn ich nicht irre, und sind sicher für häufige Wasserwechsel dankbar.
    "Stabil" sollte Dein Wasser bei der Beckengröße doch sein/bleiben?
    Krankheitsanffällige Fische bei häufigem Wasserwechsel???
    Kann ich mir nicht vorstellen, es sei denn, Du streßt Deine Tiere beim Wasserwechsel sprich: Die Wasserwerte schwanken stark.
    Deshalb machen die Profis ja allerhand Mätzchen mit dem Wasser, das sie dann ins Becken geben (abstehen lassen, belüften, über Torf filtern um nur eineige Beispiele zu nennnen) Also ich bin der Meinung: häufige Wasserwechsel -> gesunde Fische. Zu wenig Wasserwechsel ->alsbald kranke Fische. Ich habe mit schlampert langen Wasserwechsel-Intervallen NUR schlechte Erfahrungen gemacht!

    Liebe Grüße!

    Leo
     
    #2 16. Dezember 2003
  4. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo Leo,

    das Problem ist, wann immer man von einem "Guru" gute Ratschläge bekommt, einzuschätzen, was für einen Plan der vom Geschäft hat. Wie dieser Typ mir das erklärt hat, dass man meistens zu oft einen Wasserwechsel durchführt, ist er mir fast wie ein Priester vorgekommen, so überzeugt war er von dem, was er spricht.

    Ich hab immer wie ein Blödl Wassergewechselt und meine Platies sind regelmäßig krank geworden. Jetzt wechsle ich alle 14 Tage, den Platies geht es gut, mein Kakadubuntbarsch ist eingegangen und von meinem Microgeophagus ramirezi finde ich kein Gelege mehr. Ein Dilemma. Das ist für mich aber nur "Nebensache": ich hab nämlich 2 Hypancistrus zebra und es ist mir wirklich wichtig, dass es denen gut geht.

    Das mit der Stabilitat klingt schon irgendwie einleutend, die Frage ist nur, ob ich dann mit Nitart oder Phosphat oder sonstigen Dingen Probleme bekomme.

    Liebe Grüße, Christian
     
    #3 17. Dezember 2003
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: Wasserwechsel

    Hallo,
    Den optimalen "Zeitpunkt" um einen TW-Wechsel durchzuführen gibt es nicht. Er stellt einen Erfahrungswert dar, der sich aus mehreren Faktoren ergibt, die da sein könnten:

    1. Die biologische Reife des Aquariums: je "jünger" das Becken ist, desto häufiger empfiehlt sich ein TW-Wechsel, als Faustregel: bis zum Erreichen des Nitrit-Peaks und etwa 4 Wochen danach 1/3 wöchentlich, um die Wasserwerte, die sowieso noch instabil sind, zu stabilisieren. Danach kann man einen Rhythmus finden, der auf 1/4 TW-Wechsel wöchentlich oder zweiwöchentlich zurückgreift. Er hängt ab von

    2. der Zahl der Fische und damit der verbunden der Futtermenge
    3. der Empfindlichkeit der Fische auf Frischwassergaben oder - im Gegenteil - auf Wasserbelastung

    Im Prinzip könntest Du auf den Teilwasserwechsel auch komplett verzichten, wenn der Fischbesatz entsprechend niedrig ist; im Prinzip, weils ohne doch nicht geht - blosses Nachfüllen würde den Leitwert allmählich zu hoch werden lassen.

    In einem normalen "eingelaufenen" Gesellschafts-Aquarium, das biologisch einigermassen stabil schon 5 bis 6 Monate läuft und einen ausgewogenem Fischbesatz aufweist würde ich ein WW-Intervall von 10 - 14 Tagen wählen, die Menge von 1/4 erachte ich als untersten Massstab. Aber, wie gesagt: der eine macht mit mehr Tw-Wechsel gute Erfahrungen, der andere macht ihn alle 2 Monate und alles funktioniert wunderbar.

    Je nach dem wie der Schwerpunkt im Becken sein soll, also z.B. viele Pflanzen ("Holländisches Pflanzenaquarium") und wenige Fische, kann das Ausmass des Tw-Wechsel durchaus täglich bis zu 15 % betragen; Amanos traumhafte Naturaquarien mit phantastischem Pflanzenwuchs kommen nur dadurch zustande, weil Amano Teilwasserwechsel von 1/3 bis 50 % wöchentlich durchführt.
    Natürlich ist die Qualität des Ausgangswassers auch ein Faktor, der über das Wechselintervall bestimmt: hat man im Ausgangswasser Nitrat-Werte von 25 mg/l oder mehr, wie das in Ostösterreich oder Deutschland üblich ist, wird man sich hüten, einen auf 5 mg / l abgesenkten Nitratwert von 5 mg ohne Verwendung von Osmose-Wasser wieder auf 25 mg oder mehr durch zu kräftige Tw-Wechsel zu erhöhen.
    Das "optimale" Aquarium dürfte ein Durchflussbecken sein, in dem täglich ein Tw-Wechsel via "Tropfmethode" durchgeführt wird. Entsprechend der Qualität des Ausgangswassers und dem Fischbesatz angemessen sind 3-5 % täglich ein toller Wert, in Zierfischzüchtereien werden sogar erheblich grössere Wechsel durchgeführt, und das würden sie sicher nicht machen, wenns den Zierfischen schaden würde.

    Also: finde Deinen Rhythmus durch Beobachtung Deines Aquariums, beziehe andere Meinungen in Deine Überlegungen ein und geh den Weg, der Deine Fische und Pflanzen am besten gedeihen lässt. Was bei Dir dann aber sehr gut funktionieren wird, kann in einem anderen Aquarium bei anderen oder sogar identischen Grundvoraussetzungen jedoch total daneben gehen.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 17. Dezember 2003
  6. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Wasserwechseln

    Hallo!

    Täuscht es mich, oder sind wir nun schon wieder beim Thema Wasserwerte und Wasserwerte beobachten? :roll:
    Ich hab' da ganz finster in Erinnerung, daß in einem eingelaufenen Becken die Abfall-Produkte bzw. die Zwischenprodukte, die bei der Zersetzung von Fischkot und Pflanzlichen Material entstehen den Wasserwechsel nötig machen. Aderenorts liest man, daß bei viel Flockenfutter die Phosphate und die Chloride überhand nehmen...

    @ Christian: zu den Platys: Hast die in Quarantäne gehabt?
    Kannst ausschließen, daß es "dampfgezüchtete ausm enorm aufgesalzenen Wasser" waren?
    Weil mit den Platys bin ich auch schon einen Kreuzweg :sad: gegangen...
    zu Zebras: Mein schlaues Buch :les: schlägt 2x wöchentlich 15% Wasserwechsel vor, mit kühlerem Wsser, Zebras erkranken gerne an Ichtyo...
    zu Platys sagt der selbe Autor: P. raegieren empfindlich auf plötzliche Wasserveränderungen in Härte und ph-Wert, sowie auf Umsetzen von Alt- in Frischwasser...Salzzugaben fördern das Wohlbefinden...25% Wasserwechsel/Woche werden vorgeschlagen, organische Wasserbelastungen und Nitrit beeinträchtigen Wachstum und Fruchtbarkeit...(Anmerkung von mir: Wenn das eingewechselte Wasser eklatant kälter ist - klemmen sie bei mir auch schnell mal die Flossen ein)
    zu Kakadus: benötigen härteres und leicht alkalisches Wasser, reagiert auf Wasserverunreinigungen jeder Art empfindlich, WW alle zwei Wochen 25-30%
    und wenn ich schon beim Nachschlagen bin: Die Schmetterlinge: reagieren empfindlich auf Veränderungen des Wasserchemismus beim Umsetzen oder beim Wasserwechsel, WW 1x wöchentlich 25%, das Frischwasser sollte belüftet worden sein, Tiefkühlfutter/Tubifex vor Verabreichung lange und gut wässern...
    Quelle: Rolf Meyer, Lexikon SüßwasserAquarienfische :!: ;-)
    Die von ihm gemachten Angaben zu Wasserwechseln sind solche, mit denen er gute Erfahrungen gemacht hat/bzw. mit diesen bedingungen hat er seine Fische nicht nur gehalten, sondern auch nachgezogen (sagt er an anderer Stelle) - das heißt für uns, daß dies NICHT der Weisheit letzter Schluß ist. :nono:

    Dem Jürgen muß ich noch beipflichten, wenn er sagt, es sei Beobachtung -ich gehe weiter und sage, es ist "Gefühlssache" - man sollte 1 Woche, bevor ein Problem ein Problem wird, reagieren, aber da bin ich auch nicht gut...Andererseits habe ich immer wieder "den Rappel" und mache einen großen Wasserwechsel: Sprich: Statt 60l kommen 100l raus - Bei mir wirkt sich das auf Fische&Pflanzen positiv aus, das merke ich. Der letzte Auslöser dafür war das Ende der Hitzeperoide - So Mitte September.
    Und nochwas ist mir eingefallen: Schalte 'mal die Nase ein. Der Geruch vom Fischwasser ändert sich, gutes Wasser riecht gut, schlechtes "müffelt", riecht grausig, in ganz feien Nuancen kann man schon per Nase merken "ob was faul ist".... :stumm:
    Aja, die Algen kann man auch schön beobachten - ich meine: welche wachsen wann wo und warum??? Das ha' ich noch nicht zu 100% fertigerforscht, ist aber was, was man sich anschauen soll....
    Jedenfalls ist das jetzt wieder ein Anlaß für mich, mich mit der Messung der Wasserwerte endlich richtig auseinanderzusetzen.

    Liebe Grüße!

    Leo
     
    #5 17. Dezember 2003
  7. Jürgen Ha
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    Wasserwechsel

    Hi Christian,
    Ganz bin ich nicht mitgekommen im Kontext: was erklärt "dieser Typ" was für ihn richtig ist, wer ist dieser Typ und wo (in welchem Forum) kann man seine Ansichten nachlesen?
     
    #6 17. Dezember 2003
  8. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo Jürgen & Leo,

    bin ganz begeisert von Euren Antworten. Jetzt bin schon wieder viel schlauer wie vorher!!

    Das war leider eine Begegnung der präcomputer Ära und eine typische Männerbegegnung noch dazu. Wir haben uns in natura getroffen und ich weiß leider gar nichts von ihm (nicht einmal seinen Namen, deshlab typisches Männertreffen. Man kennt sich Jahre ohne zu wissen, wer der Andere ist) Kurz zusammengefaßt hat er gemeint, dass die Meisten zu oft einen WW machen, das Wasser so nie stabil ist und die Fische dazu neigen krank zu werden. Das war das Succus seiner Ansprache. Als Richtwert hat er mir 2-3 Wochen genannt und man könne wie Leo schon geschrieben hat riechen. 3 Wochen kommen mir aber schon etwas sehr gewagt vor.

    Ich hab jetzt den Intervall auf 14d erhöht, riechen tu ich noch nichts und mich hat jetzt eigentlich nur interessiert, ob das stimmen kann und auf was ich im Speziellen achten muß (Nitrat - soll man das eigentlich messen?)


    @Leo


    :?::?: ich muß jetzt einmal ganz blöd fragen: was sind dampfgezüchtete aus dem aufgesalzenen Wasser?? Ich hab noch nicht so lange ein Aquarium und hab auch schon feststellen müssem, dass der typische Anfängerfisch ganz schöne Schwierigkeiten machen kann. Ich tu auf alle Fälle zur Prophylaxe immer Ektozon ins Wasser.

    Danke, dass Du mir den Titel und Autor dieses Buches angegeben hast. Gute Bücher interessieren mich immer. Bei den Zebras hat mir dieser WW Guru gesagt, dass sie es gerne warm haben, ja nicht unter 25°.

    Vielen Dank für die Antworten, liebe Grüße Christian
     
    #7 18. Dezember 2003
  9. Philipp
    Philipp Bekanntes Mitglied
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    Re: Wasserwechseln

    Hi Leo!

    Bist du dir da sicher? Ich habe A. cacatuoides zwar noch nicht selbst gehaltn, bin aber der Meinung, daß ich mal gelesen habe, daß die wie die anderen Südamerikanischen ZBB's auf sehr weiches, saures Wasser stehen.

    lg
    Philipp, der 1 x wöchentlich 25% Wasser wechselt und gut damit fährt.
     
    #8 18. Dezember 2003
  10. Jürgen Ha
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    Re: A. cacatuoides

    Hi Phil,

    Nö, Leo hat schon recht: die gedeihen in mittelhartem Wasser besser als in weichem Wasser, vor allem die Nachzuchten. Jedenfalls vertragen sie saures Wasser mit pH-Werten unter 6,5 nicht gut.

    Lg
    Jürgen
     
    #9 18. Dezember 2003
  11. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo,

    wie ist eigentlich mittelhartes Wasser definiert??

    Wie schnell wird eigentlich das Nitrat zum Problem oder sorgen die Pflanzen dafür, dass es keines wird??

    Lg, Christian
     
    #10 18. Dezember 2003
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