Trauermantelsalmler

Dieses Thema im Forum "Zierfischkrankheiten und Plagegeister" wurde erstellt von Carina, 5. September 2004.

  1. Carina
    Carina Mitglied
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    Hallo,

    mir ist vor kurzem aufgefallen, dass zwei meiner Trauermantelsalmler so komische -naja sieht zumindest so aus- Pilze haben. Einer hat die am Maul und an den Stellen, wo die Flosse zum Körper übergeht. Der andere hat das auch an den Flossen und an den Kiemen. Außerdem fressen die Tierchen nichts mehr. Wisst ihr, was das sein könnte?

    Ein DANKE im Voraus

    MFG :hi: Carina
     
    #1 5. September 2004
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    kannst du in etwa sagen, wie lange diese Symptome schon beobachtet wurden?
    Beschreibe diese Flecken mal noch ein wenig ganauer: Farbabstufungen (milchig, schneeweiss, gräulich, mit rötlichen entzündlichem Vorkommen), Lokalität, Abgrenzung zur Fischhaut (scharf, verschwommen, erhaben).

    Lg
    Jürgen
     
    #2 6. September 2004
  4. Carina
    Carina Mitglied
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    Hi,

    ich habe das vor ca. 3 Tagen entdeckt, außer bei einem, der hatte am Maul schon so eine komische Wucherung, doch da es sich nicht ausbreitete und er sich weiterhin normal verhielt, hab ich mir anfangs nicht viel dabei gedacht :oops:

    Also, diese Flecken sind so richtige Wucherungen. Sie haben eine gräuliche bis schwarze Färbung. Die Oberflächenstruktur von diesen Wucherungen ist eher so rau, so schauts zumindest aus.

    1. Trauermantelsalmler: Beim dem ist so eine Wucherung auf der 'Unterlippe' -> ziemlich groß, so 3 mm Durchmesser, dann hat der noch zwei weitere bei seiner Rückenflosse. Dort, wo die Flosse anfängt und auch dort, wo sie wieder endet...weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll.
    Außerdem hat er an der Schwanzflosse so eine Schwellung, könnte man mit einem Wespenstich bei einem Menschen vergleichen.

    2. Trauermantelsalmler: Beim ihm sind diese Wucherungen nur bei den Kiemen, auf einer Seite etwas größer.

    Zum Verhalten: Wie gesagt fressen diese beiden (fast) nichts mehr und schwimmen selten irgendwie im Aquarium herum. Manchmal schwimmen sie auch so schräg.

    So, ich hoffe, das war irgendwie verständlich.

    Zu den Wasserwerten: Habe sie vor rund einer Woche gemessen, waren normal, würde euch die Werte nennen, aber weiß sie leider nicht mehr. Alle anderen Trauermantelsalmler verhalten sich normal, die anderen Fische auch.

    Falls ich irgendwie was vergessen habe oder was nicht verständlich war, einfach sagen.

    MFG :hi: Carina
     
    #3 6. September 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    nun, ich fürchte dass ich trotz deiner recht genauen Beschreibung keine zuverlässige Antwort geben kann.
    Am ehesten würden meine Überlegungen in richtung Hauttrüber gehen, im konkreten Fall zu Oodinoides.
    Das Krankheitsbild: Anfänglich lokale milchige Hauttrübung, die zu einem weißen, pelz- oder gallertartigen Belag ausarten. Auch ein Befall der Kiemen ist möglich (schnelle Atmung).
    Hervorgerufen wird die Erkrankung durch ungünstige Wasserverhältnisse und Transportstress. Aus: Gesund wie der Fisch im Wasser, S. 136

    Als Gegenmassnahme wird eine Behandlung mit TetraMedica ContraIck und TetraMedica GeneralTonic empfohlen. Mit dieser Kombination kann man auch andere Hauttrüber und noch einige andere Krankheitserreger mehr gut bekämpfen, falls ich mit meiner 'Diagnose' falsch lag.

    Unterstützen man diese Therapie noch mit einem schonenden Einsatz von jodfreiem Meersalz. Es würde sich anbieten, die betroffenen Tiere in einem Quarantäne-Becken zu behandeln, zumal das GeneralTonic nicht gerade pflanzenfreundlich ist. Eine andere Möglichkeit wäre die gleichzeitige Verwendung von Esha 2000 und Esha Exit.

    Daneben sei noch angemerkt, dass v.a. alte Trauermantelsamler (> 3 Jahre) gerne diverse Knötchen und Geschwürchen auf den Lippen und den Flossenansätzen bekommen können. In diesem Fall wärs eine Alterserscheinung, die keiner medikamentellen Behandlung bedürfte. Man sollte aber auch nicht ausser Acht lassen, dass v.a. erwachsene Trauermantelsamler doch recht energische Fische sind, v.a. wenns ums Territorium geht. Es könnte sich dann auch um sekundär infizierte kleine Verletzungen handeln, die durch kleinere Reibereien entstanden sind, handeln. In diesem Fall könnte man nach der Therapie versuchen, das Becken besser zu strukturieren oder vielleicht auch die Zahl der Trauermantelsamler zu erhöhen, nicht, weil es sich dabei um eine Fischart mit stark ausgeprägtem Schwarmverhalten handelt, das ist ja nicht der Fall, sondern weil eine grössere Zahl von Tieren einfach nicht mehr dazu führt, dass sich ein Gespann ständig terrorisiert - der Stress würde sich, ähnlich wie bei temporär revierbildenden Mbunas (Malawisee-Cichliden) auf mehrere Tiere verteilen.

    [edit] 22.09.04 Dieser Ansatz ist falsch, ich bin von Carinas im ersten Posting geschilderten Symptomen ausgegangen.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 7. September 2004
  6. aquatikmax
    aquatikmax Mitglied
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    Hallo, bin neu im Forum und habe gerade von diesem Problem mit den Trauermantelsalmlern gelesen. Ich glaube, meine Fische haben die gleichen Symptome!

    Vorgeschichte:
    Habe mein AQ (200l) neu eingerichtet, läut jetzt seit 6 Wochen,
    Werte: ph 7,0, GH 4, KH 2. Dicht bepflanzt.
    Den Fischbesatz, 20 Trauermantelsalmler, 2 Prachtschmelen habe ich bereits nach 2 Wochen eingesetzt was natürlich viel zu früh war, hatte aber keine andere Möglichkeit, da das alte Becken undicht war.

    Einer der Salmler bekam nach einigen Tagen zuerst scheinbar oberflächlich auf der Haut unregelmäßige schwarze Flecken, die größer wurden und die betroffene Körperstelle dann nach einiger Zeit auch wesentlich dicker wurde. Dann hat sich das an einer Brustflosse gezeigt, die mittlerweile völlig durch ein schwarzes Knötchen - wie eine Zyste - überwuchert ist.
    Nach 3-4 Tagen zeigten sich bei weiteren Salmlern erst die schwarzen Flecken, dann auch die Verdickungen oder Wucherungen an verschiedenen Stellen am Körper, bei zweien direkt unter dem Maul, bei einem anderen am Bauch. Nach einiger Zeit sind die gesamten Körper teilweise aufgedunsen bzw. scheinen etwas verkrümmt. Die Atmung geht auch etwas schneller. Ansonsten ist das Fress- und Schwimmverhalten völlig normal. Zurzeit sind 6 von 20 Fischen betroffen. Das ganze geht jetzt seit fast 4 Wochen.
    Ich habe bisher in keinem Buch über Fischkrankheiten etwas ähnliches finden können.

    Die „Schwarzfleckenkrankheit“ ist es nicht, dort sind die schwarzen Punkte relativ klein und gleichmäßig rund: http://members.aol.com/kjuha/krank.htm
    Dann habe ich im Web noch einen Hinweis gefunden: http://www.aqualink.com/disease/sdisease.html#myxo mit einer (leider sehr kurzen) englischen Beschreibung einer bakteriellen Infektion, die sich "Myxobacteriosis" nennt.

    Habe es dann, da das empfohlene Mittel hier nicht zu bekommen ist, mal mit Furanol versucht. Die befallenenen Körperregionen scheinen danach etwas weniger geschwollen zu sein, aber sonst kann ich keine Besserung sehen.
    Foto liefere ich noch nach.

    Carina, könnte das die gleiche Krankheit wie bei Deinen Fischen sein? Wie geht es Deinen Fischen inzwischen? Hast Du ein Mittel gefunden?

    Viele Grüße Max
     
    #5 21. September 2004
  7. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo Max,

    >> Nach 3-4 Tagen zeigten sich bei weiteren Salmlern erst die schwarzen Flecken, dann auch die Verdickungen oder Wucherungen an verschiedenen Stellen am Körper, bei zweien direkt unter dem Maul, bei einem anderen am Bauch. Nach einiger Zeit sind die gesamten Körper teilweise aufgedunsen bzw. scheinen etwas verkrümmt. Die Atmung geht auch etwas schneller. Ansonsten ist das Fress- und Schwimmverhalten völlig normal. Zurzeit sind 6 von 20 Fischen betroffen. Das ganze geht jetzt seit fast 4 Wochen.

    Man könnte eine Mixosporea-Infektion in betracht ziehen. Es handelt sich dabei nicht um Bakterien, sondern mehrzellige Parasiten, die dennoch zu den Einzellern gezählt werden. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme mit der Nahrung, evt. auch durch Kontakt mit der Haut oder den Kiemen.

    Symptome: Myxosporidien können auf der Haut, den Flossen und den Kiemen runde, ovale oder wurmförmige weisse Knoten mit einer Grösse von 0,5 bis 3 mm verursachen. Auch in den Schwanzflossen können weisse Cysten gebildet werden, ein Bild von Bauer zeigt diese 'grossen Pünktchen' bei einem Buschfisch (Ctenopima kingsleyae) zwischen den Flossenstrahlen der Schwanzflosse.

    Einige Arten bilden Knoten in den inneren Organen, die zu einer erheblichen Schädigung des betroffenen Organs führen. Auch blutunterlaufene Geschwüre in der Muskulatur, die nach aussen durchbrechen, können durch bestimmte Myxosporidien hervorgerufen werden. Der Einsatz eines UV-Wasserklärers kann helfen und die abgegebenen Sporen abtöten, wodurch es zu einer Ausdünnung der Erreger und schliesslich zum Abklingen der Infektion kommen kann.
    (Bauer 1991: Erkrankungen der Aquarienfische)

    Die Schwarzfleckenkrankheit wird durch digene Saugwürmer verursacht, die zu ihrer Entwicklung ein bis zwei Zwischenwirte benötigen. Wildfangtiere tragen manchmal verkapselte Metacercarien in sich. Das Einschleppen der Krankheit ist nur über Schnecken möglich (1. Zwischenwirt), darum dürfen sie nicht aus Freilandteichen ins Aquarium gebracht werden. Da Wasservögel (Endwirt) auch kleinste Gewässer besuchen, ist die Gefahr auch bei Schnecken aus fischfreien Teichen gegeben. Ich würde ausschliessen, dass deine TS davon befallen werden, da es sich mit Sicherheit nicht um Wildfangtiere handelt und du auch nicht von einem Einsetzen von Teichschnecken ins Aquarium berichtet hast. (Untergasser 1989: Krankheiten der Aquarienfische).

    >> Nach 3-4 Tagen zeigten sich bei weiteren Salmlern erst die schwarzen Flecken
    Nachdem die Trauermantelsalmler ja prinzipiell schiefergrau oder schwärzlich gefärbt sind, können die beobachteten schwarzen Flecken durch eine verstärkte Pigmentierung des Fisches selber herrühren. Das wäre ein normaler Prozess und kann vermutlich als Symptom für eine Krankheit selber nicht verwendet werden. Vielleicht hast du deshalb nichts finden können.

    Lg
    Jürgen
     
    #6 22. September 2004
  8. aquatikmax
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    Hallo Jürgen,

    vielen Dank für Deine Antwort. Könnte die von Dir beschriebene Krankheit sein. Würde gerne ein Bild posten, das zwar nicht sehr gut ist, auf dem man aber die schwarzen Flecken und Knötchen sehen kann - weiß aber nicht wie ich das Bild hier rein bekomme.

    Gruß, Max
     
    #7 22. September 2004
  9. aquatikmax
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    Jetzt hat es mit dem Bild endlich funktioniert. Ist zwar keine gute Qualität, aber am linken Fisch ist deutlich ein Knoten an der Brustflosse erkennbar sowie am ganzen Körper schwarze verdickte Flecken. Am Fisch rechts ein Befall direkt unter dem Maul.

    Hoffe es hilft bei der Diagnose.
    Grüße, Max

    Den Anhang 547 betrachten [/img]
     
    #8 23. September 2004
  10. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    >> Hoffe es hilft bei der Diagnose.

    Nein, es hilft leider überhaupt nicht weiter. Derartige Zysten oder Geschwüre können von mehreren Krankheiten verursacht werden:

    - die erwähnten Mixosporea
    - Ichthyophonus hoferi (Syn. Ichthyosporidium hoferi), ein Pilz der u.a. die Taumelkrankheit der Forellen verursacht. Symptome sind taumelnde Schwimmbewegungen, Abmagerung, Schuppensträube, Wirbelsäulenverkrümmung und Entzündungen der inneren Organe. Der Erreger hat eine meist kugelige Gestalt und ist von einer Bindegewebshülle umgeben. Zusätzlich wird bei Ichthyophonus eine zweite Hülle innerhalb des Bindegewebes vom Pilz selbst gebildet, wodurch Ichthyophonus von der (Fisch-)Tuberkulose unterschieden werden kann (Bauer: 1991)
    - Fischtuberkulose
    - Dermocystidium, die die Beulen- oder Knötchenkrankheit (Dermocystidiose) verursachen und wie Ichthyophonus hoferi zwischen Sporozoen und Niederen Pilzen eingeordnet werden. Genauer beobachtet wurde diese Erkrankung bei Koi-Karpfen (Dermocystidium koi) und Stichlingen (Glugea anomala). Die zystischen Wucherungen treten auf Körper und Flossen verteilt auf und können erbsengrösse erreichen. (Ter Höfte: 1991)

    Heilbar sind alle aufgezählten Krankheiten nicht. Eine Optimierung der Lebensbedingungen (Wasserwerte, Fischbesatz, Beckengrösse) und die Anwendung eines UV-Wasserklärers kann helfen, die Krankheit im Zaum zu halten.

    Ansonsten würde ich in Erwägung ziehen, einen der erkrankten Fische von einem kundigen Veterinär per Mikroskop untersuchen zu lassen, und zwar die inneren Organe und die Zysten selber.

    Lg
    Jürgen
     
    #9 23. September 2004
  11. aquatikmax
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    Hallo,

    die Umweltbedingungen müssten eigentlich okay sein: AQ 200l, Besatz: 20 Trauermantelsalmler, 2 Prachtschmerlen, Werte: gh 4, kh 2, ph 6,8, no2 <0,3, no3 12,5. Flockenfutter, Frostfutter, Vitaminzugabe.
    Würde ein UV-Klärer wirklich so viel bringen? Anschaffung ist halt auch nicht ganz billig.

    Wenn sich die Krankheit im Zaum halten ließe (gestorben ist noch keiner der Fische) wie groß ist die Gefahr, dass beim Einsetzen von weiteren Fischen, sich diese anstecken könnten? Oder sollte ich die kranken Fische in ein anderes Becken umsetzen und das AQ komplett desinfizieren?
    Warscheinlich so nicht zu beantworten ohne klare Diagnose. Einen Tíerarzt für Zierfischkrankheiten habe ich aber leider nicht in der Nähe.

    Grüße, Max
     
    #10 24. September 2004
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