Kann man zu wenig Nitrit und Nitrat im Becken haben ?

Dieses Thema im Forum "Wasserwerte, Wasserchemie, physikalische Zusammenh" wurde erstellt von TES-VE, 29. April 2018.

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  1. TES-VE
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    Hallo erstmal.
    Mein Name ist Vincent, ich besitze mein Aquarium jetzt schon seit ca. 3 Jahren in der derzeitigen Zusammenstellung von Pflanzen und Grundbesatz. Es kamen zwar vor kurzem ein paar (4 an der Zahl) Platy-Schwertträger Kreuzungen dazu, aber die würden ja nur für mehr NO2- sorgen, richtig ? Jedenfalls wechsel ich gerade 2-3 mal die Woche das Wasser zu etwa 40%-50%. Dies "muss" ich machen um die ganzen jungen Antennenwelse in meinem Becken weiter gut halten zu können aus meiner Sicht. Falls ich da falsch liege berichtigt mich bitte, da es verständlicherweise Aufwand ist... Bei meinem gestrigen regulären Wassertest befand ich aber Nitrat- und Nitrit- wert als "auffällig". Beide waren sogar nach mehr als einer Minute immernoch 0... Ich sorge mich das eventuell Pflanzen und/oder die Tiere in meinem Becken geschädigt werden könnten.
    Ich bedanke mich aber schonmal ganz ganz herzlich bei allen die 1. bis hier gelesen haben und 2. auf meine Frage antworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Vincent:)
    PS: Sorry, dass der Sreenshot so schlecht ist... ich habe leider keinen Speicher mehr und habe aus Versehen das Original mit dem Sreenshot irgendwie gelöscht... :(
     

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    #1 29. April 2018
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  3. levento
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    Hallo Vincent!

    Also ganz grundsätzlich: Nein und Ja! Der Nitritwert im Becken sollte prinzipiell 0 sein. Nitrit ist für Fische giftig, das ist auch der Grund, warum man das Becken nachdem man es eingerichtet hat erstmal ein paar Wochen ohne Fische einfahren lässt. In dieser Zeit startet die Nitrifikationskette, das heißt, es bilden sich/vermehren sich jene Bakterien, die dafür zuständig sind, das Nitrit in Nitrat umzuwandeln. Nitrat ist für Fische ungefährlich, die Pflanzen benötigen es aber sehrwohl für ein gutes Wachstum, wobei hier das richtige Maß von der Pflanzenwahl abhängt. Soviel mal dazu.

    Wenn du 2-3Mal die Woche 40-50% des Wassers wechselst, wundert mich eher nicht, dass du weder das eine noch das andere messen kannst... Ich finde das extrem viel. Jetzt habe ich keine Erfahrung in der Aufzucht von Jung-Antennenwelsen, kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass ein derartiger Aufwand in einem eingefahrenen, seit Jahren laufenden Becken notwendig ist!

    Also: Nitrit und Nitrat bei 0 ist ungefährlich für Fische und Pflanzen, allerdings könnten Pflanzen nicht so gut wachsen und eventuell Algen überhand nehmen.

    Eine gute Seite über all die Vorgänge im AQ findest du (zB) hier:
    Wasserchemie Schadstoffabbau Nitrit | Nitrit im Aquarium | Aquarium Ratgeber

    lg Nadine
     
    #2 29. April 2018
  4. TES-VE
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    Danke dir Levento für deine schnelle Antwort auf meine Frage.
    Erstmal ist es mir schon klar, dass Nitrit giftig ist und in Nitrat umgewandelt wird. Das ist ja etwas was du zu Beginn des Hobbys schon wissen solltest, aber der Wert ist immernoch nicht gestiegen, obwohl ich schon 2mal zwischendurch gefüttert habe.
    Ich wechsel das Wasser auch deshalb so oft, weil meine Mutter erst vor kurzem eSHa 2000 genutzt hat, um einen Ausbruch von Bauchwassersucht bei meinen roten Neons zu bekämpfen... Sie wusste nicht zuerst die betroffenen Fische unter Quarantäne zu setzen und dann eSHa 2000 hinzu zu geben... eSHa 2000 enthält Kupfer2+, was desinfizierend, antibakteriell (auf die schlechte Weise) und generell giftig in großen Mengen wirkt und in geringen Mengen in Boden und Pflanzen angesetzt wird. Ich filtere den Boden und das Wasser weil ich weder meine Welse, die das Kupfer am meisten aufnehmen als gründelnde Lebewesen, noch die Jungtiere, die sich bodennah aufhalten, gefährden möchte. Es ist vor einer Woche ein junger Platy gestorben, was meiner Sorge nicht gerade gutgetan hat... Ich werde jetzt die Wasserwechsel pro Woche und Monat stark verringern und werde dann wieder zu hören geben, ob sich was verbessert oder (hoffentlich nicht) verschlechtert hat.
    Ich danke nochmals und wünsche für gutes Gelingen & Gesundheit für unser aller kleinen (und manchmal doch recht großen) Schützlinge.
    Grüße
    Vincent

    Edit von Harold: Habe in der 2. Zeile "Nitrat" in "Nitrit" geändert.
     
    #3 29. April 2018
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. April 2018
  5. levento
    levento Bekanntes Mitglied
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    Hallo Vincent!

    Das ist alles etwas verwirrend, was du da schreibst...

    Ich verstehe nicht, wieso du davon ausgehst, dass der Nitritwert -dauerhaft- steigen soll, wenn du fütterst? Dein Becken läuft seit 3 Jahren, hast du geschrieben, da sollte die Nitrifikationskette längst in Gang sein und es sollte generell kein Nitrit nachweisbar sein! Ja, ich habe schon davon gehört, dass das Nitrit nach der Fütterung / bzw. Verdauung kurz ansteigt, aber die Bakterien arbeiten ja so schnell, dass das ja sofort wieder abgebaut ist - sprich, misst du nicht exakt zur richtigen Zeit nach der Fütterung, wirst du auch keinen Nitritanstieg messen können (schon gar nicht mit diesen Teststäbchen). Dieser Anstieg ist allerdings ja auch total vernachlässigbar...

    Dass du Medikamente in das Becken gegeben hast, hast du in deinem ersten Beitrag nicht erwähnt. Das erklärt die vielen Wasserwechsel, seit wann machst du die denn? Und wie viel von dem eSha 2000 hat denn deine Mutter reingekippt...? Haben es die Neons überlebt? Wenn es so viel war, würde ich nun mal einen Kupfertest besorgen und öfter mal messen. Wenn du den Verdacht hast, dass Kupfer in größeren Mengen im Boden gespeichert wird, würde ich daran denken, den Bodengrund zu tauschen. Wurzeln dann auch eher...

    LG,
    Nadine
     
    #4 29. April 2018
  6. TES-VE
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    Danke dir für deine Antwort Levento/Nadine.
    Ich habe vor 1-2 Monaten angefangen eine Wasserwechsel pro Woche zu machen, da meine kleinen Antennenwelse für mein kleines Becken (100 Literbecken, derzeit mit 75 l befüllt) zu viel sind und ich sie erst halb ausgewachsen abgeben kann. Sie wollen ja schließlich täglich (mindestens) 50% ihres Körpergewichts, aus eigenen Erfahrungen, fressen. Das hinterlässt entsprechend viele Essensreste, die ich aber in meiner großen Anubias nicht immer erreiche, weshalb das Wasser öfters gewechselt werden muss... Vor 2 Wochen ist dann der 1. Neon erkrankt. Ich habe ihn unter Quarantäne per langsamer erhöhung der Temperatur (1° pro Stunde) und eSHa behandelt und er hat nach 4 Tagen wieder Futter aufgenommen, ist aber in der Nacht auf den 5. Tag aus dem Quarantänebecken gesprungen und dies mit einem Deckel auf dem Behältnis:mad:... Ich vermute, dass meine Katze in der Nacht an das Becken gekommen ist, was bis jetzt noch nie passiert ist... Eine halbe Woche später sind 2 weitere Neons erkrankt.
    Ich behandele sie immernoch(außer Reichweite meiner Katze in einem abgeschlossenen Raum). Einer hat eine extrem aggressive Pilzerkrankung und der andere einen leichten Fall von Bauchwassersucht. Der Neon mit Bauchwassersucht hat heute zum ersten mal seit 3 Tagen wieder Futter zu sich genommen und der andere ist endlich wieder an die Oberfläche gekommen und seine Pilzerkrankung ist deutlich zurückgegangen. Meine Mutter hat "lediglich" die Dosierung für 100 Liter einmalig reingehauen, was nicht übermäßig belastet und da meine Welse nicht sterben ist der Boden logischer weise noch nicht zu stark verschmutzt aber belastete Welse und Platys abzugeben finde ich nicht okay, weshalb ich nun seit einiger Zeit halt diese übermäßigen Wasserwechsel mache... + eSHa soll ja auch angeblich schleimhautstärkend wirken also vielleicht hilft es ja auch etwas...Wer weiß...
    Übrigens wäre es auch absolut genial wenn mir jemand sagen könnte ob Pilzerkrankungen als Folge von Stress auftreten können, da 2 Platyweibchen (ca. 7cm lang, also ausgewachsen nach meinen Maßsteben und von einem Freund erhalten) recht "aktiv" herumschwimmen... Ich habe immer ein Seemandelbaumblatt im Aquarium und die anderen Wasserwerte sind alle konstant. Die Huminstoffe hätten also eigentlich eine Pilzerkrankung verhindern sollen... Bodentausch ist aufgrund der Dichte des Bewuchses in meinem Aquarium übrigens etwas schwer und an der Brutstelle meines Antennenwelses und den beliebtesten Verstecken habe ich auch schonmal provisorisch den grobsteinigen(kleiner und natürlich runder Kies) Boden mit Sand ausgetauscht.;)
    Ich denke übrigens nicht das die Platys meines generösen Kumpels die Krankheiten brachten, die meine Neons jetzt ertragen müssen...
    Generell hab ich halt immer nen geringfügigen Nitrat- und Nitritwert im Becken und bin jetzt schonmal extrem beruhigt zu hören, dass es ganz im Gegenteil sogar recht positiv für die Fische ist + die Pflanzen im Becken sind sowieso ca. 90% eine riesige Anubias, 8% Schwertpflanzen, die im Schatten auf bessere Zeiten warten und ihre Kräfte sparen und 2% andere, weshalb eingeschränktes Wachstum kein Schrecknis ist.
    Danke aber für die vielen Antworten. Danke für deine Beteiligung an meinem Problem.
    Wiedermals viele Grüße
    Vincent:)
     
    #5 30. April 2018
    Zuletzt bearbeitet: 30. April 2018
  7. TES-VE
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    Hi, ich wollte mal ein kurzes Update geben, bezüglich der jetzigen Situation im Hauptbecken. Ich habe meine Wasserwechsel zurückgeschraubt, habe den Boden öfters durchgefiltert und da das Erkranken meiner Fische aufgehört hat bin ich insgesamt sehr zufrieden. Ich bin sogar der Hyperaktivität der Platy-Schwerträger-Mischungen beigekommen... Es scheint als wollten sie einfach mehr Nahrung. Diese fehlte ihn einfach, da die vielen Jungtiere scheinbar zu viel fraßen und als ich die meisten dieser jetzt entnommen habe haben sich auch die großen beruhigt. Hab auch wieder angefangen mehr schnell herabsinkendes Futter hineinzugeben, weshalb die Welse und die Turmdeckelschnecken gut wachsen. Die Frage die sich mir stellt ist ob ich die noch ca. 1cm-großen Jungtieren 3-mal füttern soll oder evtl. mehr. Ich gebe Tieren unter 1 cm Staubfutter und den-jenigen darüber Flockenfutter und gefriergetrocknete und zerkleinerte Futterwürfel. Verzehrbereit vorbereitet für die Kleinen. Ich freue mich schon auf die Antwort auf meine Frage und wünsche noch ein wunderschönes Wochenende.

    Vincent
     
    #6 4. Mai 2018
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