Echinodorus bleheri Blätter sterben ab!

Dieses Thema im Forum "Pflanzenforum" wurde erstellt von Musna, 16. Juli 2004.

  1. Musna
    Musna Bekanntes Mitglied
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    Hallo Leute !
    Ich habe mir zwei neue Echinodorus bleheri gegönnt. Aber beobachte seit kurzen, dass einige Blätter gelb, dann glasig werden und absterben. Woran kann dies liegen ? Ich dünge mit einem reinen Eisendünger , Düngetabletten von Tetra Plant und Dennerle V30. Ich dacht zu erst an Eisenmangel, aber es tritt keine Besserung ein. Kann es daran liegen, dass die Pflanze, während ich im Urlaub war, herausging und auf der Wasseroberfläche getrieben hat und einige Blätter nicht unter Wasser waren!? Werden diese jetzt abgeworfen?
    Oder ist es eine Mangelerscheinung?

    Danke für eure Hilfe Musna!
     
    #1 16. Juli 2004
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  3. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Re: Pflanzenproblem

    Hallo Musna!

    Hmm...hab' das jetzt schon öfters durchgelesen und bin selber ratlos.
    "Mangel" würd' ich ausschließen, bei Deiner "umfassenden Düngerei" fehlt sicherlich nix, und ich hab' die Erfahrung gemacht, daß auftreibende Pflanzen nicht daran sterben, oft im Gegenteil, richtig loswachsen (näher am Licht) - ah: Kanns sein, daß das "Herz" über Wasser war und nahe der Lampe ausgetrocknet ist? (unwahrscheinlich, aber möglich)
    Echinodorus-Arten werden emers gezogen, von den Pflanzen-Gärtnereien - jedenfalls ist im Dennerle-Almanach da so eine Echi-Geschichte bebildert drin. Ich kann nur hoffen, daß sie neue Blätter nachtreiben - einen "Pflanzenfresser-Fisch" hast ja keinen drin - oder doch? Sonst weiß ich leider selber nicht weiter.

    Servus!

    Leo
     
    #2 17. Juli 2004
  4. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    wann hast du denn die Pflanzen eingesetzt bzw. wie lange sind sie schon im Aquarium?

    Lg
    Jürgen
     
    #3 18. Juli 2004
  5. Musna
    Musna Bekanntes Mitglied
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    Hallo!
    Die Pflanzen habe ich vor drei und vor einer Woche eingesetzt. Die,die ich vor drei Wochen eingesetzt habe zeigt solche Symptome! - Es war auch diese, die sich heraus gelöst hat und länger auf der Oberfläche trieb,allerdings bildete sie in dieser Zeit so lange Wurzeln, dass sie nun im Sand hält. Die Fische richten die Pflanzen sicher nicht so zu, es muß was anderes sein.

    Danke für das Bemühen!
     
    #4 18. Juli 2004
  6. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    Schwertpflanzen richtig einsetzen:

    - Wurzelschnitt von 1/3 der Haftwurzeln durchführen. Sinn: das Wachstum der Feinwurzeln, die für die Nährstoffversorgung zuständig sind, anzuregen. Diese gehen beim Rausnehmen der Pflanze aus dem Pflanzentopf verloren bzw. haben sich gar nicht erst gebildet.

    - Blattgrün reduzieren. Man nimmt von der Amazonas-Schwertpflanze 2-3 'alte' Blätter weg (ganz grob: 1/3 des Laubes). Damit vermeidet man, dass die Pflanze aufgrund der fehlenden Feinwurzeln mit Nährstoffen unterversorgt wird. Als Reaktion auf das Unterlassen des Rückschnittes kann die mit Nährstoffen unterversorgte Schwertpflanze alle Blätter abwerfen oder zumindest einen Grossteil - das Symptom, das du bei deiner Pflanze beobachtet hast.

    In der Praxis könnte das so aussehen: einer 6 Blättrigen Echinodorus nimmt man 2-3 Blätter weg, auch wenn diese perfekt aussehen und 'gut' sind. Im Optimalfall nimmst du die grössten und dunkelgrün aussehenden. Die Schwertpflanzen werden in der Gärtnerei emers, d.h. ÜBER dem Wasser kultiviert. Dementsprechend können sich diese Blätter kaum noch an das Leben unter Wasser anpassen. Die Blätter tragen zum Stoffwechsel kaum etwas bei, benötigen allerdings zu ihrem Erhalt weiterhin Nährstoffe, die die Pflanze über die Wurzeln aufnehmen müsste. Diese Feinwurzeln fehlen allerdings bzw. sind bei der Entnahme aus dem Topf zum Grossteil verlorengegangen.

    Was passiert? Die Pflanze verteilt ihre wenigen Nährstoffe, die sie aufnehmen kann, auf alle Blätter. Normalerweise müsste sie einen Grossteil davon in die Bildung neuer Blätter investieren, kann sie aber nicht - die 'Altlast' des vorhandenen, für das neue Unterwasserleben aber unbrauchbaren Laubes verbraucht zuviel davon.

    Schwertpflanzenimporte aus Übersee nach Europa werden z.B. so transportiert, dass man die Blätter komplett entfernt! Was übrig bleibt ist der Wurzelstrunk. Der treibt dann später in der Gärtnerei wieder aus.

    Allerdings muss man bei diesem Vorgehen einigen Umständen Rechnung tragen. Pflanzen, die in großen Stückzahlen produziert werden, bilden in der trockenen Luft bei der intensiven Sonneneinstrahlung relativ derbe und steife Blattspreiten aus. Das ist für die Pflanze biologisch sinnvoll, denn am Standort muss sie Hitze, Wasserstress und mechanische Belastungen (Wind) ertragen. Für die Aquaristik hingegen ist diese „Auslenkung“ nicht unbedingt optimal. Das Fluten ganzer Anbauflächen ist zwar ein wirksames Mittel, um diesem Sachverhalt entgegenzuwirken, aber im Grunde hilft nur eine radikale Maßnahme: das Abschneiden aller Blätter.

    Aber so dramatisch, wie sie sich anhört, ist die Sache auch wieder nicht, und es ergibt sich für den Produzenten dadurch sogar eine Reihe von Vorteilen. Die steifen Blätter würden im Flieger bei der dichten Verpackung ohnehin beschädigt. Außerdem sind Fraßschäden verschiedener Schädlinge auf den Blattspreiten nicht das, was sich der Kunde beim Erwerb wünscht. Indem man nur die Pflanzenstümpfe verschickt, können ferner Transportkosten eingespart werden. In der gespannten Luft im Treibhaus treiben sie dann nach kurzer Zeit wieder aus und bilden Rosetten mit nun relativ zarten Blattspreiten. Die auf diese Weise produzierten Pflanzen lassen sich im Aquarium mühelos auf die submerse Lebensweise umstellen.

    >> Link

    Im Prinzip findet dieser Vorgang auch im Aquarium statt, wenn die Schwertpflanzen in der Gärtnerei wieder über Wasser kultiviert werden.

    Lg
    Jürgen
     
    #5 18. Juli 2004
  7. Musna
    Musna Bekanntes Mitglied
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    Hallo Jürgen!

    Danke für die wie immer ausführliche Antwort, das mit dem zurückschneiden der Wurzeln wußte ich, der Rest war mir neu!
    Danke nochmal, schöne grüße Musna!
     
    #6 18. Juli 2004
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