Bodenfluter

Dieses Thema im Forum "Technikforum" wurde erstellt von masterperegrin, 21. Juni 2004.

  1. masterperegrin
    masterperegrin Bekanntes Mitglied
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    http://meineseite.i-one.at/interessantes/bodendurchfluter.htm Das schaut ja sehr interessant aus. Womöglich wär das eine gute Alternative für Leute, die Tiere halten wollen, die Strömung nicht brauchen können. Ob's nicht sogar sinnvoller wäre, den ganzen Spieß umzudrehen (Andere Strömungsrichtung) und somit gleich den ganzen Bodengrund als Filtersubstrat zu benutzen?
     
    #1 21. Juni 2004
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  3. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Hallo!

    Ist ja ein irrer Aufwand - der Selbstbau dafür...nicht mein Geschmack, und nochdazu Sperrholz....
    Und zur Strömungsrichtung: Für mich paßt die schon, strömt das Wasser da nicht zuerst durch den Kies und dann ins "Ding"? Dann paßt's ja, mit der Richtung, wieso umdrehen?

    Servus!

    Leo
     
    #2 21. Juni 2004
  4. masterperegrin
    masterperegrin Bekanntes Mitglied
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    Nein, so wie es der Betreiber von der Seite beschrieben hat, schickt er oben in den Schacht das Wasser aus dem Pumpenrücklauf hinein, das strömt dann nach unten und marschiert durch den ganzen Kies von unten ins Becken. Ich find das ganze ehrlich gestanden auch ziemlich verrückt, aber eigentlich steh ich auf solche Ideen. Bleibt noch die Frage, ob es sowas in der Natur auch gibt. Ja gibts sicher, überall da, wo Quellen zuTage kommen. Ich seh den Vorteil halt darin, daß man sich womöglich das Filtersubstrat sparen kann und gleichzeitig auch eine Riesenoberfläche hat, wo sich Bakterien ansiedeln. Das einzige, was häßlich im Becken steht, ist dieser Sperrholzschacht. Das mit dem Sperrholz find ich auch nicht so schlau. Aber eine Alternative, die mir da mal so einfällt: Aus den grünen Gemüsekiste, die es am Wochenmarkt gibt, könnte man einen Seitenteil rausschneiden. Das sind Spritzgußteile aus Kunststoff, der (nachdem er für Gemüse gedacht ist) wohl hoffentlich lebensmittelecht ist und keine Weichmacher rausläßt. Von der form her wären die vielleicht sogar optimal, weil längliche Schlitze drin sind und unten ein Hohlraum besteht, wenn der nicht durchgängig ist, könnte man ja auch noch Verbindungskanäle sägen/feilen. Und was den häßlichen Schacht angeht, den könnte man ja durch einen unauffälligen grünen Schlauch in einem hinteren Eck ersetzen. Wenn man dann auch noch Korallenbruch unter den Kies mischt... hmmmmm. Wenn ich irgendwann einmal Platz für ein größeres Becken hab, wo sich das auszahlt...

    Die Argumente auf der Website sprechen find ich für sich:

    -) Das Temperaturgefälle zwischen Wasser und Bodengrund wird aufgehoben (Die Pflanzen bekommen keine "kalten Füße" mehr und wachsen daher besser)

    -)Im Bodengrund findet ein ständiger Wasserwechsel statt. Dadurch werden den Wurzeln neue Nährstoffe und sauerstoffreiches Wasser hinzugefügt. (Die Pflanzen bilden kräftige Wurzel und es kommt nicht mehr zur so genannten Wurzelfäule)

    -) Im Bodengrund siedeln sich vermehrt Nitritabbauende (teilweise auch Nitratabbauende) Bakterien an. Der Bodengrund dient somit als riesiger Biofilter, und wird somit effektiv genutzt.

    ... womöglich ist also der HMF noch gar nicht der Weisheit letzter Schluß?

    Es wäre interessant zu wissen, wo sich in einem Fluß die meisten denitrifizierenden Bakterien ansiedeln, vermutlich eh im Bodengrund. Die Flußströmungsgeschwindigkeit hat ja an der Oberfläche oder in der Mitte des Wassers ihr Maximum. Wenn man sich einen Fluß idealisiert als ein halbiertes Rohr vorstellt, dann könnte man ja eigentlich (vereinfacht) die Gesetze der Rohrreibung heranziehen. Ich reduziers aufs wesentliche: An der Rohrwand ist die Strömungsgeschwindigkeit 0, in der Mitte maximal. Ein Fluß ist noch dazu kein glattes Rohr. Da hats unten und auch an den Ufern, Gestaden ordentlich Kies, Gestein und anderes Zeugs. Dort hört ja auch der Fluß nicht auf. In wirklichkeit bewegt sich auch noch einiges weiter drunter das Wasser, weil erst da Schluß ist, wo sich dann eine wasserundurchlässige Lehm, Ton oder sonstwas-Schicht befindet. Es wird also (Steine und Schotter am Grund setzen der Strömung einen Widerstand entgegen) einen ordentlich großen Bereich da unten geben, wo sich Bakterien ansiedeln.
    Also ich könnte mir über Kurz oder lang vorstellen, daß so ein Bodenfilter auch in der Aquaristik bessere Wirkungen erzielt als einer, der mitten im Wasser hängt.
     
    #3 21. Juni 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    wow, Michael - geschliffener Rede kurzer Sinn: es sieht so aus als wüsstest du schon alles über Bodenfluter! ;-)

    Was mir aufgefallen ist (und nur als Ergänzung gedacht):
    >> Bleibt noch die Frage, ob es sowas in der Natur auch gibt. Ja gibts sicher, überall da, wo Quellen zuTage kommen.
    Stimmt. Nur sind die Quellen im Optimalfall reines und sauberstes Trinkwasser und sie entspringen dann doch in einer 'gefassten' Form.

    Die umgekehrte Form gibts allerdings in der Natur: an jedem Strand, Bach- oder Flussufer sickert Wasser, durch den Wellenschlag an Land befördert, durch den Sand wieder weg und reinigt sich so teilweise selber. Genau aus diesem Grund sind auch Systeme, die das Schmutzwasser nach unten durch den Aquariumkies ziehen, m.E. ziemlich unsinnig.

    >> Ich seh den Vorteil halt darin, daß man sich womöglich das Filtersubstrat sparen kann und gleichzeitig auch eine Riesenoberfläche hat, wo sich Bakterien ansiedeln.

    Auch diese Überlegung ist richtig. Dennoch spart man sich den Filter im Endeffekt doch nicht, weils ja nicht damit getan ist, das Schmutzwasser unter/im Kies abzulagern und daraus eine Schlammdeponie zu machen. Also müsste vorher ein Schnellfilter ran, Aussenfilter oder Strömungspumpe mit Filterschwamm, der den 'Schmutz' rausfiltert.

    Im Übrigen gibts so ein Filtersystem schon von der Firma Ekron. Guck mal:
    http://www.unizoo.de/html/body_ekron.html

    Grüsse,
    Jürgen
     
    #4 21. Juni 2004
  6. ManniAT
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    Eheim vertreibt auch so was...

    Hallo,

    mal kurz noch zu dem "Bodenfluter".
    Eheim vertreibt so was auch, und zwar in Form von "Modulen".
    Damit kann man eine variable Größe der Fläche zusammenstellen.

    Wenn mich nicht alles täuscht steht aber bei diesem Zeug extra dabei: Ausströmer (also Wasser kommt aus dem Grund) für bepflanzte Aquarien.
    Absaugprinzip - für Becken mit geringer (keiner) Bepflanzung.

    Im Prospekt wird auch recht gut warum und wieso das so ist.
    Bei dem Preis, den das Zeug hat - und der einfachen modularen Bauweise würde ich mir NIE was in der Richtung basteln!

    Manfred
     
    #5 21. Juni 2004
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