Der sogenannte "Mulm"

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Aquaristik" wurde erstellt von Danni, 9. August 2004.

  1. Danni
    Danni Bekanntes Mitglied
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    Hallöchen,
    ich hab da schon länger eine gewisse Unklarheit über den sogenannten
    Mulm im Becken. Bei vielen Fischarten (und Garnelen) steht dabei, sie
    mögen eine Mulmschicht, andererseits lese ich öfter, dass man die
    Mulmschicht absaugen soll, schließlich handelt es sich dabei ja um
    Abfallprodukte. Das allerdings stelle ich mir schwierig vor, wenn man
    z.B. einen Laubhaufen für Garnelen hat. Wie soll man also
    verfahren?
    Ich handhabe es bislang so, dass ich ab und an auf den freieren
    Flächen (die nicht grad groß sind), wo auf grund der Strömung einiges
    liegen bleibt, den Kram absauge. So ist es bei mir nicht
    "steril", d.h. an Wurzeln, zwischen Pflanzen u.s.w. bleibt viel
    liegen und ich entferne auch absterbende Pflanzenteile nicht sofort.
    Das Becken (240l) läuft seit 2 Monaten, mit den Wasserwerten bin ich
    zufrieden (No2<0,3, NO3 ähnlich, GH 9, KH 5, ph 7). Ich habe drin
    einen Antennenwels, drei Amanogarnelen, 6 Brokatbarben (die sind die
    einzigen, die etwas mehr Dreck machen, weil sie auch ziemlich
    verfressen sind ;-)) und einige Rasboraarten.
    Wie oft reinigt man eigentlich so ein großes Becken? (Ich hatte vorher
    5 Jahre lang ein 54l.) Ich mache jeden Monat einen Teilwasserwechsel,
    den Filter würde ich wohl jedes Vierteljahr reinigen...
    MfG
    Danni
     
    #1 9. August 2004
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  3. ManniAT
    ManniAT Bekanntes Mitglied
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    Hallo Danni,

    der Mulm kommt bei mir nur an den Stellen raus, wo er wirklich stört.
    Sowohl optisch, als auch im Sinne von "der Antennewels rührt dort um und keiner sieht mehr was" :lol:
    Es handelt sich dabei um eine "Kriesenstelle" im Becken, an der sich der Abrieb einer Wurzel sammelt!

    Pflanzenreste bleiben bei mir nicht im Becken. Im Gegensatz zum Mulm handelt es sich dabei um Abfallproukte, die beim Zerfall die vorher gespeicherten Stoffe wieder abgegen.
    Wenn allerdings gewisse Bewohner "Laubhaufen" lieben, dann ist das eine anderere Sache!

    Der Mulm als solches ist sehr wichtig und sollte daher möglichst in Ruhe gelassen werden. Wie gesagt, wenn er optisch extrem stört, dann halt die Bereiche vorsichtig "reduzieren".
    Auf keinen Fall den Bodengrund umwühlen, damit nur ja der letzte Rest entfernt werden kann!!

    Deine Wasserwerte dürftest du wohl mit dem Stäbchen messen, denn NO2<0,3 kann heissen NO2 0,25 und das wäre seht schlecht. Dieser Wert 0,2 - 0,3 führt z.B. bei der Forellenzucht in wenigen Tagen zu einem 50%igen Verlust des Besatzes!!!

    NO3<0,3 - das wäre schön!!! Hier gelten (je nach Leitungswasser) so um die 10mg/l als durchaus normal. Bei 50mg/l ist dann aber ein Wasserwechsel angesagt!

    Wie oft reinigt man so ein "grosses" Becken fragst du!
    Egal wie gross - man reinigt wenn nötig!
    Fragen wir uns mal was mit reinigen gemeint ist! Ich will jetzt nicht "wortklauben", aber pflegen klingt für mich viel besser. Reinigen, das hat so was von Schutzhütte, Zelt, Auto, Motorrad, Küche, Bad, WC.... :)

    Also pflegen wir mal! Was gibt's da zu tun?
    Der Teilwasserwechsel - ich halte da Intervalle von einer bis zwei Wochen für sinnvoll. Es geht dabei darum, dass man die Schadstoffe im Becken verdünnt. Ein "mager" besetztes und sparsam gefüttertes Becken wird vielleicht ein wenig seltener dran sein, wie ein Aufzuchtbecken.
    Ich (faul wie ich bin) mach meist alle 14 Tage meinen TWW von ca. 30%.
    Zumindest beim mittleren Becken (300l) mache ich dsa so. Beim grossen (470l) sind ähnliche Intervalle angedacht.
    Da ich aber 14 Tage für recht lange halte mache ich folgendes - alle paar Tage (2-4 je nach Wetter) muss ich in diesen Becken das verdunstete Wasser nachfüllen. Der Kübel ist mir zu viel Stress, drum haben die 2 größeren Becken (siehe Signatur) einen fixen Gardena Anschluss.
    Da wird zuerst mal ein wenig Osmose eingefüllt. Damit ist das Schlauchsystem luftfrei. Dann schliesse ich das Ventil, stecke den Zufluss am "fernen Ende" des Schlauchs ab, und lasse danach ca. 30-50 Liter in den Abfluss rinnen. Erst danach wird wieder aufgefüllt.
    Somit habe ich in kurzen Abstände winzige TWWs (10%) und kann mir die 14 Tage mit ruhigem Gewissen erlauben. Und der Spass dauert gerade mal 3 Minuten länger als das reine Nachfüllen.

    Was ist noch zu pflegen? Die Scheiben - auch wenn man keine Algen hat, irgend ein Dreck sammelt sich schon auf den Scheiben. Je nach Laune ziehe ich einen "Floaty" über die Scheibe. Zeigt sich kein Effekt, dann war's das - sonst wird ordentlich gefahren.

    Die Pflanzen - nachdem die bei mir wie wild wuchern muss ich zyklisch abschneiden und "Nachpflanzen". Dabei werden auch evtl. vorhandene Pflanzenreste entfernt.

    Die Beleuchtung - bei mir spritzt bei den TWWs das Wasser auf die Reflektoren - die sollte man daher auch so alle Monate (je nach Bedarf) reinigen.

    Der Filter - hier bin ich der Meinung, dass er dann gereinigt gehört, wenn seine Leistung merklich nachlässt. Also bei einem 2228 (Eheim Pro II Aussenfilter) dauert das mindestens ein Jahr oder mehr. Was ich nach "groben Umpflanzungen" mache - ich entferne den gröbsten Dreck aus dem "Mulmraum" an der Unterseite des Filters.
    Der Innenfilter im 24er Becken ist sehr rasch "zu", der wird dann öfter gereinigt.
    Hast du einen HMF, dann sollte einige Jahre nichts zu tun sein!! Nur wenn sich dahinter der Mulm extrem ansammelt, dann mal ein wenig davon absaugen - das wars!

    Was noch??? Der Bodengrund würde mir noch einfallen. Je nach Art und Stärke wird er irgendwann "fällig". Wenn man "Depotdünger" drunter hat, dann ist dieser nach 1-2 Jahren erschöpft. Jetzt kann man umgraben, oder einfach "Düngekugeln" reindrücken.
    Das hängt wohl primär davon ab, wie es den Pflanzen geht.
    "Generalsanierung" - sicher nicht bevor 5 Jahre ins Land gegangen sind!

    Ein letztes zum Mulm - das sind Abfallprodukte - ja eingentlich schon - das "grobe" (tote Fische, abgestorbene Pflanzenteile, alte Bierdosen, usw.) gehört entfernt. Der Rest sollte aber bleiben, denn in diesem "Abfall" leben jede Menge wichtige Mikroorganismen!

    Ich hoffe, ich konnte einige Klarheiten beseitigen :)

    lg

    Manfred
     
    #2 9. August 2004
  4. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    Daneben hat Mulm auch noch eine schwache Ionenaustauscherkapazität, in etwa vergleichbar mit Torf: die Wasserhärte wird gesenkt, indem Kationen angelagert werden.
    Deshalb können sich die Wasserwerte bei einem HMF, der schon länger in Betrieb ist, in bezug auf die Härte um einige Grade nach unten verändern. Gleiches passiert natürlich auch, wenn man hin und wieder ein wenig Mulm zwischen den Pflanzen 'übersieht'.

    Lg
    Jürgen
     
    #3 9. August 2004
  5. Tatjana
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    Hallo.

    Ui da sieht mans wieder, laut Deiner Aussage alle 14 Tage ww, dann mache ich den WW beim 160l zuwenig. :shock:
    Ich mache nur alle 4 Wochen einen TWW mit ca. 30%.
    Muss ich nun alle 14 Tage? Auch wenn die Wasserwerte stimmen?
    lg
    Tatjana

    Werte vom 160l Becken:
    NO3 10
    No2 0
    GH 5
    KH 10 (weiss sollte niedriger sein)
    PH 7,5
    Filter Eheim Professional
     
    #4 9. August 2004
  6. ManniAT
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    Hallo Tatjana,

    ich weiss, deine "Messerei" ist eher "grob geschätzt" denn gut gemessen :lol:

    Aber es auch keine gute Idee (es gibt solche Leute) den WW nach NO3 Stand zu planen. Also so lange NO3<50 braucht man nicht wechseln oder so!

    Allerdings ist es genauso wenig ein Dogma mit den 14 Tagen!
    Das ist einfach ein recht guter Richtwert, der sich bewährt hat.
    Wobei mir persönlich 4 Wochen zu lange wären - selbst bei meinen Mikrowechseln die ich immer wieder mal mache!

    Die einen machen pro Woche 25% die anderen alle 14 Tage 30%......

    Wenn es allen gut geht - ich meine wirklich gut. Der Besatz und die Fütterei sich in Grenzen hält, dann ist ein 3 WocheWechselBecken sicher besser als ein Einwöcher mit dem vollen Überbesatz und übermäßger Fütterung.

    Ich möchte aber nur anmerken - bist du sicher, dass es ihnen wirklich gut geht?
    Nicht falsch verstehen - ich sage nicht, dass es ihnen schlecht geht.

    Das Problem ist oft, dass man gar nicht erkennen kann, wenn es diversen Fischen nicht ganz optimal geht!
    Weil die halt immer so sind, wie sie sind! Keine Krankheit, fressen brav....

    Ich habe da einen Beitrag erstellt, der zufällig irgenwie diese Problematik anspricht!
    Nicht Wasserwechsel, sonder den "Irrtum mit es geht ihnen gut".

    Anbei - du hältst ja primär Guppies - oder täusche ich mich da?
    Wenn ja - die leben sogar in regelrechten Kloaken recht zufrieden :lol: :lol:

    Also, wenn's allen gut geht, und das schon länger - lass dir durch irgenwelchen Beiträge jetzt ja keinen Wasserwechselfimmel aufschwatzen.
    Wenn du ein wenig ein schlechtes Gewissen hast....

    lg

    Manfred
    PS: ich weiss von deinen Prinzessinen - wenn dein Wasser so mies wäre würden die (nehme ich an) kaum züchten :)
     
    #5 9. August 2004
  7. ManniAT
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    Hallo Jürgen,

    dann nehmen wir beim nächsten Mal verdunstetes Wasser nachfüllen einfach Leitungswasser statt Osmose - das gleicht sich dann wieder aus!
    Somit spart man Osmosewasser - wieder ein Grund mehr FÜR den Mulm :lol:

    lg

    Manfred
     
    #6 9. August 2004
  8. Tatjana
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    Hallo Manniat,

    ich habe es bisher so gehalten, umso kleiner das Becken umso öfter der WW. Also das 60er wöchtentlich, 112l alle 14 Tage und eben das 160l alle 4 Wochen. No3 - 50 wäre für mich der absolute Horror.

    Nein die Guppys die man so bekommt sind äusserst empfindlich, absolut kein Anfängerfisch. Die sind in ihrer Immunabwehr meist so geschwächt (besser haben fast gar keine) durch die Art wie sie gezüchtet werden, dass sie eigentlich nur in sehr gutem Wasser gedeien. Und bis man diese Misere ausgebügelt hat braucht es bis zu 4 Generationen der Guppys. Leider wird der Guppy da meist verkannt.
    Ja den Feen gehts gut, die kleinen ( schätze mal 40) machen schon erste Schwimmversuche, schaut lustig aus, wie kleine Flöhe.
    lg
    Tatjana
     
    #7 9. August 2004
  9. Danni
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    Hallöchen,
    erstmal muss ich mich selbst korrigieren, denn der No2Wert basierte
    nicht auf Teststeifenergebnissen, sondern auf einem Tippfehler - denn
    ich meinte eigentlich 0,03! Ich messe hier mit einem Tetraköfferchen,
    JBL und Teststeifen von Esha, letztere hab ich mir nur gekauft, um im
    meinem Kellerbecken (momentan ohne Besatz) einen schnellen und groben
    Überblick haben zu können. Meine Werte hab ich durch Torffilterung
    hinbekommen, das Wasser in Köln ist nämlich alles andere als weich.
    Also ich hab jetzt kein schlechtes Gewissen mehr bezüglich des Mulmes
    :) Danke ;-)
    Wegen dem Reinigen, das bezog ich eigentlich auf den Wasserwechsel und
    muss mich da mit meinem bisherigen Wissen Tatjana anschließen. Ich
    dachte auch, je kleiner das Becken, desto öfter muss man das Wasser
    wechseln. Das scheint ja aber auf den Filter dann zuzutreffen. Ich hab
    hier einen recht großen Eheim-Außenfilter, den werd ich dann mal schön
    in Ruhe lassen ;-)
    Das Ventilsystem für die Schläuche hab ich auch, funktioniert gut.
    Jetzt nochmal alle Wasserwerte richtig:
    ph (mit Tetratest): 7,0
    KH (mit Tetratest): 5
    GH (mit Tetratest): 9
    NO2 (mit Tetratest): <0,3
    (mit JBL): 0,025
    (mit eSHa): 0
    NO3 (mit eSHa): 0
    CO2 (laut TetraTabelle): 16

    MfG
    Danni
     
    #8 9. August 2004
  10. ManniAT
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    Hallo Danni,

    das klingt jetzt schon viel besser - und nun weiss man auch, woran man mit den Werten ist!
    NO2 0,025 ist der erste Wert den JBL anzeigen kann!
    Ich habe zwar in keinem Becken so viel - überall NN, aber wenn das nie mehr wird - sollte es nicht weiter stören!

    Wenn ich Tatjanas Reihe 112 14 Tage 160 28 Tage...so anschaue komme ich auf ca. ne Woche pro 50 Liter.
    Also mein 300er dann alle 7 Wochen, dass 470er alle 10 Wochen :lol:

    Aber mal im Ernst - rein grundsätzlich hat Tatjana völlig recht mit dem was sie sagt! Je größer das System, desto mehr kann es "buffern" bzw. verarbeiten.
    Aber irgendwo gibt es Grenzen - ICH finde, dass auch bei großen Becken 14 Tage die Obergrenze sein sollten. Aber das ist meine ganz persönliche Ansicht. Wobei ich davon ausgehe, dass ein grosses Becken dann auch Besatz wie ein grosses hat!

    Ich werde mal versuchen, hier eine Umfrage zu starten, wie oft den so Wasser gewechselt wird!

    Schön langsam interessiert es mich! Ich dachte immer, der Manfred ist der volle Faulsack - dabei sehe ich, es gibt noch vollere!

    lg

    Manfred
     
    #9 9. August 2004
  11. Danni
    Danni Bekanntes Mitglied
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    Hallo,
    also mein Becken ist noch relativ unterbesetzt, zumindest wenn man
    nach der cm/Fisch=l/Wasser ausgeht (wo wir schon bei der nächsten
    Diskussion wären, aber die gab's ja schon :)). Ich hab schon länger
    vor, mir eine Digitalkamera zu besorgen und mein Becken hier dann auch
    vorzustellen...
    MfG
    Danni
     
    #10 9. August 2004
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