3 tote Fische in 3 Tagen!

Dieses Thema im Forum "Zierfischkrankheiten und Plagegeister" wurde erstellt von Frika, 1. September 2004.

  1. Frika
    Frika Bekanntes Mitglied
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    Hallo

    Ich habe vor ein paar Tagen 6 Keilfleckbarben zu meinem Schwarm dazugekauft. Nun sind in den letzten 3 Tagen drei Keilfleckbarben gestorben, allerdings nicht die neuen sondern die alten! Normalerweise sterben mir so viele Fische in einem ganzen Jahr! Den anderen Fischen geht es gut. Kann es sein, daß ich mir mit den neuen Fischen eine Krankheit eingeschleppt habe? Oder ist so ein allmähliches Dahinsterben typisch für etwas anderes?

    Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich die Aquaristik nur "nach Gefühl" betreibe, seit 3 Jahren ohne Probleme - also ohne Wassertests, etc. :roll: Das wird sich jetzt natürlich baldmöglichst ändern!

    Größere Veränderungen hatte ich keine in meinem Aquarium (ist ein 100-Liter-Becken)
    Als Erste-Hilfe-Maßnahme habe ich heute mal das Wasser gewechselt. Fällt euch noch was dazu ein? :-?

    Gruß
    Cogito
     
    #1 1. September 2004
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  3. Pre
    Pre Bekanntes Mitglied
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    kommt mir bekannt vor, hatte für ähnliche probleme!!!

    was zum einen an veränderten wasserwerten liegen kann, oder einfach daran, das manche der fische unter stress geraten sind!!!

    hast du bei den barben eine verändertes verhalten festgestellt???
     
    #2 1. September 2004
  4. Frika
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    Nein, eigentlich verhalten sie sich so wie immer. Gerade habe ich übrigens die vierte tote Barbe aus dem Becken gefischt. :sad:
    Das verrückte dabei ist ja, daß es (bisher) NUR die Keilfleckbarben erwischt hat, und auch nur die "ältere" Generation. Die waren jetzt ungefähr 2-3 Jahre alt. Ich habe noch Antennenwelse, Fadenfische, Rüsselbarben und einen L018. Sind diese Fische zäher?

    Mir ist noch eingefallen, daß ich vor Kurzem Frostfutter gekauft habe (Mückenlarven und Shrimps). Können da irgendwelche Keime drin gewesen sein?

    Mit verzweifelten Grüßen
    Cogito
     
    #3 1. September 2004
  5. Frika
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    Hallo

    Ich glaube, meine 5 verbliebenen Keilfleckbarben der "älteren" Generation wird auch bald das zeitliche segnen... jedenfalls schwimmen sie oft zur Wasseroberfläche und schwimmen ansonsten sehr wenig umher. Sie "hecheln" auch etwas. Was soll ich tun - sie "erlösen"? Ich habe das noch nie gemacht. Übers Wochenende muß ich weg, wenn die Fische in der Zeit sterben, dann gute Nacht. :sad:

    Den anderen Fischen geht's nach wie vor prächtig. Kann es sein, daß sich die Keilfleckbarben durch die neuen Fische irgendwie "verdrängt" fühlen und deshalb sterben? :-?
     
    #4 2. September 2004
  6. ManniAT
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    Hi Cogito,

    ich kann zwar keine Diagnose stellen, aber sowohl bei Krankheiten als auch bei Vergiftungen hilft es oft, wenn man man richtig Sauerstoff ins Becken bringt.
    Also Sprudler rein, oder Wassserspielgel senken, damit der Filter "reinplätschert".

    Das ist zwar eine "Notlösung", schaden tut es aber kaum. Und wenn es nur um eine "leichte" Sache handelt kann so eine Massnahme evtl. dafür sorgen, dass die "schwere Zeit" leichter überstanden wird!

    lg

    Manfred
     
    #5 2. September 2004
  7. Leo
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    Hall i. T.
    Re: Fischkauf

    Hallo Cogito!

    Deine "Neulinge" haben einen Erreger mitgebracht, für den Deine alte Mannschaft keine Abwehrkräfte hat. Das wäre meine Theorie. Ganz verhindern läßt sich das nie, eine Chance wäre eine Quarantänehaltung der Neuen für 2-3 Wochen in einem seperaten Becken gewesen - aber wer hat schon so was zu Hause ungenutzt rumstehen?
    Mit dem Wasserwechsel hast Du jedenfalls richtig reagiert - Die Anzeichen deuten auf irgendwelche Kiemensachen hin - da wär' der Jürgen gut, wenn's noch nicht zu spät ist, stell's ins Krankheitsforum mit möglichst genauer Beschreibung der Symptome.

    Zu Deiner Frage betreffend Frostfutter: Es kann durchaus sein, daß die (Roten?)Mückenlarven nicht ganz sauber waren - es kann aber auch sein, daß Du zu viel von der für Deine Fische noch ungewohnte Kost verabreicht hast - dabei können auch Gesundheitsprobleme auftreten.
    Kannst Dir merken: Jedes neue Futter langsam einführen, mit ganz wenig anfangen und später mehr geben, dabei altgewohntes Futter in kleinerer Menge dazugeben.
     
    #6 2. September 2004
  8. Frika
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    Hallo Leo

    Das mit den fehlenden Abwehrkräften klingt einleuchtend. Komisch ist nur, daß nur die Keilfleckbarben davon sterben. Den anderen Fischen gehts ja gut. Selbst wenn die Erreger im Frostfutter waren müßten doch eigentlich auch die anderen Fische davon befallen werden...?
    Ich fahre morgen mal ins Zoogeschäft, lasse eine Wasserprobe machen und kaufe mir ein Wassertestset. Wenn das Wasser ok ist, weiß ich wenigstens sicher, daß es was bakterielles ist und es nicht am Wasser liegt.

    Gruß
    Cogito
     
    #7 3. September 2004
  9. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    >> Kann es sein, daß ich mir mit den neuen Fischen eine Krankheit eingeschleppt habe?

    Davon musst du ausgehen. Interaktionen mit Krankheitserregern finden sowohl von Neuzugängen auf den Altbestand wie auch umgekehrt von den Altfischen auf die Neuzugänge statt. Heißt in der Praxis: die neuen können die alten anstecken, selber nicht erkranken (weil immun), und umgekehrt - die alten können die neuen anstecken (weil nicht immun bzw. mit geschwächtem Immunsystem).

    Was letztendlich die Ursache für die Erkrankung ist - k.A. Die Palette kann von zu raschem Einsetzen bzw. Nichtanpassung der Wasserwerte und i.d.F. einer bakteriellen Infektion der Kiemen infolge Reizung bis zu einem massiven Befall mit Hauttrübern (die auch auf die Kiemen gehen können) reichen.
    Wenn du dir heute die Wassertests besorgst nimm auch gleich was für die Zierfischapotheke mit, am besten ein Breitbankmedikament (z.B. sera omnisan oder esha 2000). Mehr kann man jetzt nicht raten, vielleicht wenn du ein wenig mehr zu den Symptomen der Fische (äusserlich) posten könntest? Dann wäre noch der Zeitraum vom Einsetzen der neuen Fische bis zum Ausbruch der Krankheit sehr wichtig.

    Ah - man wird mit der Zeit nachlässig, wenn das Aquarium lange Zeit prächtig funktioniert. Neue Fische werden eingesetzt, die Wasserwerte passen ja scheinbar gut. Nun ist es so, dass sich Fische im Aquarium möglicherweise über einen sehr langen Zeitraum an ungünstige Bedingungen anpassen konnten, ohne Schäden zu zeigen. Bei Neuzugängen, die meistens innerhalb weniger Minuten einen Milieuwechsel durchmachen müssen, kann das böse enden.
    Aquaristik nach Gefühl ist eine tolle Sache, nur - Wissen oder Erfahrung ersetzt es nicht. Es kann, wenn es um Tiere geht, keine Gefühlsentscheidungen geben, wenn eine zu erfüllende Grundforderung die möglichst artgerechte Haltung sein soll, da zählen nur Fakten.

    Allerdings muss ich selber gestehen, dass ein Gutteil meiner Erfahrungen im Umgang mit Fischen auf dem Wege der Antizipation entstanden ist: welches Moskito-Rasbora-Männchen könnte mit welchem Weibchen am besten zur Zucht eingesetzt werden? Wenn man dann allerdings den Erfolg hinterfragt gelangt man oft zur Erkenntnis, dass die scheinbare 'Gefühlsentscheidung' oder 'Massnahme aus dem Bauch heraus' eine Konsequenz der aktuellen oder vergangenen Beobachtungen und der angesammelten Erfahrung, angereichert um Literaturwissen, darstellte.
    Ich höre oft von Aquarianern älteren Semesters (50+), dass niemals Wassertests gemacht wurden, dass 'Wasserwechsel' nur im Nachfüllen des verdunsteten Wassers durchgeführt wurden und es trotzdem wunderbar funktioniert hat. Fragt man weiter kann man allerdings oft heraushören, dass

    - die Becken fast immer über 100 Liter fassen
    - der Fischbesatz äusserst gering gehalten wurde
    - meistens viele Pflanzen im Becken sind

    Sicher haben sich manche Ansichten geändert, zum Teilwasserwechsel z.B. Ich höre diesen Leuten dennoch sehr aufmerksam zu, man kann von ihnen viel lernen. Und hakt man einmal nach, siehe da: die Leute sind belesen! Diese 'Erfolgreiche Aquaristik nach Gefühl' basiert auf einem Grundwissen, das entweder durch eigene Erfahrungswerte, Stammtischgespräche oder Literatur angeeignet wurde. Sie ist nicht besser oder schlechter als der tägliche Umgang mit pH-Meter und die Auswertung von Wasserwerten, sie ergibt sich durch jahrelange Beschäftigung mit dem Aquarium und aufmerksame Beobachtung der ablaufenden Prozesse.

    Lg
    Jürgen
     
    #8 3. September 2004
  10. Frika
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    Hallo Jürgen

    Danke für die ausführliche Antwort!

    Heute morgen habe ich wieder zwei tote Keilfleckbarben aus dem Becken gefischt :( Jetzt habe ich noch 3 "alte" Keilfleckbarben, die aber auch schon kränkeln, d.h. sie fressen nicht, schwimmen wenig herum und hängen wie nasse Säcke im Wasser. Sie sind auch etwas blass. Ich gehe davon aus, daß auch sie bald das zeitliche segnen wird. Die Krankheit ist ca. eine Woche nach dem Einsetzen der neuen Fische ausgebrochen. Im Lauf der letzten beiden Wochen sind mir nun 6 Fische gestorben. Die Fische hatten allesamt ein Loch in der Bauchgegend. Den Wasserspiegel habe ich gesenkt und gestern für ein paar Stunden den Sprudler laufen lassen.

    Heute nachmittag fahre ich ins Zoogeschäft, lasse dort mal das Wasser testen und nehme ein Medikament mit. Auf jeden Fall werde ich bei Dehner zukünftig keine Fische mehr kaufen! :x

    Falls die 3 übrigen Fische nicht überleben, wovon ich jetzt mal pessimistischerweise ausgehe, habe ich nur 6 kleine Keilfleckbarben. Das ist m.E. zu wenig, deshalb würde ich gerne bald ein paar neue dazukaufen. Ich werde mal einige Zeit abwarten und die übrigen Fische beobachten ob sie wirklich so immun sind wie es momentan aussieht. Nach wieviel Tagen (oder Wochen) meint ihr, daß ich mir da sicher sein kann?

    Zu dem Medikament: Ich nehme an, daß da eine ausführliche Anleitung dabei ist, was die Dosis, Wasserwechsel, Fütterung während der Medikation, etc. angeht.. Dennoch wäre ich dankbar für ein paar Infos was man dabei generell beachten muß. Ich nehme an, daß das Medikament auch die "guten" Bakterien im Wasser/Filter dahinrafft. Soll ich mir also besser noch einen solchen Biostarter (Reinigungsbakterien) dazukaufen? (Habe "sera nitrivec" zuhause). Muß ich damit rechnen, daß einige der "empfindlicheren" Fische diese Prozedur nicht überstehen? (Habe, wie gesagt, Keilfleckbarben, Rüsselbarben, Blaue/ Mosaikfadenfische, Antennenwelse und einen L018)

    Danke schon mal im Voraus, ihr seid echt lieb :!:

    Gruß
    Cogito
     
    #9 3. September 2004
  11. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    >> Die Fische hatten allesamt ein Loch in der Bauchgegend. Den Wasserspiegel habe ich gesenkt und gestern für ein paar Stunden den Sprudler laufen lassen.

    >> Heute nachmittag fahre ich ins Zoogeschäft, lasse dort mal das Wasser testen und nehme ein Medikament mit. Auf jeden Fall werde ich bei Dehner zukünftig keine Fische mehr kaufen!

    Hmm... ich lehne mich mal recht weit aus dem Fenster: möglich, dass du mit den Neuankömmlingen die Fischtuberkulose in dein Becken gebracht hast. Vor allem Fische aus Massenzuchten, und die Keilfleckbärblinge gehören als Asien-Massenware sicher dazu, sind davon fast immer betroffen.

    Mit einem Medikament kannst du da nichts erreichen. Ich würde sofort alle Keilfleckbärblinge, auch die gesunden, separieren. Wenn du kein Extrabecken für die scheinbar gesunden, aber infizierten Keilfleckbarben zur Verfügung hast, bring sie zu Dehner zurück. Damit ist zwar niemandem gedient, schon gar nicht dem nächsten Kunden, der die Fische dann wieder kauft, aber warum sollst du dafür büssen?

    Immerhin besteht auch für dich Gefahr, dass du dich lokal oberflächlich auf der Haut mit dem Tuberkulose-Bakterium infizierst, was dann in einem Schwimmbadgranulom enden kann.

    Eigentlich müsstest du auch die gesunden Keilfleckbärblinge vernichten, der Zusammenhang zwischen Neubesatz und Erkrankung der Altfische ist zu offensichtlich, auch die Inkubationszeit passt. Zuvor solltest du dich allerdings bei einem Tierarzt per Untersuchung versichern, dass es sich um Fisch-TBC handelt.

    Man kann nur hoffen, dass es das dann auch war, und dass du nicht wie Danni ständig unerklärliche Ausfälle in deinem Becken befürchten musst.
    Keine guten Nachrichten.

    Lg
    Jürgen
     
    #10 3. September 2004
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