Salz ja oder nein

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Aquaristik" wurde erstellt von Anonymous, 4. Oktober 2003.

  1. Anonymous
    Anonymous Gast
    ich bin ein wenig ratlos... hab ein becken mit schwertträgern, guppy, platy und molly... die eigenen fische halten sich sehr gut bei mir, aber sobald ich welche zukaufe (blut auffrischen etc.) gehen sie meistens relativ bald ein... die wasserwerte sind ok... habe jetzt erfahren, dass die zugabe von salz die lebensdauer verkürzt und die tiere extrem empfindlich macht wenn der salzgehalt nicht genau dem entspricht wie sie es gewöhnt sind... mir wurde daher empfohlen blos kein salz reinzugeben und nur dort fische zu besorgen wo das auch nicht gemacht wird... war bisher eigentlich der meinung dass salz gut ist und eine brauchbare alternative bei erkrankungen...

    was stimmt denn nun? und welche menge salz sollte/kann man zugeben falls es doch gut für die fische ist?
     
    #1 4. Oktober 2003
  2. Anzeige
     
  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
    Registriert seit:
    23. Januar 2003
    Beiträge:
    5.014
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    Forum
    Hi shary,

    Die Verwendung von geringen Mengen Salz (NaCl) in der Aquaristik hat schon eine lange Tradition. Es wirkt antibakteriell, antimykotisch und reduziert die Giftigkeit von Nitrit, mildert die Auswirkungen eines pH-Sturzes und verlangsamt die Entwicklung von einzelligen Fischparasiten.

    Zu Deiner Frage:
    Der Salzgehalt des Wassers wirkt sich in erster Linie und direkt auf die Osmoregulation des Fisches aus. Die meisten Arten haben sich im Laufe der Evlution an einen relativ engen Salinitätsbereich angepasst. Verlässt die Salinität (= Salzgehalt) diesen Bereich, so folgen daraus stark gestörte osmotische WErte und in der Folge Veränderungen in den Körperzellen. Die Folge ist "Stress" und eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Wenn Du also Lebendgebärende zukaufst, die in einem Aquarium gehalten werden, das einen realitv hohen Salzgehalt aufweist und die dann in Dein Becken gibst können sie einen osmotischen Schock erleiden und entweder am nächsten Tag oder zumindest in den nächsten 2 Wochen ab Neubesatz eingehen.
    Du müsstest Dich erkundigen, ob die Fische, die Du kaufen möchtest, in einer höheren Salzkonzentration als allg. üblich gehalten werden. Ist das der Fall, könntest Du die Fische zuhause in einem vorbereiteten Quarantäne-Becken bei annähernd gleichem Salzgehalt auf einen niedrigeren Salzspiegel umgewöhnen. Z.B., indem Du über einen Zeitraum von 2 Wochen täglich einen Tw-Wechsel von 25 % d. Beckenvolumens vornimmst.

    Die Verwendung von Salz in einer vernünftigen Konzentration hat KEINE negativen Auswirkungen auf Zierfische. Davon natürlich AUSGENOMMEN sind ausgesprochene Weichwasserfische, die nur eine bestimmte Salinität (und da nur therapeuthisch über einen kurzen Zeitraum) vertragen, z.B. Apistogramma nijsseni. Aber auch bei diesen Fischen kann man ohne Probleme einen Salzgehalt von unter 0,1 % im Aquarium einstellen.
    Im schlimmsten Fall reagieren ab 0,1 % empfindliche Pflanzen mit schlechterem Wachstum, Cabomba und andere Haarnixen mögen allerdings auch einen Gehalt von unter 0,1 % nicht mehr so gerne.

    Salz verkürzt die Lebensdauer Deiner Fische sicher nicht, wenn das Aufsalzen LANGSAM geschieht. Ebenso muss die Verringerung des Salzgehaltes langsam und über mehrere Tage erfolgen.

    Dosierung:
    Eine Konzentration von 0,1 % ist als allgemeiner Aquarienzusatz für Lebendgebärende oder als zusätzliche Behandlung für Fische, die Anzeichen von Verletzungen zeigen, geeignet.
    0,1 % entsprechen einer Menge von 1 g/Liter Wasser.
    Auf 20 Liter Wasser gibt man entsprechend 20 g Salz = 4 Teelöffel (jodfrei, ohne Backzusätze: Meersalz). Das dürften Auch die Konzentrationen sein, mit denen die Platys und Guppys im Zoo-Fachhandel vorbeugend beglückt werden. Allerdings - das Problem ist, dass die Lebendgebärenden bereits von den Züchtereien "salzgewöhnt" geliefert werden und deshalb auch im Laden den Salzzusatz benötigen, um nicht zu erkranken.
    Eine Dosierung von 1 Teelöffel / 25 Liter hat sich auf jeden Fall in den Aquarien bestens bewährt - alle Zierfische vertragen diesen Salzzusatz ohne Probleme, auch Discusfische. Auch die handelsüblichen Aquarienpflanzen vertragen diese Konzentration sehr gut.

    Ah - wenn Du Nachzuchten von Privat erwerben kannst, die nicht an Salz gewöhnt sind, ist das sicher die optimale Variante ;-)

    Lg
    Jürgen
     
    #2 5. Oktober 2003
  4. Anonymous
    Anonymous Gast
    vielen dank für die info *thx*

    :roll:
     
    #3 7. Oktober 2003