Nitrit - wie wichtig ist der genaue Meßwert?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Aquaristik" wurde erstellt von Jürgen Ha, 15. Mai 2003.

  1. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    Wie wichtig ist es, den genauen Nitrit-Wert im Aquarium zu kennen? Nun, einmal davon ausgehend, dass in jedem neu eingerichteten Aquarium Nitrit früher oder später entstehen wird, ist für die weiteren Maßnahmen wichtig:

    1. Man muss darüber bescheid wissen, ob im Aquarium Nitrit in einer möglicherweise für die Fische gefährlichen Konzentration vorhanden ist oder nicht. Nitrit selber ist unter Laborbedingungen IMMER im Aquarium nachweisbar, sobald Fische fressen oder Zersetzungsprozesse stattfinden (und zwar auch in Aquarien, die auch schon jahrelang laufen - dort aber in einer für die Fische unbedenklichen Konzentration).

    2. Man muss über den Zeitpunkt der Nitrit-Entstehung bescheid wissen, damit darauf entsprechend reagiert werden KANN (Teilwasserwechsel, nitritsenkende Präparate).

    3. Man muss über den Zeitraum, in dem Nitrit im Aquarium ist, bescheid wissen, damit in der Zeit KEINE neuen Fische zugekauft werden.

    4. Man muss nach einer Behandlung mit Medikamenten bescheid wissen, ob durch die Medikamentenwirkung die Bakterienflora geschädigt wurde und in der Folge Nitrit entstehen KÖNNTE.


    und schließlich 5. Man muss über die exakte Höhe des Nitrit-Wertes bescheid wissen, um... ja, warum eigentlich?

    Alleine die Feststellung, dass Nitrit im Aquarium vorhanden ist, muss nitritsenkende Maßnahmen nach sich ziehen. Die Höhe des Nitrit-Wertes ist dabei eigentlich nur am Rande interessant und insofern von Bedeutung, um - gewissermaßen als Kontrollinstrument - bei Gegenmaßnahmen deren Wirksamkeit bei senkenden Eingriffen (Wasserwechsel), biologisch nitritabbauenden Eingriffen (Zugabe von Bakterienkonzentraten) oder deren Unwirksamkeit bzw. Erhöhung der Nitrit-Werte zu dokumentieren.

    In der Folge habe ich mal drei meistverkaufte Nitrit-Meßvarianten unter die Lupe genommen:

    - Kombi-Teststreifen (ESHA), 25 Teststreifen mit Nitrit-Meßfeld
    - Nitrat-Teststreifen (DENNERLE), 25 Teststäbchen mit Nitrit-Warnfeld
    - JBL Nitrit Tropftest, für 60 Tests (Hersteller)

    Alle drei Produktgruppen sind bewährt, funktionieren und sind für die Ansprüche von Aquarianern ausreichend. Sie können im Süss- und im Meerwasser verwendet werden. An dieser Stelle soll auch keine Wertung a la Stiftung Warentest erfolgen, sondern die Möglichkeiten der Nitrit-Messung für Aquarianer mit käuflichen Test-Kits an sich sollen erläutert werden, ohne auf Laboreinrichtungen zurückgreifen zu müssen. Bei den Angaben verlasse ich mich tw. auf Herstellerangaben, ergänzt um eigene Erfahrungswerte und Erfahrungen aus der Praxis.

    Woher kommt Nitrit im Aquarium?
    Nitrit (NO2) ist ein starkes Gift, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert und zu einer inneren Erstickung führt. Es entsteht durch bakterielle Abbauprozesse aus Ammonium (Ausgangsbasis: Fischfutter, Pflanzenreste) und wird weiter zu ungiftigem Nitrat NO3 abgebaut. Werden Nitritwerte von mehr als 0,1 mg/l ermittelt, ist der bakterielle Stickstoffabbau mit Sicherheit schwer geschädigt. Dies kann z.B. durch den Einsatz von antibakteriellen Medikamenten erfolgt sein (oder durch Filtermassentausch, spontanen Überbesatz, Überfütterung).

    Warum testen?
    Der Abbau- oder Mineralisierungsprozeß aller organischen Substanz im Aquarium (Futter- und Pflanzenreste, Ausscheidungen der Fische) geschieht über die Stufen Proteine-Ammonium-Nitrit-Nitrat. Bestimmte Bakterien sind für diesen Prozeß verantwortlich. Durch Messung der einzelnen Zwischenstufen Ammonium, Nitrit und Nitrat lassen sich Aussagen über das "Funktionieren" des Systems "Aquarium" treffen. Ammonium und Nitrit sollten sich normalerweise nicht über Konzentrationen von 0,1 mg/l (ppm) anreichern, ist dies doch der Fall, kann eine Störung im Bakterienhaushalt vorliegen. Nitrit ist ähnlich wie Ammoniak ein starkes Fischgift. Je nach Empfindlichkeit der Fischart können Konzentrationen zwischen 0,5 und 1 mg/l (ppm) bereits tödlich wirken. Im allgemeinen kann gesagt werden, daß Seewasserfische und junge Fische empfindlicher sind als erwachsene.

    JBL Nitrit-Test

    Der JBL-Test reicht für ca. 60 Messungen mit Glasküvetten. Für Süß- und Meerwasser. Messbereich von 0,025 bis 1,0 mg/l Nitrit. Farbskala mit 9 Farben von gelb bis pink. Labor-Komparatorsystem zum Ausgleich der Wassereigenfärbung.

    Nitrit Test-Sets NO2 dienen zur Messung und routinemäßigen Kontrolle des Nitrit-Gehaltes im Süß- und Seewasseraquarium innerhalb eines Bereiches von 0,025 - 1,0 mg/l (ppm). Durch ein eigens von JBL entwickeltes Kompensationsverfahren lassen sich auch in leicht gefärbtem Aquariumwasser, wie z.B. bei Torffilterung oder Krankheitsbehandlung, exakte und zuverlässige Ergebnisse erzielen.
    (Empfohlener Wert max: 0,1 mg/l Nitrit im Süßwasser)

    Anleitung
    Beide Prüfgläser mit dem zu untersuchenden Wasser mehrmals spülen.
    Mit der beigefügten Spritze beide Prüfgläser mit je 5 ml Probewasser füllen.
    In eines der beiden Prüfgläser 5 Tropfen Reagens 1 und anschließend Reagens 2 zufügen, und nach jeder Reagenszugabe durch Umschwenken mischen. Bis zur vollständigen Farbentwicklung (etwa 3 Min.) stehen lassen.
    Beide Prüfgläser in den Komparatorblock einsetzen: Glas mit Reagenszugabe am glatten Ende des Komparatorblocks, Glas mit unbehandeltem Probewasser (Blindprobe) am eingekerbten Ende des Komparatorblocks.
    Komparatorblock mit beiden Prüfgläsern auf der Farbskala hin- und herbewegen, bis die Farbe der mit Reagens versetzten Probe der Farbe unter der Blindprobe bestmöglich entspricht.
    Nitritgehalt in der Kerbe des Komparators ablesen (JBL Produktinfo)

    Vorteil des Tropftestes:
    - von allen drei Methoden die genaueste Meßvariante
    - ergiebig (bis zu 60 Messungen)
    - vorteilhaft in Meerwasseraquarien, in denen absolut kein Nitrit vorhanden sein darf
    - man kann durch die relative Genauigkeit die biologische Abbauleistung seines Filters prüfen, indem etwa 15 min nach der Fütterung der Nitrit-Wert gemessen wird und dann in 15 min Intervallen die Reduktion durch die Filterbakterien dokumentiert werden kann. Heraus kommt dann eine schöne logarithmische Kurve, die für Mess-Freaks interessant werden dürfte.

    Nachteil:
    - zeitaufwändig
    - umständlich
    - das genaue Zuordnen der Farbskala zum entsprechenden Wert bedarf guter Augen und einiger Übung

    Kombi-Teststreifen (ESHA)

    Der ESHA Aqua-Quick-Test reicht für 25 Messungen. Man kann damit - neben dem Nitrit-Wert noch messen: Säuregrad (pH-Wert), Karbonathärte (KH), Gesamthärte (GH), Nitrit (NO2) und Nitrat (NO3).

    Der Teststreifen zeigt den aktuellen Nitritgehalt mit einer Färbung ins rosarote an - die sich nach 60 Sekunden ergebende Färbung wird mit dem Testfeld auf der Verpackung verglichen und der entsprechende Wert abgelesen oder eine Zwischenfärbung geschätzt.

    Vorteil:
    - schnelles Meßergebnis
    - einfache Anwendung
    - 5 Meßwerte können in einem Arbeitsgang in einer Minute ermittelt werden
    - kostengünstig in der Anschaffung

    Nachteil:
    - die Teststreifen sind empfindlich, dürfen am Testfeld nicht berührt werden und können bei längerem Offenlassen der Verpackung überaltern und unbrauchbar werden
    - ein Meßergebnis wird erst ab 0,5 mg/Liter Nitrit angezeigt

    Nitrat-Teststreifen mit Nitrit-Warnfeld (DENNERLE)

    Der Dennerle Nitrat Tauchtest enthält 25 Teststreifen. Die Teststäbchen haben 2 Meßfelder: Nitrit-Warnfeld und Nitrat-Meßfeld. Teststäbchen 2 sec in das Aquariumwasser eintauchen - herausnehmen. Nach 1-2 min vergleicht man das Nitrat-Meßfeld mit der aufgedruckten Farbskala und ermittelt so den Nitrat-Gehalt. Zeigt das Nitrit-Warnfeld eine ROSA-Färung, enthält das Wasser außer Nitrat auch mehr als 1 mg/l Nitrit.
    Die abgelesenen Werte gelten für Süßwasser. Bei Seewasser verdoppelt man sie. Beispiel: Abgelesener WErt: 25 mg/l Nitrat. Dies entspricht bei Seewasser 50 mg/l Nitrat (Dennerle Produktinfo).

    Wenn ich mir vorstelle, dass Dennerle die Verwendung des Nitrit-Testfeldes im Seewasser nicht für unzureichend ausweist, könnte einem glatt übel werden: eine Verdopplung von 1 mg gemessenem Nitrit-Wert im Seewasser ergibt einen Nitrit-Wert von satten 2 mg/l. Da wirds dann schon zu spät sein, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

    Vorteil:
    - schnelles Meßergebnis
    - einfache Anwendung
    - ziemlich genaue Ablesung der Nitrat-Werte bzw. Schätzung durch dunkle Testfeld-Farben

    Nachteil:
    - die Teststreifen sind empfindlich, dürfen nicht berührt werden und können längerem Offenlassen der Verpackung überaltern und unbrauchbar werden
    - ein Meßergebnis wird erst ab 1 mg/Liter Nitrit angezeigt
    - es werden keine höheren Werte als 1 mg/Liter Nitrit angezeigt
    - der Nitrit-Test ist im Meerwasser-Aquarium unbrauchbar

    Bemerkung:

    Wenn man bedenkt, dass Nitrit-Werte in der Literatur ab 0,2 mg/Liter bereits bedenklich für die meisten Zierfische sein können wundert man sich, dass der ESHA-Test erst ab 0,5 mg/Liter mißt und der DENNERLE-Teststreifen erst ab 1 mg/Liter einen positiven Befund anzeigt. Ich denke, dass die Ursache in der Empfindlichkeit der Meßfelder gegenüber dem Luftstickstoff N begründet ist und dementsprechend ein höheres Level angesetzt wurde.

    Die Teststreifen sind für den Gebrauch in Aquarien prinzipiell gut geeignet, in denen mit vorsichtigem Fischbesatz bei Neueinrichtung die Nitrit-Entwicklung überwacht werden kann. Nach dem Abklingen des Nitrits unter 0,5 mg/l sollte mit nitritbedingten Ausfällen bei Zierfisch-Neubesatz nicht mehr zu rechnen sein, wenn die Wasserwerte entsprechend angeglichen wurden.
    Der Tropftest ist für den Gebrauch in Aquarien geeignet, in denen - aus welchen Gründen auch immer - rasch der volle Zierfischbesatz aufgebaut werden muss, z.B. Schau- oder Ausstellungsbecken. Dort kann man schon bei geringsten Nitrit-Werten darauf reagieren.

    Die Verträglichkeit von Nitrit für viele Aquariumfische, die sich langsam daran gewöhnen konnten, liegt bei weit über einem Milligramm Nitrit pro Liter Aquariumwasser. Ich habe schon Becken getestet, in denen locker 5 oder gar 10 mg/l Nitrit vorhanden war und die Fische noch lebten. Das Problem ist: wenn man neue Fische in dieses Aquarium setzt, werden sie in kürzester Zeit sterben. Je weicher und saurer das Wasser ist, desto giftiger wirkt sich Nitrit auf die Fische aus.

    Die wichtigsten Stickstoffverbindungen im Aquarium auf einen Blick:

    Ammoniak (NH3): tödliche Dosis 0,2 mg/l; bei PH-Werten unter 7 liegt Ammoniak als relativ harmloses Ammonium (NH4+) vor
    Nitrit (NO2-): tödliche Dosis 1 mg/l
    Nitrat (NO3-): tödliche Dosis 200-300 mg/l

    Ich hoffe, dass dieser Beitrag ein wenig dazu beigetragen hat, dass das Nitrit-Problem nicht mehr heruntergespielt wird und Zierfische nicht mehr "auf gut Glück" in neu eingerichtete Becken eingesetzt werden.,

    meint,

    Liebe Grüsse :glass:
    Jürgen
     
    #1 15. Mai 2003
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  3. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hallo

    Ich halte die Teststreifen generell für ungeeignet. Erst neulich meldete sich eine Frau in unserem Forum die hatte sich einen neuen Filter gekauft und den alten einfach abgeklemmt und den neuen drangemacht. Sie hatte einen Nitritwert von 0,3 mg/l und verlor ein Paar Apistogramma und ein Paar Pelvicachromis pulcher, während Guppys und Panzerwelse von dem Nitrit unbeeindruckt blieben. Da sieht man mal das nicht alle Fische einen Nitritwert von 0,3 mg/l vertragen. Sie hatte auch Teststreifen, die haben aber nichts angezeigt. Erst der Nitrit-Test von JBL brachte das Ergebnis.
     
    #2 16. Mai 2003
  4. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo Hartmut,

    kann mir schon vorstellen, dass die Apistogramma das Nitrit nicht überlebt haben - die sind generell empfindlich, was schlechte Wasserqualität betrifft.

    Leider hat sich die Gute mit dem Abschliessen des eingefahrenen Filters einen Fauxpas erlaubt, der so in dieser Form ohne begleitende Messungen nicht ok ist. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Nitrit-Peak um einiges höher war als die erwähnten 0,3 mg/l - jedenfalls vertragen Pelvicachromis pulcher, so es sich nicht um Wildfangtiere handelte, nach meiner Erfahrung einiges mehr als 0,3 mg/l.

    Ich denke, dass nach den ersten Ausfällen nach dem Filterwechsel und der Nachfrage im Forum (negativer Befund bei den Teststreifen) der Test nach Empfehlung mit dem JBL-Testkit gemacht wurde, als das Nitrit schon wieder im Abklingen war. Hätte sie den Test schon am Tag des ersten Ausfalles zuhause gehabt und angewendet wären sicher mehr als 0,3 mg/l Nitrit herausgekommen - Schade jedenfalls um die Tiere,

    meint
    Lg :glass:

    Jürgen
     
    #3 17. Mai 2003
  5. Philipp
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    Konsumentenvergleich eSHa - JBL

    Ich hab mir wie ich mein Aquarium eingerichtet habe einen eSHa Streifen-Test gekauft und damit bis heute die Wasserwerte kontrolliert.
    Gestern ist mir dann zum ersten mal aufgefallen, daß das Nitrit-Feld nicht mehr schneeweis blieb - meiner Beurteilung nach aber noch nicht so rosa wie das Vergleichsfeld bei 1 mg/l.

    Dadurch etwas besorgt hab ich mir dann heute den JBL Test gekauft - siehe da der wurde so was von rosa - gar nicht mehr vergleichbar mit den Vergleichsfeldern :shock:

    jetzt aber schnell Wasserwechseln! Fertig - hab ca. 50 % gewechselt!

    Wieder messen. JBL sagt nun so ca 0,4 mg/l - eSHa ist schneeweis (soll heißen 0 mg.

    Ich werd es für heute mal dabei belassen - meine Corys haben den höheren Wert ja auch überlebt.
    Soll ich morgen gleich wieder Wasser wechseln?

    Wie wichtig ist es die richtige Temperatur des eingefüllten Wassers einzustellen - das ist bei mir gar nicht so einfach (kalt liegt beim Hahn sehr nah an kochend heiß) :|

    lg
    Philipp
     
    #4 21. Mai 2003
  6. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    Die Auswahl der Nitrit-Tests hab ich noch mal erweitert um einen weiteren Tropftest, diesmal von SERA. Die Tropftests, dachte ich mir, sollten dann doch genauer sein als die Teststäbchen.

    Mit Einschränkungen: ja

    Aber - jetzt mal genaueres zum Sera-Nitrit Test:

    Anwendung: Küvette mehrmals mit dem zu kontrollierenden Wasser spülen, dann bis zur 5-ml-Marke füllen. Küvette von außen abtrocknen. Jeweils 5 Tropfen Reagenz 1 und 2 zugeben. Küvette mit dem Deckel verschließen, leicht schütteln. Anschließend Deckel öffnen. Nach 3 bis 5 Minuten Farben vergleichen. Küvette auf die (Farb-)Skala stellen und bei Tageslicht, ohne direkten Einfall des Sonnenlichtes, von oben hineinsehen.

    Die Farbskala besteht aus 5 Farbfeldern, von gelb bis rot. Zwischentöne erlauben eine vorsichtige Schätzung von Zwischenwerten.
    gelb= weniger als 0,1 mg/l Nitrit
    ocker= 0,3 mg
    indigo= 0,5 mg
    orange= 1 mg
    rot= 5 mg

    Sera beurteilt die Meßwerte oder empfiehlt bei folgenden Konzentrationen folgende Gegenmaßnahmen:

    <0,1 mg/l = gut, unbedenklich
    0,3 mg/l = noch unbedenklich
    0,5 mg/l = schädlich, Teilwasserwechsel
    1,0 mg/l = gefährlich, Teilwasserwechsel
    5 mg/l = hochgiftig, sofort Teilwasserwechsel

    Nachdem Sera einen Nitrit-Wert von 0,3 mg/l als "noch unbedenklich" wertet und diese Formulierung sicher aufgrund vieler Meßreihen zustandegekommen ist würde ich einmal davon ausgehen, dass dem tatsächlich so ist. Sera hat grossartige Biologen in ihrem Mitarbeiter-Team, die wissen was sie schreiben oder tun.
    Auch ich hatte bei Nitrit-Werten von 0,3 mg/l in meinen Aquarien noch nie Ausfälle zu beklagen, was nicht heisst, dass man bei Feststellung von Nitrit NICHT darauf reagieren sollte. Nitrit stellt immer eine Belastung für Zierfische und Wirbellose dar und sollte vermieden werden.

    Bei der Gebrauchsanweisung stört mich, dass der SOFORTIGE Teilwasserwechsel erst ab 5 mg/l erfolgen muß. Der ist sicher schon ab 0,5 mg/l erforderlich.

    Nachdem bei ESHA-Teststäbchen eine erste schwache Reaktion bei 0,5 mg/l erfolgt und erfahrungsgemäss (nach meinen Erfahrungen) auch erst ab diesen Werten Probleme bei Zierfischen auftreten können glaube ich schon, dass die Streifen dieses Herstellers für die Anwendung in der Süsswasser-Aquaristik brauchbar sind,

    meint :glass:

    Liebe Grüsse
    Jürgen
     
    #5 23. Mai 2003
  7. Jürgen Ha
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    Nitrit-Teststreifen von Dennerle

    Hallo,

    Es gibt in der Reihe der Nitrit-Teststreifen ein neues Produkt von Dennerle. Es nennt sich MULTI 5 in einer Ausführung fürs Aquarium und einer für den Gartenteich. Die Teststreifen selber funktionieren bei beiden Tests gleich, nur die Bewertung der Testergebnisse ist je nach Produkt unterschiedlich.
    Mich interessiert hier aber die Aquarium-Variante, und hier vor allem die Ablesbarkeit der Messergebnisse:

    Der Multi 5 Test hat Messfelder für: Nitrat, Nitrit, Gesamthärte, Karbonathärte, pH-Wert.
    In der Packung sind 50 Teststreifen, mit € 25,00 ist das Preis-Leistungsverhältnis ziemlich gut.

    Nitrit wird auch bei diesen Produkten erst ab 0,5 mg/l angezeigt :sad: Kein Wunder - es gibt weltweit 3 Hersteller für diese Streifen, und alle Aquaristikhersteller kaufen bei einem Fabrikanten ein (vermutlich MERCK).
    Was die Ablesbarkeit der Felder für die Gesamthärte und den pH-Wert betrifft: ich würde mir da keine Bestimmung zutrauen, so wenig unterscheiden sich die einzelnen Farben voneinander. Die Farben zwischen pH 6,5 und 8,0 sind eigentlich nicht von einander unterscheidbar.
    Wenn man bedenkt dass zwischen 8,5 und 6,5 das Aquariumwasser 100 mal saurer ist - ein ziemliches Armutszeugnis für die genaue Bestimmbarkeit.
    Etwas besser schauts bei der Gesamthärte aus. Nur die Werte zwischen 0 und 2 sind farblich gleich abgedruckt. Der nächste bestimmbare Wert liegt bei GH 5. Wenn man nur wissen möchte ob man im "guten" Bereich liegt sind sie aber brauchbar, bei einer GH unter 5 sollte man ohnedies die entsprechenden Massnahmen ergreifen, sofern man nicht gerade Discusfische züchten möchte.

    Bei der Beschreibung der Massnahmen beim Nitrit hat sich insoferne etwas geändert, als nun bereits bei 0,5 mg/l NO2 ein sofortiger Teilwasserwechsel empfohlen wird. Na also!

    Lg
    Jürgen
     
    #6 21. Juli 2003
  8. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Nitrit

    Mehr zum Thema Nitrit, wie es entsteht und wie man es vermeiden kann, gibts hier zum Nachlesen.

    Lg
    Jürgen
     
    #7 17. April 2004
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