Fütterung

Dieses Thema im Forum "Forum für Einsteiger" wurde erstellt von Christian, 18. Juli 2003.

  1. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Morgen!!

    Ich hab ein kleines Problem: Wie weiss ich, wann meine Fische genug gefüttert sind? Ich füttere sie 2x am Tag, soviel, wie sie in 2min Essen können, aber wenn ich sie länger beobachte hab ich das Gefühl sie suchen immer nach Nahrung (v.a. meine Platys haben einen gesegneten Appetit)
    Soll ich ihnen mehr Futter geben oder ist das eine ganz normale Verhaltensweise?
    Lg, William M
     
    #1 18. Juli 2003
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo WM,

    erstmal: Welcome! :blah:

    Zum Thema Fütterung: 2x am Tag ist sicher ausreichend. Es ist kein schlechtes Zeichen, dass Deine Fische ständig am "Futtersuchen" sind - das ist auch in der Natur so. Würdest Du die Fische 3 oder 4 mal am Tag füttern, wären sie trotzdem auch immer noch "auf Futtersuche".
    Natürlich würde es auch gehn, wenn Du öfter fütterst: ist halt eine Sache der Wasserpflege: viel Futter - viele Abfälle - öfter Teilwasserwechsel.
    Probiers mal so: nimm als Hauptfutter ein gutes Flocken- oder Granulatfutter, so einen "Klassiker" wo dann draufsteht: für "alle" Zierfische (... auch wenns sowas aus "Unvereinbarkeitsgründen" im Prinzip gar nicht geben dürfte). Für die zweite Fütterung probier mal ein sog. "Grünfutter", z.B. Tetra Phyll oder Sera Flora.
    Lebendgebärende besitzen einen langen Darm - sie sind im Prinzip so "konzipiert", dass sie größere Mengen nährstoffärmerer (hier: proteinärmerer) Futterbestandteile aufnehmen, also überwiegend Algen und die daran haftenden Kleinstlebewesen. Deshalb kann man bei Platys & co auch oft den langen "Kotfaden" beobachten, den sie richtiggehend "nachschleifen" können.
    Dieses Grünfutter schadet auch den anderen Fischen NICHT. Vielleicht nimmst Du ja das Sera Flora, das enthält am wenigsten Phosphate von allen Flockenfuttermitteln. Vom Proteingehalt her ist SF mit 38,8 % i. ggs. zum Sera Vipan (als Bsp.) mit 47,9 % um einiges niedriger. Damit sinkt auch die Belastung des Aquariumwassers durch ausgeschiedene (unverdaute) Eiweiß-Bestandteile ganz erheblich. Dafür gib ein bisschen mehr, sagen wir mal: was Deine Fische in knapp 4 Minuten verzwicken können.

    Weitere Alternativen: Futtertabletten, z.B. von Hikari die "Algae Wafers" (sehr empfehlenswert). Oder von Sera die "Wels Chips". Diese Tabletten lösen sich nur sehr schwer auf und die Fische müssen sich das Futter über mehrere Stunden richtig "erarbeiten". Eine gute Beschäftigungstherapie, finde ich.

    Lg
    Jürgen
     
    #2 18. Juli 2003
  4. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo!

    Erstmal vielen Dank Jürgen für Deine ausführliche Antwort :) . Ich kenn mich noch nicht so gut aus (ein typischer Anfänger eben) und in den Büchern werden solche durchaus sehr wesentlichen Details nicht behandelt (zumindest, die die ich gelesen habe).

    Ich hab noch eine andere Frage zur Fütterung: wie soll ich es mit Lebendfutter halten. Genauer gesagt mit Frostfutter. (meine Freundin hat mir schon einmal a priori verboten irgendwelche Würmer selber zu Hause zu züchten oder sie im Kühlschrank zu lagern). Im Moment füttere ich einmal am Tag mit weißen Mückenlarven, denn die Platys mögen sie nicht und so bekommen die anderen Fische auch leicht genug.

    In meinem schlauen Buch steht auch, dass man besser mit Granulat Futter als mit Flockenfutter füttern soll (mögen die Fische lieber).

    Schönen Tag noch und LG William M
     
    #3 18. Juli 2003
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: Futter

    Hallo WM,
    Lebendfutter = Frostfutter oder per Definition tatsächlich noch lebende Wasserinsekten;
    Mit Ausnahme von (lebenden + gefrorenen) Roten Mückenlarven sicher eine Bereicherung auf dem Speiseplan Deiner Fische. Weisse + schwarze Müla + Artemia sind wertvolle Futtermittel für Zierfische. Rote Müla sind oft schon "vorverdorben", enthalten oft Krankheitserreger, Schwermetalle und fördern nachweislich die Algenbildung (v.a. Blaualgen). Artemia salina dürfte nach meiner Erfahrung das beste Frostfutter sein was die Qualität und den Nährwert betrifft. Nebenbei fördern Artemia die Farbenpracht der Zierfische. Die müssen natürlich wieder ins 3-***-Gefrierfach, aber... sind ja keine Würmer, sondern Krebschen (Brine Shrimps); vielleicht hat da Deine Freundin ja nix dagegen. :spin:

    Frostfutter 2-3x wöchentlich ist ok, unbedingt notwendig ist es nicht, um die Fische gesund und vital zu erhalten.
    Im Sera GVG-Mix (Flockenfutter + Insekten) z.B. sind einige Arten von Wasserinsekten in gefriergetrockneter Form enthalten. Ein tolles Futter, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

    Tja - bin mir nicht sicher ob die Fische das lieber mögen. Sicher ist, dass es von der "Brockengrösse" her artgerechter ist, weil es in etwa die Grösse eines "Wasserflohs" hat. Ausserdem quillt es nicht wie die Flocken im Magen nach - typisches Symptom: die "Kopfsteher", die mit dem Kopf nach unten schwimmen. Das ganze ist halt auch Gewöhnungssache: Fische, die einige Zeit mit Flocken ernährt wurden, lehnen die ersten paar Mal das Granulat glatt ab. Spontane Futterumstellungen bitte vermeiden - eine Übergangszeit, in der sich die Verdauung auf die neue "Qualität" einstellen kann, muss eingehalten werden

    Lg
     
    #4 18. Juli 2003
  6. Anonymous
    Anonymous Gast
    Futtermenge und Appetit

    Hallo Leute,

    freue mich sehr in eurem Forum mitmachen zu dürfen und somit meinen 1. Beitrag zu verfassen.

    Ich lese immer wieder, dass man den Fischen soviel Futter geben soll, wie sie in kurzer Zeit fressen können. Ich hab aber irgendwie probleme das rauszufinden.

    Mein Besatz im 160 Liter Becken:

    2 Blaue Antennenwelse
    2 Prachtschmerlen
    4 Netzpanzerwelse
    6 Schwarze Phantomsalmler

    Ich füttere mit Flockenfutter, Granualat und 2 sorten Futtertabletten.

    Meine Beobachtungen:

    Die Futtertabletten (grün) die speziell für die Blauen Antennenwelse geeignet sein sollten, werden von denen nur ungern gefressen. Sie fressen lieber die normalen (braunen), die für alle Bodenfische geeignet sind.

    Wenn ich 1 grüne Tablette reinwerfe, bleibt sie irgendwo zwischen den Pflanzen liegen und vergammelt.

    Wenn ich 1 braune Tablette reinwerfe, stürzen sich alle drauf wie wenn's morgen keines mehr geben würde. Vor allem die Prachtschmerlen knabbern heftig daran.

    Flockenfutter wurde anfangs immer gerne genommen, mittlererweile aber kaum mehr.

    Wenn ich Granulat reinwerfe (nur ein Brise, vielleicht 20 Körner), wird ein Teil von den Phantomsalmlern abgefangen (gelutscht, gespuckt, gelutscht, ge......) und sogar gefressen. Der Rest schwimmt an der Oberfläche oder sinkt zu boden und liegt dort rum.

    Ich frage mich also, wenn ich davon ausgehe, dass ich nur soviel füttere, wie in ein paar Minuten gefressen wird, dann dürfte ich nur 5 Granulatkörner reinwerfen und wahrscheinlich würden die anderen dann verhungern.

    Ich füttere übrigens nur 1 x täglich und das am Abend und eher wenn das licht aus ist. Morgens fressen Sie sowieso nichts. Sie haben eigentlich allgemein kaum Appetit. Manchmal fütter ich auch 1-2 Tage gar nichts was auch keinen zu stören scheint.

    Die Netzpanzerwelse sind wie versteinert. Fressen sehe ich sie kaum. Meist liegen sie irgendwo regungslos und wenn Sie von irgendwas aufgescheucht werden schießen sie für ein paar Sekunden wie Wild durchs Wasser, bis sie wieder irgendwo zum Liegen kommen.

    Bis auf die Phantomsalmler schauen alle Pumperlgsund aus.
     
    #5 21. Januar 2004
  7. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: eine Futterfrage

    Hi Daniel,

    Schön dass Du bei uns registriert hast. Ich hoffe Du fühlst Dich wohl "hier" ;-)

    Zu Deinem Fischbesatz: mein Kompliment für Deine Beschränkung auf diese geringe Arten- bzw. Fischzahl.

    Zum Fütterungszeitpunkt: Ich würde wenns möglich ist den Termin mindestens 2 Stunden vor "Lichtaus" vorverlegen um sicherzustellen, dass nicht tatsächlich so viel Futter ungefressen im Becken vergammelt.
    Zur Futterart: lass mal die "grünen" weg oder versuche eine Qualität wie Hikari Algae Wafers aufzutreiben. Vorteil: diese Tabletten lösen sich kaum auf, würden am nächsten Tag noch in einem Stück im Becken liegen und Du kannst so viel besser kontrollieren, was tatsächlich gefressen wird.
    Zum Fischbesatz: nachdem es sich überwiegend um Bodenfische handelt würde ich die Fütterung der Welse und Schmerlen auf Futtertabletten reduzieren. Nachdem Prachtschmerlen keine ausgesprochenen Algenfresser sind scheint es nachvollziehbar zu sein, dass sie lieber an die Hauptfuttertabletten gehen, die bei den meisten Herstellern übrigens (so es sich um braune "Qualitäten" handelt) aus gepresstem Flockenfutter bestehen. Saugwelse und Prachtschmerlen nehmen übrigens auch sehr gerne Rohkost in Form von Zucchini-Scheiben oder Gurkenstücken an, probier das mal aus.
    Vielleicht könntest Du den Besatz an Panzerwelsen noch ein wenig aufstocken, in einer Gruppe von 8-9 Tieren würden sich die Welse sicherer fühlen und auch nicht so scheu sein oder so schreckhaft reagieren.

    Das Granulat würde ich ganz weglassen, beim Flockenfutter für die Phantomsalmler könntest Du gut ein feines Mix-Futter verwenden, z.B. von sera den GVG-Mix oder von Tetra das FD-Menu.

    So wie Du das Fressverhalten Deiner Fische beschreibst kommt tatsächlich zu viel Futter ins Becken.

    Hmm... versuch mal den Salmlern eine abgedunkelte Ecke im Aquarium einzurichten, z.B. durch Schwimmpflanzen. Auch Torfzusatz oder die Verabreichung einiger Erlenzäpfchen samt pH-Senkung auf 6,8 wird die Vitalität und Farbenpracht erhöhen.
    Warum kommst Du übrigens zu diesem Schluss?

    Lg
    Jürgen
     
    #6 22. Januar 2004
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