Blutsalmler

Dieses Thema im Forum "Züchterforum" wurde erstellt von Anonymous, 12. August 2004.

  1. Anonymous
    Anonymous Gast
    Hallo!
    Ich habe 12 Blutsalmler und 12 Rote Neons in einem 200 Liter Aquarium.Nun möchte ich Blutsalmler züchten.Hat jemand Erfahrung mit diesen Salmlern bezüglich zur Zucht?Wäre sehr dankbar!
    MfG Mona
     
    #1 12. August 2004
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
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    Hallo,

    ich hab mal einen Zuchtbericht über den Schmucksalmler von Nachstedt/Tusche (Züchterkniffe I von 1983, 13. Auflage) ein wenig für Hyphessobrycon eques angepasst. Obwohl 2 verschiedene Arten, ist die Zuchttechnik doch die gleiche.


    Hält der Aquarianer H. eques in weichem Wasser bis zu etwa 6° dH, so wird ihm Hyphessobrycon eques dies mit dem Präsentieren seiner herrlichsten orangen Farbenpracht quittieren. Das Liebesspiel der Männchen untereinander ist von kaum nachahmlicher Eleganz. Die Tiere schweben - ihre Flossen stark spreizend - wie Segler über- und nebeneinander. Im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten, dem Schmucksalmler, ist der Blutsalmler allerdings ein wenig ruppig zu anderen Fischen, auch das Imponieren zwischen den Männchen kann mit der einen oder anderen eingerissenen Schwanzflosse enden.

    Die Tiere pflanzen sich im Gesellschaftsaquarium kaum fort; überhaupt sind gut laichende Weibchen selten. Soll ein Zuchtansatz erfolgversprechend sein, so ist ein Becken von mindestens 50 x 30 x 30 Zentimeter Größe erforderlich. Dieses gut gereinigte Aquarium bekommt als Bodengrund eine Schicht sorgfältigt ausgewaschenen und gekochten Kies (2-3 mm).

    Dann wird das Becken mit je zur Hälfte Regen- und destilliertem Frischwasser oder Osmosewasser gefüllt oder mit enthärtetem und teilentsalztem Leitungswasser. Nach einer Kochsalzzugabe von einem gestrichenen Teelöffel auf zehn Liter oder dem geringfügigen Aufhärten mit einem Osmosesalz bleibt das so hergerichtete Becken erst einmal acht Tage stehen. Der Ansatz beginnt mit dem vorsichtigen Einpflanzen sterilisierter, starker Wasserfarne in die Ecken des Aquariums. Ein kräftiger, ebenfalls gereinigter Myriophyllumbusch kommt dazu in die Mitte der Zuchtstätte. Schließlich wird der Hintergrund dicht mit keimfreier Cryptocoryne ciliata besetzt und die Wasseroberfläche mit sauberen schwimmenden Ceratopteren bedeckt.
    Das Becken soll zweckmäßig so aufgestellt werden, daß hin und wieder Strahlen aufgehender Morgensonne die den Hintergrund ausfüllenden Cryptocorynen durchdringen können. Keineswegs darf das Zuchtbecken ausgesprochen hell stehen!

    Bei einer Wassertemperatur von 27°C werden zweijährige Zuchttiere - zwei Männchen und ein Weibchen - wie üblich "ohne Wasser" eingesetzt. Das sogenannte "Zuchtgespann" wird aber nicht etwa schon nach kurzer Zeit ablaichen, sondern es muß sich erst an die neue Umgebung gewöhnen. Den angesetzten Ornatus bietet man stets regelmäßig Futter in Form von wenigen Daphnien oder einzelnen Enchyträen. Die Futtertiere müssen vor Verabreichung unbedingt mit Leitungswasser reichlich abgespült werden, damit wir eine Verschmutzung des Zuchtwassers tunlichst vermeiden. Schnecken sind, wie bei allen Zuchten, dem Ansatzbecken fernzuhalten.

    Haben die Tiere gelaicht, werden sie sofort entfernt, denn auch dieser Salmler ist als starker Laichräuber bekannt. Das Aquarium ist mit Zeitungspapier leicht abzudunkeln.
    Schlüpfen und Aufzucht der Jungtiere stimmen mit Hyphessobrycon flammeus, dem allgemein bekannten "Roten von Rio", überein. Die Embryonen hängen in großer Zahl an Scheiben und Pflanzen. Am fünften Tag ist die Entwicklung zum Jungfisch abgeschlossen; die schwimmende Nachkommenschaft wird mit kleinsten Nauplien und Infusorien gefüttert. Hyphessobrycon eques ist ziemlich produktiv, eine Aufzucht von einigen hundert Jungfischen ist daher durchaus keine Seltenheit.

    Lg
    Jürgen
     
    #2 13. August 2004