Wie senke ich am besten und günstigsten den PH-Wert

Dieses Thema im Forum "Allgemeines zum Thema Aquaristik" wurde erstellt von AWO, 29. August 2004.

  1. AWO
    AWO Bekanntes Mitglied
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    Hi Leute!

    Frage an die tüftler und Chemicker von Euch:

    Ich habe sehr hartes Wasser (PH 8), daher meine Frage an Euch, wie kann ich denn preisgünstig und einfach und ohne die Fische zu beleidigen etwas senken?

    Also schon mal Danke im vorhinein für Eure Beiträge

    AWO
     
    #1 29. August 2004
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  3. Gregor H.
    Gregor H. Bekanntes Mitglied
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    Wasserwerte

    Hi!

    pH ist nicht Härte!
    Der pH Wert gibt Auskunft darüber, ob das Wasser sauer (<7), neutral (=7) oder alkalisch (>7) ist, wobei zu beachten ist, dass sie Skala logarithmisch ist (also eine Stufe mehr heisst 10x soviel)

    Die Härte GH oder KH (=Säurepufferungsvermögen) ist was gaaaanz anderes.

    Zu Deiner Frage:
    Ich habe recht gute Erfolge (in relativ beschränkten Ausmaß allerdings) durch die Einbringung von Torf, eine andere Möglichkeit die Härte zu senken ist der Verschnitt des Leitungswassers mit AquaDest oder Osmosewasser.

    lg
    geeage
     
    #2 29. August 2004
  4. helmut
    helmut Bekanntes Mitglied
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    Hallo Awo

    Wenn man anfängt mit dem Wasser zu panschen, sollte man genau wissen, was man tut. Insofern wäre es ratsam, dass du dir ein gutes Buch über dieses Thema zulegst. Weiterhin wirst du nicht darum herumkommen, die jeweiligen Werte zu kontrollieren und zu bestimmen. Wie mein Vorgänger schon angedeutet hat, hast du pH mit GH verwechselt und deshalb glaube ich, dass deine Erfahrung in dieser Hinsicht nicht ausreichend sein wird.

    Zunächst sollte man sich Gedanken darüber machen, ob man seinen Besatz nicht lieber nach den vorgegebenen Wasserwerten richten sollte. Wenn du das nicht möchtest, sollte dir bewusst sein, dass du ewig am Panschen bist und du dir dadurch einiges an Arbeit auf den Hals lädst.

    Die einfachste Möglichkeit an weiches Wasser zu kommen, ist Regenwasser zu sammeln. Schön wäre es, wenn du dir einen gewissen Vorrat zulegen könntest, der dir auch mal über eine längere Trockenzeit hinweghilft.

    Weiterhin könntest du versuchen, eine Quelle mit annehmbaren Werten zu finden. Keine Ahnung wie es da in deiner Umgebung aussieht.

    Dann wären da noch Vollentsalzer und Umkehrosmoseanlagen. Letztere ist nicht jedermann Sache, da sie doch einiges an „Abwasser“ produziert, das zumeist den Abfluss runterläuft. Anders sieht es bei den Vollentsalzer aus. Sie produzieren kein Abfallwasser, dafür muss man sie aber aufwendig regenerieren und dabei noch mit Säure hantieren.

    Torf, Erlenzapfen und Co, pH Minus, Co 2 und sonstige Säuren verlieren ihren Sinn, wenn das Ausgangswasser nicht schon weich ist. Bei einer KH von 10° wirst du mit dem Torfwechsel nicht nachkommen, bis du auf annehmbare Werte kommst und wenn du die mit Kohlensäure drücken wolltest, würden deine Fische aus dem Becken springen, aber nicht vor Freude.

    Gruß aus Karlsruhe
    helmut

    23 Tage
     
    #3 29. August 2004
  5. AWO
    AWO Bekanntes Mitglied
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    Danke fürs erste

    Hi geeage und helmut!

    Danke erst mals, für eure Tips, das mit dem Regenwasser gefällt mir sehr gut!
    Bezüglich Härte und PH wollte ich noch anbringen, das mein Gehirn schneller war als meine Hände und ich somit die Härte dem PH-Wert zugeschrieben habe, obwohl mir eigentlich klar ist, das das totaler Blödsinn ist!

    Also Danke nochmal für Eure Tips!

    Tschau
    AWO
     
    #4 29. August 2004
  6. Gregor
    Gregor Bekanntes Mitglied
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    @Helmut
    Was meinst Du genau mit: "Torf, Erlenzapfen und Co, pH Minus, Co 2 und sonstige Säuren verlieren ihren Sinn, wenn das Ausgangswasser nicht schon weich ist."

    Bis zu welchem Grad spricht man eigentlich noch vom weichem Wasser?

    PS: Was bedeuten eigentlich immer die Anzahl der Tage unter Deinen Postings? :)
     
    #5 29. August 2004
  7. helmut
    helmut Bekanntes Mitglied
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    Grüß dich Gregor

    Weiches Wasser ist nicht gleichzusetzen mit saurem Wasser. Ohne CO2 oder sonstiger Säure springt es zumeist knapp unter 7 rum. Aber, du kannst ein weiches Wasser sehr leicht auf einen gewünschten pH Wert einstellen. Dafür kann man dann die von mir aufgeführten Mittelchen verwenden. Wobei der Wirkstoff von pH - Minus (glaube ich) Phosphorsäure ist und die bekommst du an anderer Stelle billiger.

    Die obere Grenze, bei der es Sinn macht, kenne ich nicht, da mein Regenwasser einen LW von 40µSm/cm hat. Ich würde sie aber bei ca 4 bis 5° KH ansiedeln.



    Was bedeuten eigentlich immer die Anzahl der Tage

    Dieser Fisch, hält sein Maul und zwar seit 23 Tagen. Das schöne daran ist, er ist Maulbrüter ;-)
    [​IMG]

    Gruß aus Karlsruhe
    helmut

    23 Tage

    schade, bekomme keine Bilder rein. Es ist ein maulbrütender Kampffisch. Das mit den Bilder hatte ich an anderer Stelle auch schon mal.
     
    #6 29. August 2004
  8. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    >> Die obere Grenze, bei der es Sinn macht, kenne ich nicht, da mein Regenwasser einen LW von 40µSm/cm hat. Ich würde sie aber bei ca 4 bis 5° KH ansiedeln.

    Hatte bis KH 9 keine Probleme, den pH-Wert auf 6,0 zu bringen. Allerdings ist dann schon reichlich Torf notwendig und grosse Wassermengen kann man realistischerweise damit auch nicht aufbereiten, wenn man vermeiden möchte, im Garten eine Miete gebrauchten Torfs anzulegen.
    Wenn keine weiteren Säuren das Puffersystem beeinflussen sollte es möglich sein, bei einem Ausgangswasser von GH 12 und KH 9 und der Verwendung von etwa 1,2 Liter Torfgranulat (= eine 3/4 volle Filterkammer beim Eheim 2028 Aussenfilter) den pH-Wert von 7,5 auf etwa 6,5 zu drücken. Spätestens nach dem 3. 25 % Teilwasserwechsel ist das nicht mehr möglich. Die Erfahrung bezieht sich allerdings auf ein bereits eingelaufenes Becken mit einigem Mulmanteil, ob das bei einem neu eingerichteten Aquarium auch so einfach funktioniert - k.A.
    Über KH 9 wird man nur bei Verwendung von CO2-Düngung und Torffilterung oder dem angesprochenen pH-Minus (oder anderen Mittelchen) eine vernünftige Senkung erreichen können. Dann allerdings ist bei jedem Teilwasserwechsel Messen und Pantschen angesagt.

    >> Das mit den Bilder hatte ich an anderer Stelle auch schon mal.

    Dem Bild fehlt die .jpg-Erweiterung, die es für das phpbb-Forensystem als Bild kenntlich macht. Lesbar wäre macrostoma_mann_%30%31%2E.jpg, der macrostoma_mann_%30%31%2Ejpg-Bildname scheint eine Bildverkleinerung per (Java?)Script auf deiner Hp zu sein. Einfach das Bild nochmals Hochladen mit .jpg (Punkt!)-Erweiterung, dann klappts :)

    Lg
    Jürgen
     
    #7 30. August 2004
  9. ManniAT
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    Hallo Wolfgang, hallo Leute,

    IMHO ist der einfachste und kostengünstigste Weg dauerhaft "passendes" Wasser zu haben die Verwendung einer Umkehrosmoseanlage!

    Die Regenwasseridee ist gut, allerdings kann man nicht einfach das Regenwasser aus der Rinnes sammeln, sondern es ist auch hier ein gewisser Aufwand mit der Sache verbunden!
    Ich habe mal gesagt, dass die erste Stunde (wenn es ordentlich regnet) das Wassser nicht verwendet werden sollte, weil dabei sehr viele belastende Stoffe im Regenwasser enthalten sind. Fritz (glaube ich) hat mich berichtigt und gleich mal von 3 Stunden gesprochen!

    Also sagen wir einfach mal 2 Stunden!
    Es muss also 2 Stunden regnen. Dann kann man anfangen sein Wasser zu sammeln.
    Dabei sollte dies nicht aus der CU Regenrinne kommen. Auch ist das Wasser von Dächern, die wegen "Mossstop" eine Kupferbahn eingezogen haben eher problematisch.
    Zudem ist nach längeren "Nichtregenperioden" auch genug anderer Dreck am Dach, der nicht ins Becken sollte.
    Meist landet man dann bei einem "gesonderten" Auffangsystem.
    Es dauert schon so seine Zeit, dass man (auch bei einem kleinen Becken wie dem von AWO) die nötige Menge für einen Teilwasserwechsel von 30% beisammen hat.

    Dann sollte das Wasser jede Woche zu Verfügung stehen. Es müsste also immer regenen, bzw. man findet einen Weg, das Wasser über längere Zeit zu lagern, bzw. zu konservieren.
    Ach ja, dann gibt es noch den Winter - da regnets recht wenig bei uns :)

    Schnee zu nehem kann man gleich mal vergessen! Wer mir nicht glaubt, soll doch mal im Winter vor dem Haus Schnee sammeln und in einem Glas zum Schmelzen bringen.
    Die mit den guten Augen werden sofort erkenne, wovon ich spreche!
    Die mit den schlechten Augen nehmen ein Stück weissen Stoff und giessen das Wasser da durch!
    Schwebeteilchen aus Hausfeuerungen, evtl. "Spritzer" von Streusalz oder Staub von Streugut.....

    Wenn man sich die vom Jürgen so schön "Pantscherei" genannte Sache antun will, OK. Osmose kaufen, einen KH Test dazu (einen grossen :lol:) und dann hat man immer das Wasser, das man braucht.
    Mit der Osmose kann man auch noch das Bügeleisen betreiben, oder die Kaffeemaschine - so akzeptierts die Frau leichter :)

    Oder man will das nicht - dann suche man sich Fische, die zu den Wasserwerten passen. Wer glaubt, es reicht hie und da den Filterkorb mit neume Torf zu versehen irrt.
    Hier muss man auch immer wieder messen, darf ja nie vergessen, dass frischer Torf reinmuss, usw.

    Und "Zufallswasserwert"
    --he heut hat's geregnet, da mischen wir mal...
    --öha, da hab ich Eichenlaub günstig bekommen, das hauma mal rein...
    --super, die haben destiliertes Wasser im Angebot, da nehm ich mal was.....

    das kann man völlig vergessen.
    Also entweder mit Panscherei leben, da wäre bei unserern Wasserwerten Osmose der vernünftigste Weg, oder passende Fische aussuchen!

    Weniger aufwendig ist die Verwendung von so "PH-Down" Chemie. Wenn du mal so ein Becken sehen willst - ich hab einen Nachbar, der hat so was.
    Wir müssen nur noch einen Trick finden wie wir das Becken anschauen können. Weil der schämt sich (zu Recht) sehr dafür!!

    lg

    Manfred
     
    #8 30. August 2004
  10. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    Manni:
    >> Ich habe mal gesagt, dass die erste Stunde (wenn es ordentlich regnet) das Wassser nicht verwendet werden sollte, weil dabei sehr viele belastende Stoffe im Regenwasser enthalten sind.

    Abhilfe könnte da ein Aussenfilter, bestückt mit guter Aktivkohle, bringen.

    Lg
    Jürgen
     
    #9 30. August 2004
  11. ManniAT
    ManniAT Bekanntes Mitglied
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    Hallo Jürgen,

    da hast du sicher Recht, aber das würde ich mich im Becken nicht trauen.
    Also wenn dann das Zeug vorher filtern, dann erst ins Becken damit.

    Wenn ich jetzt aber einen Filter für die Tonne (oder was immer) anschaffe, dann geht sich eine Osmoseanlage auch bald aus.
    Du darfst zudem nicht vergessen, dass wir in OOE wohnen.

    Bei uns sehne die Umweltdaten (leider) ein wenig anders aus, als im schönen Innsbruck.
    Wie gesagt der Fritz, einer der schon länger als ich mit der Umgebung zu tun hat geht gleich mal von 3 Stunden (mindestens) aus!

    Warum ich nicht im Becken filtern möchte? Weil ich Angst hätte, dass sich die Schwermetalle in den Lebewesen und im Bodengrund zumindest gleich gut ablagern wie im Aktivkohlefilter.

    Allerdings würde der PH (wie oben gewünscht) durch den Regen der ersten Zeit schneller heruntergehen als mit Osmose. Weil die Osmose lang nicht so sauer ist wie unser Regen :)

    Ich habe das selbst mal versucht - die erste Stunde war das echt der Hammer. Also Messung am Anfang, nach 30 Minuten, nach 60 Minuten und nach 90 Minuten.
    Die ersten 2 Messungen waren nachezu ident. Die 3te und die 4te dann auch. Darum bin ich auf die Stunde gekommen. Fritz meinte irgendwie, dass zwar die Säure nach einer Stunde ziemlich weg ist, es jedoch noch genug anderes Zeug im Regen gibt!

    lg

    Manfred
     
    #10 30. August 2004
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