(Pech) und Schwefel

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Aquaristik" wurde erstellt von ernesto.che, 15. Mai 2004.

  1. ernesto.che
    ernesto.che Mitglied
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    Eine Geschichte des Grau(s)ens:

    In meinem 110L Becken gedeihten Planzen prächtig, dann schleppte ich mir irgendwie diese S.....Pinselalgen ein. Sämtliche Versuche (x-malige Teilwasserwechsel, manuelles Entfernen, etc.) scheiterten.
    Nachdem ich sämtliche Fische in ein neues Becken(240L) übersiedelt habe (natürlich mit angemessener Einlaufzeit), begann ich das 110L zu entseuchen. Beim Kies-Entfernen stieg mir ein pestialischer Gestank (faule Eier) in die Nase - wahrscheinlich irgendwelche Verwesungsprozesse (trotz Vorhandsein von duzenden Turmdeckelschnecken).
    Jetzt habe ich natürlich Angst, daß Ähnliches auch in meinem neuen Becken passieren kann.

    Was habe ich falsch gemacht (leicht zerfallende Futtertabletten...)?

    Danke
    Ernesto
     
    #1 15. Mai 2004
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Schwefelwasserstoff

    Hallo,
    Geruch von faulen Eiern ist ein Hinweis auf die Anwesenheit von Schwefelwasserstoff. Es entsteht, wenn sich unter Sauerstoffabschluss Eiweiss zersetzt.
    Code:
    Schwefelwasserstoff (Wasserstoffsulfid, Hydrogensulfid) ist ein übel riechendes, stark giftiges Gas. Es verursacht den typischen Geruch von faulen Eiern, da bei der Zersetzung des Eiweisses, aus Schwefelhaltigen Aminosäuren durch Fäulnis- und Schwefelbakterien entsteht. 
    
    Es ist eine Verbindung aus Schwefel und Wasserstoff. Die chemische Formel ist H2S. 
    
    Schwefelwasserstoff ist brennbar, farblos und in Wasser wenig, in Alkohol etwas besser löslich. Er ist eine extrem schwache Säure, deren Salze die Sulfide sind. 
    
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelwasserstoff

    Was könntefalsch gelaufen sein? Möglicherweise sind tatsächlich zuviele Futtertabletten verabreicht worden, der Abrieb wurde durch die Grabebewegungen der TDS in den Kies befördert und vergammelte dort. An und für sich sollten die TDS eine H2S-Bildung schon vermeiden... Vielleicht hast Du im Becken zu feinen Sand benützt (< 1 mm Korngrösse) oder ungewaschenen Bausand verwendet.
    H2S bildet sich auch, wenn man Initialdünger mit feinem Kies überschichtet und dabei kein Heizkabel verwendet. Auch bei Verwendung von Gartenerde oder reinem Torf im Bodengrund (wie man das früher gerne gemacht hat) kann sich H2S bilden.

    Eine wirksame Methode zur Verwendung von H2S liegt in der Verwendung eines Heizkabels: durch den stetigen, langsamen Wasseraustausch können sich nicht so leicht anaerobe Zonen im Substrat bilden. Glaube nicht, dass nur die Futtertabletten schuld daran sind. Meistens ist noch ein Faktor vorhanden, z.b. eine übermässige Verdichtung des Kieses oder unzureichende Durchflutung.

    Wie hast denn das neue Becken aufgebaut (Initial, Kies x-mm, Heizkabel)?

    Lg
    Jürgen
     
    #2 15. Mai 2004
  4. ernesto.che
    ernesto.che Mitglied
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    Schwefel

    Hallo Jürgen,

    danke für Deine Antwort,

    mein neues Becken habe ich mit einer Schicht Initialdünger und Kies in der Körnung 3-5mm aufgebaut (insg. ca 8cm)
    Bezüglich Futtertabletten habe ich eine Steinplatte vorgesehen, verwende jetzt auch von der Konsistenz her eine andere Sorte (Tetra TabiMin).

    Sollte ich vielleicht in regelmäßigen Abständen den Boden "umackern"?

    Danke
    Ernesto.Che
     
    #3 15. Mai 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Naja, wenn Du den Initialdünger drin hast wird das nicht so richtig gehen. Aber es kann das Pflanzenwachstum schon fördern, wenn man alle paar Monate mal mit den fünf Fingern in den Kies 'sticht' und ein wenig 'rüttelt'. Zwar trübt sich das Aquariumwasser dann mal für 1,2 Tage, aber das ist nicht wirklich ein Problem. Der Filter nimmt dann den 'Dreck' auf und kann eine Woche später gereinigt werden. In älteren Becken kann so eine Aktion aber den Sauerstoffbedarf im Becken stark erhöhen, wenn plötzlich so viel oxidierbares Material nach oben kommt! Also aufpassen, dass es nicht zu einem Sauerstoffmangel kommt.
    Jedenfalls ist dieses Auflockern viel weniger schädlich für die Mikrobiologie im Bodengrund als das 'perfekte' und pedantische Absaugen und Durchwühlen mit den üblichen Bodengrundreinigern. Die arbeiten einfach 'zu perfekt' und machen mehr kaputt, als sie wirklich nützen.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 15. Mai 2004
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