Euthanasie

Dieses Thema im Forum "Zierfischkrankheiten und Plagegeister" wurde erstellt von Christian, 13. September 2003.

  1. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hi Leute,

    ich muß mal aus einem eher traurigen Anlaß posten. :cry: Ein paar meiner Platies haben plötzlich stark die Flossen geklemmt und weiße Stellen bekommen. In Rücksprache mit Jürgen haben wir dann eine ganze Menge von Mittel porbiert, aber bei 2 Fischen hat sich keine wirkliche Besserung eingestellt. Ein Fisch, bei dem sich die Krankheit noch verschlechtert hat und der ganz mager wurde, hat dann Jürgen zu sich in Obhut genommen, um ihn eine Megakur zu verpassen :doc: , aber leider ist der Kleine seiner schweren Krankheit erlegen. Heute hab ich bemerkt, wie der zweite schwer Kranke, mager wird, nur noch an einer Stelle steht und nichts mehr frisst.

    Jetzt drängt sich bei mir der Gedanke auf, nachdem ich das Schicksal ja bereits kenne, ob ich etwas Sterbehilfe leisten soll oder ob die Hoffnung noch lebt. Ich möchte ja den Kleinen nicht unnötig leiden lassen. Wenn ja, wie macht man denn so etwas am humansten? In einem Buch hab ich gelesen, dass man ihn in kochendes Wasser werfen soll, aber das kommt mir jetzt dann doch etwas herb vor.

    Lg, WM :tear:
     
    #1 13. September 2003
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: Wie töte ich einen Fisch?

    Hallo,

    dieses Thema wird eigentlich in allen Foren ziemlich emotional diskutiert, ohne dass man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann.

    Einmal ausgehend davon, dass man den Fisch töten soll ohne dass er leidet drängt sich die Frage auf, wie schnell kann man mit welcher Methode das Tier in kürzester Zeit in einen Zustand bekommen, in dem er (der Fisch) vom Tötungsvorgang nichts mitbekommt (... und also nicht leiden kann).
    Ob man allerdings verhindern kann dass der Fisch bemerkt "dass er stirbt" kann bisher niemand beantworten. Allerdings kann man durchaus davon ausgehen dass für einen Fisch, wenn man ihn aus dem Wasser (Aquarium) fängt, sein letztes Stündlein geschlagen hat.
    Ich denke daher, dass man die Zeit vom Fangen bis zum Töten möglichst kurz halten sollte.

    1. Bei kleinen Fischen: Genickschnitt hinter den Kiemendeckeln mit einer scharfen Schere oder mit einem Messer. Der Fisch ist sofort tot, allerdings "lebt" das Gehirn noch einige Zeit weiter.
    2. Bei größeren Fischen: Betäuben durch einen starken Schlag auf den Schädel, Genickschnitt, anschliessend Herzstich mit einem Messer. Der Fisch ist sofort tot.
    3. Kochen: der Fisch wird in kochendes Wasser geworfen und dürfte nach wenigen Zehntelsekunden tot sein. Eine brauchbare und zuverlässige Methode für Aquarienfische. Diese Methode sollte man jedoch bei kleinen Fischen anwenden, bei größeren Tieren dauert es einfach zu lange, bis der Tod eintritt. Man sollte hier nicht mit zweierlei Maß messen: solange für den (überflüssigen!) Verzehr von Krebsen und Langusten die Zubereitung in kochendem Wasser erlaubt ist, spricht auch nichts gegen diese Tötungsart.
    4. Einfrieren: es wird eine hochkonzentrierte Kochsalzlösung zubereitet und im Gefrierschrank solange aufbewahrt, bis sich eine (Süsswasser)Eisschichte zu bilden beginnt. Dieses Wasser ist nun auf unter Null Grad Celsius abgekühlt. In dieses Wasser gibt man den Fisch hinein. Dadurch wird der Fisch "schockgefroren" und er soll von diesem Vorgang weniger mitbekommen (fühlen) als bei der Variante mit heissem Wasser.
    Ursache: "Heiss" wird als wesentlich schmerzhafter empfunden als "kalt".
    Die Zeitspanne bis zum Tod (bis der Kreislauf zusammenbricht) soll bei der Eiswassermethode kürzer sein als beim Kochen, und der Fisch empfindet dabei weniger Schmerzen als im heissen Wasser.

    Nachdem den meisten der Zugang zu chemischen Betäubungsmitteln verwehrt ist kann (und möchte) ich auf diesen Punkt nicht weiter eingehen. Wer sich nicht darübertraut kann sich in dieser Angelegenheit an jeden Tierarzt wenden.

    Lg
    ziffo
     
    #2 14. September 2003
  4. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Heute war es leider soweit, dass ich ihn töten musste. Zuerst hätte ich gedacht, dass er schon gestorben ist, aber dann hab ich gesehen, dass sich seine Kiemen noch bewegt haben.

    Aus lauter Verzweiflung, weil ich nicht wußte was man richtigerweise tut hab ich die Heiß Wasser Methode angewandt, die mir aber selbt nicht ganz optimal vorkam, obwohl sie sehr schnell war. Zu einem Schnitt war leider werder meine Freundin noch ich in der Lage.

    Aus persönlichem Interesse würde ich aber gerne wissen, ob es möglich wäre, den Fisch in ein Glas zu setzen und dann durch Zugabe eines Opiates (Morphin oder Fentanyl) zu töten. Ich will ja nicht sagen, dass ich soetwas zu Hause hab (auf Besuch der Herrn in Grün kann ich gut verzichten), aber rein theoretisch wäre es sehr fein das zu wissen. Macht es sonst mehr Sinn sie in eine Kalium Lösung zu setzen?

    Lg und vielen Dank, William Morton
     
    #3 14. September 2003
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    schau mal auf dieser Seite vorbei.

    Keine Ahnung, aber eher nicht. Vergiften scheint mir eine eher langwierige Methode zu sein. Man könnte den Fisch mit bestimmten Mitteln vorher betäuben, um dann den Genickschnitt durchzuführen, wenn man Zugang zu diesen Betäubungsmitteln hat.
    Ich frage mich dann nur: wohin mit den Resten des Giftes? Ins Klo - auf diesem Weg in die Kläranlage - von dort in den Fluss - von dort in die Nahrungskette?
    Hand aufs Herz: wer immer diese Methode (wie im Link oben empfohlen) als der Weisheit letzter Schluss empfiehlt muss davon ausgeht, dass sowas auch gemacht wird: also, das Entsorgen der Reste im Klo. Wenn man die Medikamentenreste zum Tierarzt zurückbringt wird der keine Freude haben, und in der Problemstoffsammelstelle sind die Leute auch damit überfordert.
    Ich halte die Tötung mit Gift nur zulässig wenn man zur Verwendung solcher Stoffe auch befugt ist, also Tierärzte oder Laboratorien.

    Ansonsten bin ich der Meinung dass die Genickschnitt-Methode am zuverlässigsten ist.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 15. September 2003
  6. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    ah - eine Anmerkung hab ich noch anzubringen:

    Bitte tote Fische oder Wirbellose NICHT ins Klo spülen, sondern zum Restmüll oder zum Biomüll geben.

    Warum? Auch wenn das Ansteckungsrisiko für viele tropische Krankheitserreger bei einheimischen Fischen aufgrund der tiefen Gewässertemperaturen gering ist KÖNNEN theoretisch Krankheitskeime auf dem Weg durch die Kläranlage in natürliche Gewässer gelangen und dort Schäden anrichten. Mir fallen da spontan alle bakteriellen Infektionen ein, die Aquarienfischen zu schaffen machen könnten. Wenn auch bei Fischen die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, so können z.B. importierte Krebse der Gattung Procambrus sp. von der Krebspest befallen sein. Diese Krankheit macht ohnedies den heimischen Edelkrebsen sehr zu schaffen und eine weitere Verbreitung könnte auf diesem Wege durchaus erfolgen.

    Ist mir (als Denkanstoss) gerade eingefallen...
     
    #5 15. September 2003
  7. Philipp
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    Ich hab bis jetzt nur Erfahrung damit Guppys umzubringen - weil die bei mir immer magerer geworden sind und irgendwann dann nur mehr apathisch an der Wasseroberfläche gehangen sind...

    Ich hab es so gemacht: Rausfangen mit dem Käscher (oder Kescher? oder wie?). Dann schnell ausholen und den Käscher (oder Kescher? oder wie?) volle pulle auf die Tischplatte knallen. Danach ist der Fisch mal sicher betäubt... wenn nicht eh schon tot. Zur Sicherheit hab ich dann immer noch Kopf-ab gemacht (ist wesentlich einfacher als wie wo wenn der Fisch noch ummerzwatselt).

    lg
    Philipp
     
    #6 15. September 2003
  8. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo Phillip,

    diese Methode kann zur Betäubung kleiner Fische sicher angewandt werden, man muss es nur auch können (oder übers Herz bringen). Es ist tatsächlich schwierig bei einem Fisch in der Grösse eines Guppys oder Neons einen sicheren und schnellen Genickschnitt durchzuführen, und mit nur einem Schlag kann man Fische dieser Grösse auch nicht betäuben.

    Lg
    Jürgen
     
    #7 15. September 2003
  9. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo,

    ich kann mir gut vorstellen, dass diese Methode wirkt, aber ich hab das einfach nicht über Herz bringen können die Mutter von 13 wunderbaren kleinen Platies kaltblütig zu dekapitieren.

    Ich suche nach einer chemischen Methode und die Idee mit den Schmerzmitteln einen Atemstillstand zu erzeugen gefällt mir da schon etwas besser, das ist dann für sie und mich human. Ich hab in einem Buch über tierexperimentelle Tötungstechniken nachgeschlagen, die gesetzlich anerkannt sind und was ich da gelesen hab, hat mir auch nicht wirklich weitergeholfen: Homogenisator????

    Lg, WM
     
    #8 15. September 2003
  10. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    In welchem Zusammenhang? Was ich noch weiss ist das so eine Art "Mixer", in dem man je nach Rotatiosgeschwindigkeit z.B. feste von flüssigen Bestandteilen trennen kann, z.B. Rahm von Milch trennen. In Labors nimmt mans zur Vorbereitung von Proben für weitere Untersuchungen...
     
    #9 16. September 2003
  11. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo,

    das steht in diesem Buch unter anerkannte Tötungsmethoden von Versuchstieren, gleich unter Guillotine und Bolzenschußapparat. Was man sich genau darunter vorstellen soll, weiß ich leider auch nicht. Bild ist auf alle Fälle keines dabei, sonst würd ich es sicher posten,

    Lg, WM
     
    #10 16. September 2003
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