Guppyseuche

Dieses Thema im Forum "Zierfischkrankheiten und Plagegeister" wurde erstellt von Tatjana, 21. August 2004.

  1. Tatjana
    Tatjana Bekanntes Mitglied
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    Hi ,

    hier ein Thema dass mich einfach nicht mehr loslässt. Die sogenannte Guppyseuche.
    Symptome: als erstes bekommen sie einen krummen Rücken, dann fangen sie meist in einer schaukelnden Art zu schwimmen, wenn es dann weiter Fortgeschritten ist, beginnt die Flosse zu zerfransen und die Guppys bekommen eine sehr dunkle Farbe, sie werden apathisch und fressen kaum mehr. Endet immer tötlich. Die Weibchen bekommen es meist nach dem ersten Wurf, bei den Männchen ist es unterschiedlich. Manchmal sind sie 2 Wochen bei mir, andere wieder schon 4 Monate und bekommen es dann.
    Vielfach wurde mir erklärt dass die Guppys meist überzüchtet sind und deshalb geschieht das oder die Guppys kommen meist aus Asien und sind vollgepumpt mit Antibiotika-Salzgemisch.
    Das allein kanns aber nicht sein, denn dann würden andere Fische ( die auch überzüchtet sind), ähnliche Symptome haben, es bekommen aber immer nur die Guppys. Antibiotika- Salzgemisch, habe es mit Salzzugabe probiert, aber muss deswegen trotzdem immer mal wieder Verluste beklagen, also dies kanns auch nicht sein.
    Wäre es nicht mal interessant diesem auf den Grund zu gehen? Denn es kommt meist nur bei den gekauften Guppys vor, die Nachkommen haben es fast nie. Ist also nicht verrebar oder doch?
    Leider bin ich weder ein Chemiker noch ein Tierarzt, habe somit keine Möglichkeit der Sache auf den Grund zu gehen.
    Wer hat die gleichen Erfahrungen gemacht? Wer hat so ein Guppy doch durchgebracht oder er wurde wieder gesund?
    Wer weiss da mehr?
    Hier einer im Anfangsstadium:

    [​IMG]
    [​IMG]
     
    #1 21. August 2004
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  3. slyfer
    slyfer Bekanntes Mitglied
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    Hi!
    Meine Guppys hatten auch mal so ne Seuche das sind insgesamt 50-60 stück bei gestorben und so ca 5 Guppys sind durchgekommen.Habe sie in Eimer getan und sie überlebten! Die ich mir aber gekauft hatte waren nicht überzüchtet!


    Mfg
     
    #2 21. August 2004
  4. bourricot
    bourricot Bekanntes Mitglied
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    Leider habe ich auch einen Guppy, auf den die Symptome zutreffen könnten..... Da ich nicht weiß, wie sehr ansteckend das ist, werde ich ihn sofort separieren, wenngleich das kleine AQ erst heute in Betrieb genommen wurde (mit 50-60% Wasser vom bereits laufenden AQ).
    Falls es zum Nitritpeak kommen sollte, hat er Pech gehabt.
    Lieber einen als alle!

    Mehr Informationen zur Guppyseuche würde mich auch sehr interessieren!!!

    LG Bourricot
     
    #3 21. August 2004
  5. wklotz
    wklotz Moderator
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    Hallo Tatjana!

    Ich möchte dir mal kurz von der Zeit erzählen, wo ich nach längerer Zeit mit Kaltwassertieren das erste mal wieder auf ein Warmwasserbecken umgestellt habe. Meine beiden Töchter waren damals in dem Alter, wo sie sich intensiv mit den Tieren zu beschäftigen begannen und ich wollte mit sich problemlos vermehrenden Guppys ihnen näher bringen, wie sich die Fischer vermehren.

    Das Becken war seit einigen Jahren als Kaltwasser- (eigentlich Zimmertemperatur-) Becken mit heimischen Insektenlarven und Schneckenarten besetzt und demnach bestens eingefahren. Über den Zeitraum von 3-4 Monaten erhähte ich die Temperatur um etwa einen Grad pro Monat auf 24 Grad Celsius um den Wasserpflanzen und Mikroorganismen Ziet für die Umstellung zu geben. Nach etlichen Jahren
    als Aquarianer rechnete ich nicht mehr mit Problemen mit Arten wie den Guppys. Ich kaufte mir in einer Zoohandlung 6 gesund aussehende Guppys und setzte sie in meine Becken. Innerhalb von 4 Tagen verstarben alle Tiere. Von "schlechten Importen" und "Antibiotikasuppe" hatte ich natürlich auch gehört, so bresorgte ich mir Tiere von einem anderen Händler. Nach einer Woche war ich wieder ohne Guppys. Ein dritter Versuch folgte, wieder mit den schöner gezeichneten Tieren von ersten Händler. Auch diesmla begann wieder das Sterben im Becken.
    Nach dem die Hälfte der verendet waren, begann ich mit einem Rettungsversuch. Ich härtete das Wasser auf 11 Grad KH auf und setzte 0,5g/l Merrsalz dem Aquariumwasser zu. Schlagartig hatte das Sterben ein Ende. Innerhalb von 3 Monaten hatte ich bereits ca. 100 Tiere im Becken (und damit das klassiche Problem Überbesatz der Guppyhalter) in den folgenden 3 Jahren habe ich mehrfach versucht, von dem Einsatz von Aufhärte- und Meersalz wegzukommen, was jedesmal mit dem Erkranken von Tieren einherging. Verstorbene Tiere zeigten das klassiche Bild der "Bauchwassersucht" - die Bauchhöhle der Tiere war mit Aszites gefüllt, der unglaubliche Mengen an säureresistenten Bakterienstäbchen enthielt.
    Das Erkranken der Tiere erfolgte bei mir auch in der -zigten Generation. Sobald ich das Wasser wieder mit den Salzen versetzte endeten die Erkrankungen schlagartig.

    Für mich stellt sich das Bild heute so dar, dass Guppys erst ab einer gewissen Wasserhärte (oder Salzkonzentration) problemlos zu halten sind.
    Wildguppys scheinen um eineiges Härter im Nehmen zu sein. Allerdings kann ich auch hier bestätigen, dass in Becken, wo die KH z.B: durch starken Schneckenbesatz unter eine gewisse Grenze (etwa 3 Grad KH) sinkt, es zu erkrankten Tieren kommt. Durch einfaches Aufhärten (hier genügte ein Wasserwechsel mit kalkhaltigem Leitungswasser) des Wassers konnten sowohl bei mir als auch bei einer befreundeten Züchterin diese Krankheitsfälle "behandelt" werden.

    mfg Werner
     
    #4 23. August 2004
  6. Tatjana
    Tatjana Bekanntes Mitglied
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    HI Werner,

    das Problem ist, ich salze auf. Da meine letzte Gesamthärte sehr hoch war, salzte ich beim letzten WW nicht auf. Bummmm sind meine zwei schönsten Männchen krank, mit genau diesen Symptomen, schaukeln, Krümmung der Wirbelsäule etc. Schaut nicht gut aus für die zwei.
    Nun meine Frage, wieviel soll ich aufsalzen? Und meinen Otocinclus wird das sicher nicht gut tun oder?
    Wieviel Härte werde ich brauchen? Momentan habe ich 5 GH und 7 KH.
    Ist das ganze ansteckend? Muss ich die kranken raustun?
    lg
    Tatjana
     
    #5 23. August 2004
  7. ManniAT
    ManniAT Bekanntes Mitglied
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    Hallo Leute,

    ich kann ähnliches berichten. Mal abgesehen davon, dass oft frischgekaufte Guppies nach 2-3 Tagen "einfach so" tot sind gehören die Guppies eigentlich per Definition zu den Fischen, die am häufigsten sterben.

    Wir haben unser Aufzuchtbecken von KH 13+ GH 17+ auf KH 7 GH 11 umgestellt (binnen 2 Wochen). Damit entspricht es den anderen Becken.
    Und siehe da, 2 Guppies haben dieses Wasser nicht vertragen. Oder sie sind "einfach so" gestorben.

    Obwohl immer wieder Wasser im neutralen Bereich empfohlen wird fühlen sich diese Fische anscheinend in härterem (leicht alkalischen) Wasser wohler.

    Fakt ist, das Sterben der Guppies ist bei mir noch nie ein Massensterben gewesen. Da schimmen ein paar Monate einige Guppies im Becken. Sie sind fröhlich, vermehren sich und eines Tage ist eine(r) tot. Einfach so.
    Alle anderen verhalten sich völlig normal!

    Tatjana wird mich jetzt vielleicht schimpfen - aber ein großer Freund dieser Fische bin ich nicht!
    Da jedoch bei uns im Haus die Damen den Ton angeben und diese die Guppies lieben.......

    Ach ja, der Grund für meine "Nichtvorliebe" ist, dass die Fische im Handel IMHO recht anfällig (überzüchtet, antibiotikasüchtig,...) sind und zudem die Tiere wenig Verhalten zeigen.
    Wer wissen möchte was ich mit "Verhalten" meine, der soll sich einmal Barscheltern ansehen, die ihre Kids durchs Becken führen!

    Bei den Guppies gibts so was ja auch - die Mutter wirft ein Junges, und dann entbrennt der Wettlauf - wer kann das kleine zuerst fressen? Die Mutter selbst oder ein anderes Familienmitglied :lol:

    lg

    Manfred
     
    #6 23. August 2004
  8. wklotz
    wklotz Moderator
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    Hallo Tatjana!
    Ich müsste in meinen Protokollbüchern nachlesen, aber ich glaube mich erinnern zu können, anfänglich auf 1g/l dann bald nur mehr auf 0,5 g/l aufgesalzen zu haben. Aufgehärtet habe ich auf 11 Grad KH, unterhalb 9 Grad begannen bei mir die Erkrankungen.
    Ob die Welse ein solches Eingreifen in die Wasserchemie tolerieren können, kann ich dir nicht sagen, da ich mich mit diesen Arten nie beschäftigt habe, ich denke Jürgen kann dir da sicher Antwort geben. Von der Herkunft der Tiere her würde ich aber auf ausgesprochene Weichwasserarten tippen.
    Die bei meinen erkrankten Fischen nachgewiesenen Bakterien sind prinzipiell hoch infektiös, sogar für den Menschen (Schwimmbadgranulom). Ich bin jedoch sicher, dass solche Macobacterien in jedem Aquarium zu finden sind. Erst wenn Tiere durch für sie schlechte Haltungsbedingungen (Stress durch andere Bekcenbewohner, unpassende Wasserwerte,...) geschwächt werden, kann es zum Auftreten von Erkrankungen führen.

    Für mich ist heute klar, daß ich nur mehr Tiere in Artenbecken oder in überschaubaren Artengruppen die klar zueinanderpassen halte. Gesellschaftsaquarien, die nach primär optischen Gesichtspunkten (ein oder zwei von den lustigen Bodenwelsen, dann ein paar leuchtende Neons, dazu ein paar Schwimmfreudige Sumatrabarben und als Tüfchen noch einen Kampffisch) halte ich für sehr bedenklich.
    Wobei bei den Guppys "zusammenpassend" auch heißen kann, einen Fressfeind, der den Bestand in Grenzen hält, wie bei mir z.B. Macrobrachium Garnelen im Becken zu haben. Gerade bei den Guppys würde ich behaupten, enweder sie halten sich im Becken nicht unf gehen recht bald ein, oder aber sie vermehren sich so stark, dass man ohne effektive "Geburtenkontrolle" ständig einen Überbesatz riskiert.

    mfg Werner
     
    #7 23. August 2004
  9. Tatjana
    Tatjana Bekanntes Mitglied
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    Hi ,

    ich wäre froh hätte ich Guppyschwemme. Mein Guppybecken ist folgendes:
    112l, 6 Guppy-Weibchen, 3 Gupppy-Männchen,, 3 Platys und 3 Otocinclus.
    Also die Mischung haltet sich in Grenzen, eben weil ich das Guppyproblem kenne.
    @ Manfred, es haben beide Arten ihre Reize und auch Nachteile.
    Nachteile Guppys: sind Kannibalen, Krankheitsanfällig.
    Vorteile: absolut schön, lustig zum Beobachten, absolut friedlich wenn die anderen grösser als 1.5cm sind.
    Nachteile Barsche: richtige Rüppel anderen gegenüber, meine zumindest brauchen recht hoher PH wert.
    Vorteile: super sozialverhalten
    Man könnte Vor- und Nachteile sicher um einiges erweitern, aber ich wollte mich aufs Wesentliche beschränken.
    lg
    Tatjana
     
    #8 23. August 2004
  10. Gregor
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    Dito hier. Sämtliche Weibchen bei uns gehen ca. 3-4 Wochen nachdem sie geworfen haben ein. Ärgerlich, weil ein paar wunderschöne dabei waren. Männchen sind bei uns glücklicherweise nicht von "der Seuche" betroffen. Mittlerweile behalten wir uns nur mehr die schönsten Männchen(babies). Weibchenbabies werden abgegeben. Vorteil: Kein Guppyüberbesatz und kein Guppysterben.
     
    #9 23. August 2004
  11. ManniAT
    ManniAT Bekanntes Mitglied
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    Hallo Tatjana,

    das ist völlig klar, ich wollte ja nur meine persönliche Vorliebe zum Ausdruck bringen! Und hassen tu ich die Guppies sicher nicht - sie sind halt nicht wirklich meine Metier, obwohl, und da stimme ich dir voll zu, es sehr schöne Tiere darunter gibt!

    Einem "Gerücht" muss ich allerdings wiedersprechen - hoher PH bei Chiliden! Wir halten afrikanische Barsche aus folgenden Gründen:
    Die Fische sind in neutralem Wasser zu halten.
    Die von uns gepflegten Arten sind gesellschaftsfähig - also kaum agressiv.

    Zu einem reinen Chilidenbecken haben wir uns noch nicht durchringen können. Beim 470er kam die Idee auf, es wurde aber wieder ein Gesellschaftsbecken.
    Obwohl eigentlich beim Linzer Wasser (PH um die 8, KH 14+ GH 17+) ein Chilidenbecken wunderbar mit LW gefahren werden könnte.
    Aber wir alle (ohne Ausnahme) mögen schöne grüne Becken, die von verschiedensten Fische bewohnt werden!

    Anbei: meine Gattin sieht die Barsche so wie ich die Guppies. Sie findet gewisse Vorzüge, aber es ist nicht "ihr Fisch". Hauptargument - die schauen so grantig :)

    lg

    Manfred
     
    #10 23. August 2004
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