Eisendüngung und Garnelen?

Dieses Thema im Forum "Pflanzenforum" wurde erstellt von Robin, 21. März 2004.

  1. Robin
    Robin Bekanntes Mitglied
    Registriert seit:
    12. Februar 2004
    Beiträge:
    339
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Richterswil
    Hi leute

    Ich habe mal gehört das die eisendüngung garnelen nicht alzu gut kommt. nun siend mir meine Düngtabletten ausgegangen, und ich habe nur noch flüssigdünger mit eisenzusatz. Darf ich den ins Becken geben?

    Robin
     
    #1 21. März 2004
  2. Anzeige
     
  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
    Registriert seit:
    23. Januar 2003
    Beiträge:
    5.014
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    Forum
    Eisendünger und Garnelen

    Hallo Robin,

    Ich gehe mal davon aus, dass in den Düngetabletten, die Du verwendet hast, ebenfalls Eisen (chelatiertes Fe³+) enthalten ist. Ganz einfach aus dem Grund, weil zuviel Eisen (Fe²+) im Leitungswasser (Nahrungsmittel Trinkwasser) selten in zu hohen Konzentration enthalten ist und Eisen ein sehr wichtigen Nährstoff für alle Lebewesen im Aquarium (nicht nur die Pflanzen) ist.

    Laut Krause (1998) können für Fische sehr hohe Konzentrationen ab 1 mg/l schädlich sein, wobei das weniger für Eisenchelate gilt, sondern für Fe²+-Ionen. In Deinem Dünger ist das Eisen in Form von chelatiertem Fe²+ oder Fe³+, also chelatiert, enthalten und somit unschädlich.

    "Geknacktes" Eisen ohne Chelate in Form von Fe²+ oder Fe³+ landet sofort (Carbonat) oder nach wenigen Tagen (Fe³+) als ausgefällter Eisenschlamm oder Eisencarbonat schwerlöslich (und nicht mehr mit Eisentests nachweisbar) im Bodengrund oder lagert sich als brauner Schlamm im Filtermaterial an.

    Wäre im Leitungswasser tatsächlich zuviel Fe²+, wäre dieses Wasser auch als Nahrungsmittel nur bedingt geeignet, zumal damit nicht einmal Babykost zubereitet werden dürfte (Blaukrankheit) - ich gehe davon aus, dass das Trinkwasser Deiner Gemeinde diesbezüglich clean ist, eine Nachfrage sollte Dir diesbezüglich Sicherheit geben.

    Wenn zuviel wasserlösliches Fe²+ im Becken vorhanden ist können sich unter dem Einfluss der Atmungskohlensäure (Krause) Schäden durch Ausfällungen von Eisencarbonaten an den Tracheen (Atmungsorganen) von Garnelen, Krebsen oder Krabben zeigen.
    Gesetzt den Fall, es wäre in Deinem Leitungswasser viel Fe²+ vorhanden, würde die Verwendung eines Wasseraufbereitungsmittels einen Grossteil des Eisens chelatieren. Chelatiertes Eisen jedoch ist viel weniger giftig als das "freie" Eisen.

    Vermutlich ist das auch der Grund für viele Empfehlungen, Wirbellose NIE in frischest eingerichtete Aquarien zu geben, sondern das Aquariumwasser erst einige Zeit einfahren zu lassen, bis möglicherweise ein zuviel an Fe²+ von den Filterbakterien oder dem gelösten Sauerstoff in Fe³+ oxidiert worden ist.

    Im Übrigen benötigen Decapoden (Krebse, Krabben, Garnelen) kein Eisen für den Sauerstofftransport im Blut, sondern Kupfer.
    "Decapoden (Krebse, Krabben und Garnelen) haben anstelle eines Eisen-Porphyrin-Komplexes (Häm) einen Kupfer-Porphyrin-Komplex entwickelt. Sie benötigen trotz großer individueller Empfindlichkeit gegen dieses Metallion Kupfer auch hier als Spurenelement." (www.drak.de)

    Deshalb ist es bei Garnelenhaltung viel wichtiger, Wasser aus neuen Boilern NICHT zu verwenden bzw. beim Teilwasserwechsel das Wasser aus Kupferleitungen erst mal einige Minuten laufen zu lassen, bevor es zum Wasserwechsel verwendet wird.

    Es sollte, um auf die "Eisen-Frage" zurückzukommen, also kein Problem sein, den Flüssigdünger in Deinem Aquarium zu verwenden.

    Lg
    Jürgen
     
    #2 21. März 2004
  4. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
    Registriert seit:
    18. Juli 2003
    Beiträge:
    584
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Innsbruck
    Hallo Jürgen,

    bekommt man ionisiertes Fe nicht mit einem Wasseraufbereiter weg? Ich hab auf der sera hp gelesen, dass Aqutan Metallionen, Salze und Chlor bindet.

    Lg,
    Christian
     
    #3 21. März 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
    Registriert seit:
    23. Januar 2003
    Beiträge:
    5.014
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    Forum
    Wasseraufbereiter

    Weg nicht, aber es wird "Chelatiert". Obwohl Pflanzen auch unchelatiertes Eisen aufnehmen können, bilden diese Chelate einen Schutzmantel um zweiwertiges Eisen (oder Kupfer et al) - und das verhindert, dass es sofort oder nach wenigen Tagen oxidiert als Fe²+ im Bodengrund oder Filter ausfällt. Auch die Giftigkeit von freiem Kupfer oder anderen Metallionen wird erheblich vermindert.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 21. März 2004
  6. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
    Registriert seit:
    18. Juli 2003
    Beiträge:
    584
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Innsbruck
    Hallo Jürgen,

    ich gebe bei jedem TW Aqutan dazu. Reicht es, wenn ich es pro l Frischwasser zugebe oder ist es besser für das gesamte Aquarienwasser Aqutan zuzugeben?

    Lg,
    Christian
     
    #5 21. März 2004
  7. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
    Registriert seit:
    23. Januar 2003
    Beiträge:
    5.014
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    Forum
    Aufbereitungsmittel

    Es genügt, wenn Du den Aufbereiter auf die gegebene Menge Frischwasser dosierst. Gleiches gilt auch für die meisten handelsüblichen Pflanzendünger, wobei die Menge entsprechend dem Pflanzenwuchs, v.a. im Hinblick auf Eisen, individuell angepasst werden muss.

    Lg
    Jürgen
     
    #6 21. März 2004
  8. Robin
    Robin Bekanntes Mitglied
    Registriert seit:
    12. Februar 2004
    Beiträge:
    339
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Richterswil
    Danke

    Hi zusammen

    Jürgen ich sah auf der Verpackung nach und :oops: stellte ich fest das es tatsächlich eisen enthielt. Danke für deine Antwort.

    Robin
     
    #7 21. März 2004
  9. Anzeige