Kupfer binden

Dieses Thema im Forum "Garnelen, Krebse, Krabben, Schnecken, Muscheln" wurde erstellt von masterperegrin, 9. Juni 2004.

  1. masterperegrin
    masterperegrin Bekanntes Mitglied
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    Hallo Forum!

    Caridinae sind ja bekannterweise höchstempfindlich gegen Kupfer, das im Wasser gelöst herumschwimmt. Gibt es Pflanzen, die besonders viel Kupfer aufnehmen, so wie es auch die Efeutute mit dem Nitrat macht? Ich bin chemischer Laie, bitte klärt mich auf, wenn der Ansatz ganz falsch ist. Oder vielleicht gibt es irgendwie eine andere Möglichkeit Kupfer zu entfernen, über den Filter vielleicht irgendwie?
    Ich habe mangels Kupfertest mein Wasser bis dato nicht gemessen, kann mir jemand einen empfehlen? Ist Sera gut?
     
    #1 9. Juni 2004
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  3. Philipp
    Philipp Bekanntes Mitglied
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    Naja, von Pflanzen die Kupfer aufnehemen habe ich noch nichts gehört. Die machen das höchst warscheinlich nicht - da sie Cupfer nicht brauchen. Wenn ich mich da irre - bitte ausbessern.

    Das Einzige was mir jetzt einfällt um Kupfer zu entfernen: neu einrichten.

    Oder - einen Versuch wäre es wert.
    Schnecken sind recht gut dabei Schwermetalle aus Böden zu entfernen. Die haben einen kleinen Fehler in ihrem Ionen-erkennungssystem und können deshlab wenn sie Kalzium aufnehemen Kupfer und Cadmium von dieser Aufnahme nicht ausschließen. Dieses Cadmium wird also aus der Umgebung in die Schnecke aufgenommen und dort angereichert. Dann sammelt man einfach die Schnecken ein und hat so das Cadmium aus dem Boden entfernt - so funktioniert das in der Theorie - ist natürlich viel zu aufwändig für eine wirkliche Bodensanierung.

    Aber Schnecken könne das. Das würde doch eine Möglichkeit eröffnen.
    Hat jemand Lust das mal auszutesten?
    Verschiedene Schneckenarten in Kupfer-Versäuchte AQ's geben und vorher und nachher Kupfer nachweisen?

    Ich kann mir mal vorstellen, daß sich TDS gut für das eignen könnten. Die graben ja gerne im Untergrund - wären also in ständigem Kontakt mit dem "Ziel". Außerdem sollen TDS ja relativ viel Kupfer aushalten - was ich bis jetzt so gelesen habe.

    Also wer will das mal testen?
    Ich würd es ja selber machen - aber extra ein AQ dafür kontaminieren will ich dann doch nicht. ;-)

    lg
    Philipp
     
    #2 9. Juni 2004
  4. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,
    Naja, dafür würde ja vermutlich auch eine einwöchige Haltung in einem Kübel mit Zugabe von etwas Cu²+ genügen.
    Hast Du im Labor kein Massenspektrometer oder sowas? Wenn man die Schneckenschale verglüht müsste man doch das Kupfer nachweisen können, oder wie hab ich das noch vom Bio-Studium in erinnerung?

    Von Anubias hab ich mal was gehört, glaub das war eh im Forum, dass beim Abzwicken von Blättern möglicherweise Kupferverbindungen ins Wasser geraten, die den Garnelen nicht gut tun. Mehr weiss ich dazu aber nicht...

    Wasseraufbereiter verwenden... sera, Tetra, Dennerle, JBL, die sind ok.

    Lg
    Jürgen
     
    #3 9. Juni 2004
  5. masterperegrin
    masterperegrin Bekanntes Mitglied
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    Herzlichen Dank. Mich hats vorerst eh "nur so" interessiert. Hab mir heut einen Cu-Test besorgt und grad gemessen -> kein Cu nachweisbar.
     
    #4 9. Juni 2004
  6. Philipp
    Philipp Bekanntes Mitglied
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    Hallo wieder mal!
    Entschuldigung für die späte Antwort, aber ich habe hier gelesen und mir dann gemerkt, daß ich hier noch eine Antwort schreiben muß... und dann waren auch schon 5 min um wo ich doch was anderes tun musste und dann war mein Vorsatz leider schon vergessen.... ich glaube jeder weiß wovon ich spreche.

    Naja, Jürgen, Zugang zu einem Massenspektrometer hätte ich schon, aber ich glaube du weiß nicht in welchen Kostendimensionen sich diese Messungen bewegen. Wenn das nichts mit der Arbeit zu tun hat, dann habe ich da nicht die geringste Chance etwas - einfach nur so mal - zu messen. Außer ich zahle dafür - und das liegt dann im dreistelligen € Bereich :cry:

    Das mit dem Verglühen stimmt prinzibiell schon, aber das Kupfer wird von den Schnecken nicht ins Gehäuse eingebaut.

    hier mal ein Link wo man sich einen Überblick verschaffen kann - ist alles englisch. Diese Untersuchungen werden an der Uni Innsbruck gemacht (die oberen 3 "research interests" sind die interessanten): LINK


    Bist du dir sicher, daß es dich dabei um Kupferverbindungen handelt? Ich habe immer nur von "Toxinen" gelesen. Das mit dem Kupfer habe ich noch nicht gelesen.

    lg
    Philipp
     
    #5 18. Juni 2004
  7. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    >> Bist du dir sicher, daß es dich dabei um Kupferverbindungen handelt? Ich habe immer nur von "Toxinen" gelesen. Das mit dem Kupfer habe ich noch nicht gelesen.

    Nein, bin mir nicht sicher. Entweder mal was gehört oder selbst gedeutet ;-)
    Toxine?
     
    #6 18. Juni 2004
  8. Philipp
    Philipp Bekanntes Mitglied
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    Ja, Toxine. Die Anubias gehört ja zur Familie der Araceae (Aronstabgewächse). Die sind alle giftig. Welches Gift sie haben weiß ich jetzt nicht mehr auswendig - ich glaube irgendwas mit Oxalsäure.

    lg
    Philipp
     
    #7 18. Juni 2004
  9. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Hall i. T.
    Hallo Philipp!

    Leider muß ich Dich da korrigieren: Cu ist sogar außerordentlich wichtig für die Pflanzen.
    Wenn Cu im Boden fehlt, kommt es zur früher recht gefürchteten "Heidemoorkrankheit" auch "Urbarmachungskrankheit" - Chlorosen "Weißseuche" beim Getreide -> keine Erträge/kleine Körner - kein Brot (war ziemlich schlimm für die Leute damals)....Tiere bekommen Lecksucht, wenn das Cu fehlt...
    Klassische Cu-mangel-Erscheinungen sind häufig auf
    Sandböden
    Moorböden
    extrem Trockenen Standorten
    und bei Böden mit hohem pH-wert (da liegt das Cu fest)
    zu beobachten.

    Cu ist Bestandteil von Enzymen, die zur Photosynthese und zur Atmung nötig sind, außerdem spielt Cu bei der Bildung von Lignin und damit beim Aufbau und bei der Stabilisierung der Zellwände eine Rolle...
    Ohne Cu kann der Stickstoff nicht optimal aufgenommen werden.

    Wo Du recht hast: Der tatsächliche Entzug ist sehr klein: In meiner Tabelle steht da 50-100g/ha bei Getreide. :shock:
    Und Getreide ist neben Gräsern und Luzerne unter den sehr Cu-bedürftigen Pflanzen, da zählen auch Zwiebel, Salat, Spinat und Rote Rübe dazu.

    Um Cu zu entfernen hätte ich folgende Idee: Der pH-wert muß 'runter, bei niederem pH geht das Cu ins Wasser/in Lösung .... dann 100% Wasserwechseln und mit "garantiert Cu-freiem Wasser" (Wasseraufbereiter verwenden, wie Meister Jürgen schon geschrieben hat)nachfüllen....müßte theoretisch klappen. ;-)

    Servus!

    Leo
     
    #8 18. Juni 2004
  10. Klaus R.
    Klaus R. Bekanntes Mitglied
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    Hi Leo

    Was heist das nun wieder ?
    Geben Salat und Spinat das Cu beim verfüttern ans Wasser ab ?
    Wäre ja nicht gut für Corys und Garnelen.

    Mfg Klaus
     
    #9 18. Juni 2004
  11. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Hall i. T.
    Hallo Klaus!

    Keine Angst, das sind ja keine Mengen. 1 ha hat 10000 Quadratmeter, da werden 50-100g Kupfer entzogen - ich weiß jetzt nicht, wieviel Saltpflanzen am ha stehen - bei Weißkraut hat man so 50.000 Pflanzen am ha, dann sinds beim Salat mehr - das ist nix... ein echtes Spurenelement eben...ich hätt' keine Angst.
    (meine Corys und Amanos sind ein lebender Beweis)

    Servus!

    Leo
     
    #10 18. Juni 2004
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