kranke Phantomsalmler

Dieses Thema im Forum "Zierfischkrankheiten und Plagegeister" wurde erstellt von Anonymous, 22. Januar 2004.

  1. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hallo Jürgen,

    danke für die vielen Ratschläge. Er werd die Tipps mal umsetzen und genau beobachten wie sie sich verhalten.

    PH hab ich in den letzten 10 Tagen mittels Osmosewasser gesenkt. Hatte vorher, PH 7.4 wenn die CO2 Düngung ausgefallen ist jetzt hab ich so ca. 6,8 bei KH 4. Vorher hatte ich KH 8-10 und GH 17.

    Ich hab zufällig Wasserlinsen im Becken, die ich eh nicht mehr wegbekommen habe. Die werd ich mal wuchern lasse, das sollte dann auch für genug "Schatten" sorgen, oder?

    Zu guter letzt beantworte ich die Frage nach den Phantomsalmlern. Ich hatte ursprünglich 9 Stück jetzt sind's nur noch 6. Vor ein paar Tagen ist einer gestorben. Er hatte am Ansatz der Schwanzflosse einen "Knoten" der beinahe Kugelrund war mit ca. 3-4mm ø. Er war Dunkelbraun gefärbt, wirkte etwas Pilzig. In einem anderen Zierfischforum hab ich meine Sorge geschildert, aber mir konnte keiner wirklich helfen. Auch an den anderen Flossenansätzen war er dunkel verfärbt, aber nicht so stark wie an der Rückenflosse.

    Hier ein Photo des schließlich toten Fisches. Am vortag schwamm er noch rum und dann trieb er so an der Frontscheibe vorbei. Ich hätte auf Fischtuberkulose getippte, aber sicher bin ich mir da nicht:

    [​IMG]

    Eventuell könnt Ihr mir weiterhelfen.

    Ich hab seitdem dieser gestorben ist, das Wasser mit Vitamintropfen versehen und es scheint sich eine leichte Besserung an den beiden anderen Fischen, die betroffen sind, einzustellen.
     
    #1 22. Januar 2004
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: Phantosalmler

    Hello,
    werd am Abend wenn ich zuhause bin, nachlesen, Antwort folgt; zeigen die anderen Phantomsalmler ähnliche Symptome?

    Lg
    Jürgen
     
    #2 23. Januar 2004
  4. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hi Jürgen!

    ja, auch 2 andere haben ähnliche Symptome. Sie sehen schrecklich aus, schwimmen aber noch recht fröhlich herum und fressen auch. :cry:

    Vielleicht sollten wir das im Forum "Zierfischkrankheiten" weiterdiskutieren.
     
    #3 23. Januar 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
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    Re: Phantomsalmler

    Hallo Kienes,

    Ich hab mal versucht anhand Deiner Bilder eine Diagnose vorzunehmen. Hab mir erlaubt auch die Bilder auf zierfischforum.de anzusehen, bei einem Foto kann man die Symptome ganz deutlich erkennen.
    Nach dem Ausschlussprinzip vorgehend ist dabei eine Krankheit übriggeblieben:

    Sporozoenerkrankung (Knötchenkrankheit): Einzellige (Glugea) oder mehrzellige (Mixosporea) Erreger. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme mit der Nahrung (Lebendfutter), evt. auch durch Kontakt mit der Haut oder den Kiemen. Dabei werden von den Mixosporidien Polfäden ausgeschleudert, die beim Fisch ins Gewebe eindringen und dort Sporen verankern. Einige Arten erzeugen auf der Haut, auf den Flossen und den Kiemen runde, seltener ovale oder wurmförmige, weisse, weissliche oder gelbliche Knoten mit einer Grösse von 0,5 bis 3 mm (Mixosporea). Auf der Oberfläche der Zyste bleibt die natürliche Pigmentierung der Fischhaut einigermassen erhalten, als Reaktion auf die Zyste können auch verstärkte schwarze Pigmentierungen auftreten.
    In weiterer Folge ist ein Aufplatzen der Zyste möglich, sekundär kann sich die Wunde bakteriell entzünden oder von Pilzen besiedelt werden.

    Den Anhang 31 betrachten

    Andere Sporozoen wie Nosema oder Glugea bilden Zysten bis 1 cm gross. Sie können auch an den inneren Organen gebildet werden. Auch blutunterlaufene Geschwüre in der Muskulatur, die nach aussen durchbrechen, können hervorgerufen werden. Befallen werden alle Organe und Gewebe, neben der Körperoberfläche die inneren Organe (Darm, Niere, Leber, Milz, Herz, Gehirn, Gonaden) und die Muskulatur.

    Den Anhang 33 betrachten

    Pathogenität: Wenn die Symptome der Knötchenkrankheit auftreten (weisse Knoten an der KÖrperoberfläche) handelt es sich um eine harmlose Form einer Myxosporidieninfektion. Offene Geschwüre oder Infektionen innerer Organe durch M. schädigen die Fische dagegen erheblich. Besonders Infektion mit Arten, die muskelzersetzende Eigenschaften besitzen, führen zu erheblichen Verlusten.

    Therapie: Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Bei grösseren Fischen können die Cysten vorsichtig mit einem Skalpell abgestreift werden. Danach wird der Fisch mit viel frischem Wasser abgespült, um ein Anhaften der Sporen auf der Haut zu verhindern. Besonders Myxosporidien, die sich in der Muskulatur entwickeln und diese zersetzen, sind besonders gefährlich. Hier können gesunde Fische nur gerettet werden, wenn die erkrankten Artgenossen sofort entfernt werden (BAUER). Als einzige Heilungsmethode führt Bauer einen UV-Wasserklärer an, der in einem Quarantäne-Aquarium betrieben wird. Die vom Fisch ausgeschiedenen Sporen werden dabei abgetötet und sind nicht mehr infektiös, dadurch kommt es zum Abklingen der Infektion. Die Methode soll langwierig sein und nicht immer den gewünschten Erfolg bringen.

    Prophylaxe: Installation eines UV-Wasserklärers im Filterkreislauf.
    Einige Arten können durch Tubifex oder Süsswasserplankton (lebend), z.B. Rädertierchen, eingeschleppt werden.

    Fischtuberkulose würde ich als Krankheitsursache ausschliessen, sie tritt hauptsächlich bei durch schlechten Lebensbedingungen vorgeschädigten Fischen auf, weist Zysten und Tuberkel nur in den inneren (und nicht wie bei Deinem Fisch) Organen auf und wird zudem noch von anderen Symptomen begleitet (Bsp. Apathie, Gewichtsabnahme, Schwimmstörungen; im aktuten Stadium Glotzaugen, Hautentzündungen, Augenverlust, Wirbelsäulenverkrümmungen, Nekrosen und Zysten in den inneren Organen).
    Die dunklere Pigmentierung an den Flossenansätzen würde mit dem Befall der Muskulatur mit Myxosporidien-Zysten zusammenpassen. Ansonsten reagieren eigentlich alle Fische bei Unwohlsein mit einer Dunkelfärbung, beim Schwarzen Phantomsalmler dürfte das aufgrund der schwarzen Grundfärbung in den transparenten Flossen am ersichtlichsten sein. Meine erste Vermutung, dass es sich um einen Tumor handelt, habe ich wieder verworfen; das Symptom hätte sich auf einen Einzelfisch beschränkt und keinen ansteckenden, seuchenhaften Verlauf genommen. Auch Deine geschilderten Symptome, dass die Fische noch gut fressen, lassen auf Myxosporidium schliessen, das erst dann gefährlich wird, wenn sich auch die Muskeln (incl. der Kiemen) zu zersetzen beginnen.
    Bei Deinem im Forum geposteten Bild könnte noch zusätzlich eine bakterielle Flossenfäule dazugekommen sein, wenn nicht die Welse für den Flossenfrass gesorgt haben.

    Hoffe ich konnte weiterhelfen,

    Lg
    Jürgen

    Verwendete Literatur: R. Bauer, Erkrankungen der Aquarienfische, S. 119
    Paul Parey Verlag
    Gesunde Zierfische, Tetra Verlag, S. 128
     
    #4 24. Januar 2004
  6. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hallo Jürgen,

    danke für deine Mühe!

    Mit großer sorge, muss ich feststellen, dass die beschriebenen Symptome mit 99% wahrscheinlichkeit auf meine Fische zutreffen.
    Bei einem sieht's aus als hätte er mehrere gelbe knötchen am Schwanzflossenansatz. An allen anderen Flossen kann ich nur eine dunkelfärbung feststellen.

    Tja, das heißt jetzt wohl, dass ich die beiden offensichtlich befallenen Phantomsalmler aus dem Becken fangen und töten sollte. Sehe ich das richtig? :cry:

    Was mache ich mit den anderen? Hältst du es für notwendig, einen UV-Wasserklärer einzusetzen. Allerdings besitze ich nur mein Gesellschaftsaquarium.

    Hast du eine Idee, wie ich 100% sicherstellen kann, dass es sich um Sporozoen handelt?

    Danke,

    Kienes
     
    #5 25. Januar 2004
  7. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,
    Zur eindeutigen Diagnose muss man mit einem Skalpell einen Knoten von der Haut oder den Flossen abstreifen. Meist platzt dabei die Cystenhülle, und die Sporen ergiessen sich nach aussen. Unter dem Mikroskop werden die typischen Sporen mit den zwei Polkapseln sichtbar.
    Wenn Du im Umgang mit dem Mikroskop ungeübt bist, kann diese Untersuchung ein Tierarzt vornehmen. Tierärzte, die sich da wirklich gut auskennen, sind leider rar gesät.
    Ansonsten könnte Dir vielleicht jemand beim Zoologischen Institut der Uni Salzburg oder München weiterhelfen, wenn Du mal anfragst und Deine Sorge schilderst. Wenn Du das Interesse eines Ichthyologen wecken kannst macht er diese Untersuchung vielleicht sogar kostenlos.

    Wenn Du kein Quarantäne-Aquarium hast könnte - wie angesprochen - ein UV-Wasserklärer Abhilfe bringen. Jedenfalls darf ich Dir nicht raten, die Tiere zu töten, sondern Du musst zunächst alles in Deiner Macht stehende versuchen, die Tiere zu heilen, incl. Konsultation eines Tierarztes oder Ichthyologen - erst muss wirklich geklärt sein, WAS es ist.

    Jedenfalls MÜSSEN die beiden offensichtlich mit M. infizierten Fische aus dem Gesellschaftsaquarium heraus, bevor die Zysten platzen und weitere Fische infizieren.

    Hast Du vielleicht ein aktuelles Foto Deiner Phantomsalmler auf Deinem Server liegen? Poste das mal...

    Lg
    Jürgen
     
    #6 25. Januar 2004
  8. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hallo,

    ich hab folgenden Text auf http://www.suesswasser.de/k_erreger.php gefunden:

    Ich isoliere also die beiden offensichtlich erkrankten Fische und alle die verdächtig sind.

    Ob andere auch davon betroffen sind kann ich nicht sagen und ein desinfizieren des Aquariums macht keinen Sinn, wenn ich die selben, eventuell auch befallenen Fische, wieder einsetze.

    Ich werd also beobachten und das bestmögliche für die restlichen Fische tun um Ihre Gesundheit zu erhalten/wiederherzustellen.

    Eine Medikamentöse Behandlung werde ich voraussichtlich nicht durchführen.

    Über Kommentare oder Vorschläge zu meiner Vorgehensweise würde ich mich freuen. :)

    Danke,

    Kienes
     
    #7 25. Januar 2004
  9. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Ich isoliere also die beiden offensichtlich erkrankten Fische und alle die verdächtig sind. >> Gut so. Ein Quarantäne-Aquarium ist dafür die beste Lösung.

    Ob andere auch davon betroffen sind kann ich nicht sagen und ein desinfiszieren des Aquariums macht keinen Sinn, wenn ich die selben, eventuell auch befallenen Fische, wieder einsetze. >> Das sehe ich auch so

    Ich werd also beobachten und das bestmögliche für die restlichen Fische zu tun um Ihre Gesundheit zu erhalten/wiederherzustellen. >> perfekt

    Eine Medikamentöse Behandlung werde ich voraussichtlich nicht durchführen. >> Wenn es sich bei der Erkrankung um M. handelt bringt auch eine medikamentöse Behandlung keinen Erfolg

    Lg
    Jürgen
     
    #8 25. Januar 2004
  10. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hi,

    das Quarantänebecken ist beinahe fertig! Mir fehlen nur noch ein paar Liter Wasser (Osmoseanlage braucht eben ein bisschen) und ein paar Grad Wärmer muss es noch werden. Leider hatte ich bis heute kein 2. Aquarium. Gut das es Leute gibt die sie verkaufen :)

    In einer halben Stunde werd ich sie umsetzen. Ich werd alle Phantomsalmler umsetzen, die auch nur die geringsten anzeichen der Krankheit aufweisen.
    Die anderen scheinen bisher nicht betroffen zu sein, zumindest ist Ihnen äußerlich nichts anzumerken.

    Ciao,

    Daniel
     
    #9 27. Januar 2004
  11. Anonymous
    Anonymous Gast
    Schlussstrich

    Hallo alle miteinander!

    Nachdem ich heute, den letzten der infizierten Tiere zu Grabe getragen habe, hoffe ich, dass meine beiden Becken die Krankheit überstanden haben.

    Im Gesellschaftsbecken, wo sich die letzten 3 Phantomsalmler tummeln scheinen keine weiteren Infektionen aufgetreten zu sein. Es sind alle gesund und munter ohne jegliche Anzeichen auf die Knötchenkrankheit.

    Nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung! Ich hoffe sowas kommt nie wieder vor *aufholzklopf*

    Euer Kienes
     
    #10 2. März 2004
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