kaltwasserwechsel

Dieses Thema im Forum "Züchterforum" wurde erstellt von shary, 24. April 2004.

  1. shary
    shary Bekanntes Mitglied
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    hallo
    hätte da eine frage zu den kaltwasserwechseln zur laichstimulation:
    wie lange soll das wasser kalt bzw kälter als üblich bleiben? wenn ich mit kaltem wasser wechsel (zb regenwasser) sinkt die temp zwar kurzfristig ab, aber der heizstab hat die ursprüngliche temp relativ schnell wieder hergestellt. soll das so sein? oder schaltet ihr den heizer für eine bestimmte zeitlang ab damit es etwas länger kühler ist im wasser? wenn ja, für wie lange? ein paar std? tage?
    lg
    shary
     
    #1 24. April 2004
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  3. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hello,

    welche Fischart möchtest Du denn mit dieser Methode zum Ablaichen bringen?
     
    #2 24. April 2004
  4. shary
    shary Bekanntes Mitglied
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    L260 und L201
     
    #3 24. April 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
    Mitarbeiter Team Zierfischforum
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    Hallo,
    Normalerweise genügt ein Teilwasserwechsel. Manchmal ist eine Serie hilfreich, z.B. 3x im Abstand von 24 Stunden, bei schwerer zu züchtenden Corydoras-Arten (C. sterbai, C. adolfoi) hat sich das bei mir bewährt. Lass mal den Heizer für 5 Stunden ausgesteckt, dieser Zeitraum mit kühlerem Wasser sollte genügen.
    Der Temperaturunterschied sollte wenn möglich 3 °C nicht überschreiten. Immerhin besteht die Gefahr, dass andere Fische im Becken auf diesen Stressfaktor hin Ichthyo bekommen könnten.
    Im Übrigen ist der Temperaturunterschied nur ein Faktor, um die Laichbereitschaft bei Fischen zu stimulieren.

    Mindestens ebenso wichtig sind:

    - die Verringerung der Leitfähigkeit im Zuchtwasser. Erreichen kann mans durch Verwendung von Regenwasser (wie von Dir angesprochen), Osmosewasser, aqua dest oder vollentsalztem Wasser. Simuliert wird damit die Verringerung des Salzgehaltes im natürlichen Biotop durch die Regenfälle. Im Gegenteil davon könnte bei Arten aus extrem weichen Quell-Biotopen eine Erhöhung der Leitfähigkeit erfolgversprechend sein, wenn damit der Eintrag von Mineralien aus dem Überschwemmungsgebiet simuliert werden kann.

    - der (zusätzliche) Eintrag von Huminsäuren in Form von Torf. Simuliert wird damit der Eintrag von Säuren und Gerbstoffen aus Blättern und Moosen durch die Überschwemmung von Landgebieten in der Regenzeit. Man könnte auch eine Laubschicht aus Buchenblättern im Becken einbringen, was ästhetisch auch ganz vorteilhaft aussieht. Die Methode funktioniert unabhängig davon, ob die Art aus einem Klarwasserfluss oder einem teefarbenen Gewässer (Rio Negro) stammt.

    - der Veränderung des pH-Wertes im Aquarium (Absenkung). Während sich übers Jahr die pH-Werte nur unwesentlich ändern, kommt es in der Regenzeit zu einer Verringerung des Wertes, v.a. wenn Gerbsäuren aus den überschwemmten Laubschichten im Zusammenspiel mit den Niederschlägen den pH-Wert drücken. Die Methode (und einige andere auch) kann hilfreich sein, wenn 'harmlosere' Massnahmen nicht zum Erfolg geführt haben; tatsächlich müsste man ziemlich genaue dokumentierte Messwerte des Biotops zur Verfügung haben (die zu bekommen ist ziemlich aussichtslos), um die Lebensbedingungen für die Fische nicht gravierend zu verschlechtern.

    - der Erhöhung des Futterangebotes (Lebendfutter). Simuliert wird damit das reichhaltigere Nahrungsangebot nach Überschwemmung der Landgebiete in der Regenzeit (Mückenlarven, Wurmfutter). Zwei Wochen im Futter kurzgehaltene Corydoras (zumindest die 'einfacheren' Arten) reagieren auf 'ausgelassenen' Wasserwechsel und nachfolgend mehrere kühlere Tw-Wechsel + üppigem Nahrungsangebot fast immer mit Laichansatz und anschliessendem Ablaichen. Sehr gut geeignete Methode!

    - der Erhöhung des Wasserstandes im Aquarium. Simuliert wird auch damit der höhere Wasserstand im Amazonas bzw. seinen Zuläufen. Ist im Aquarium allerdings schwierig umzusetzen, man müsste schon gezielt in einem 60+ cm hohen Becken den Wasserstand halbieren. Auch eine Erhöhung der Pumpenleistung kann bei strömungsliebenden Fischarten in Kombination mit anderen Faktoren ein Anreiz zur Laichbildung sein - mehr Wasser im Flussbett, mehr Strömung. Dazu muss allerdings vorher über einen längeren Zeitraum die Pumpenleistung im Aquarium ein wenig reduziert werden, klaro.

    - dem Einschwemmen von Schwebstoffen ins Becken, z.B. in Form von Lehm oder Laterit. Simuliert wird dadurch die Erosion des Urwaldbodens durch die Regenfälle. Es funktioniert auch, wenn man den Filterschwamm mal ausnahmsweise im Becken selber auswäscht. Die entstehende 'Sauerei' schadet den Fischen nicht, und die Schwebstoffe und Mulmpartikel sind schon am 3. Tag wieder im Filter verschwunden. Bei Lehm und Laterit kann das schon einige Wochen dauern, bis die Trübung, die bei (im Kies) gesetzten Lehmpartikeln ja durch die Wühlarbeit der Fische prolongiert wird, verschwindet.

    - der Simulation von Regen. Etwas schwierig umzusetzen, aber ein nicht unwichtiges Detail, um beim Fisch alle Sinne anzusprechen (Seitenlinienorgan reagiert auf Druckwellen der Regentropfen). Auch wenns phantastisch klingt ist es nicht weit hergeholt und im Zusammenspiel mit den anderen Massnahmen eine zusätzliche (logische) Ergänzung. Simulieren kann mans im Aquaterrarium mit einer Beregnungsanlage, wie man sie für Terrarien verwendet. Es sollte aber auch genügen, wenn man den Filterauslauf so einstellt, dass das Wasser ordentlich auf die Wasseroberfläche plätschern kann.

    - Auch die Simulation einer Trockenzeit lässt sich gut durchführen. Im Prinzip müsste man für einige Zeit den Wasserwechsel ausfallen lassen und für eine langsame Erhöhung des Leitwertes, z.B. durch reines Nachfüllen des verdunsteten Wassers im Aquarium, sorgen.
    Wenn dann auch die Fütterung eingeschränkt wird, kann man damit das geringere Nahrungsangebot in der Natur simulieren: die Fische müssen in den Gewässern mit geringerem Wasserstand 'zusammenrücken'. Die Schwierigkeit besteht dann darin, nicht gleichzeitig auch einen unerwünschten Anstieg von Phosphat und Nitrat zuzulassen. Diese Methode verlangt einiges Fingerspitzengefühl und Erfahrung, könnte aber bei vielen schwer züchtbaren Arten zum Erfolg führen, zumal wenn man dann in der Folge eine Regenzeit simuliert.

    Erwähnenswert scheint mir, dass immer mehrere Faktoren gleichzeitig und schlagartig (= über mehrere Tage) zu den gewohnten Hälterungsbedingungen verändert werden müssen, um die Fische zu stimulieren und eine Art 'Aufbruchsstimmung' ins Becken zu bringen. Also: Mehrere Wasserwechsel mit kühlerem Wasser + Erhöhung des Futterangebotes über das gewohnte Mass (so die Fische nicht schon überfüttert und verfettet sind) + Veränderungen im Leitwert (Salzgehalt). Alle weiteren zusätzlichen Methoden können das Tüpfelchen auf dem i sein. Ebenso die (absichtlich) nicht angeführte Simulation von Gewittern mittels Disco-Lämpchen oder tiefen Basstönen aus der Stereo-Anlage - unnötiger Schnickschnack, jedes natürliche aufziehende Gewitter stimuliert da mit Veränderung des Luftdrucks besser. Es könnte sich allerdings auszahlen, mit den Vorbereitungen der Stimulations-Massnahmen im Aquarium auf ein grösseres Tiefdruckgebiet zu warten.
    Die Bemühungen können bei Wildfangtieren und Nachzuchten unabhängig von der herrschenden Jahreszeit im Ursprungsbiotop durchgeführt werden. Interessanterweise klappts mit dem Züchten von Aquarienfischen im Herbst/Winter mit abnehmender Tageslänge besser als im Sommer, obwohl die Tageslänge in den Tropen fast immer gleich ist. Verantwortlich dafür sind vermutlich die höheren Temperaturen im Sommer im Aquarium mit der nachfolgenden 'Abkühlung'. Aber vielleicht guckt man ja auch einfach öfter ins Becken und hat wieder mehr Zeit zum Wasserwechseln. ;-)

    So... jetzt hab ich einiges aus dem (meinem) Nähkästchen geplaudert. Wie üblich konnte ich mal wieder meine Klappe nicht halten und musste gleich in die Vollen langen - sorry, aber wenns ums Züchten von Fischen geht bin ich in meinem Element.
    Alle diese Methoden sind übrigens angelesen bzw. 'angehört' oder einfach nur erfragt, und ich kann dafür ad hoc keinen Autor zitieren, der sie 'erfunden' hätte, sie liegen wohl zu Dutzenden in meinen (uralt) Aquaristik-Zeitschriften vergraben. Auch das rumgoogeln hab ich mir in diesem Fall erspart und das Ganze (wie fast immer) aus dem Gedächtnis runtergeschrieben. Ich hab alle Methoden ausprobiert, und sie haben in unterschiedlichen Kombinationen bei Panzerwelsen, Salmlern, Barben und Cichliden gut funktioniert.
    Obwohl: meistens hat eine Serie einfacher Wasserwechsel mit kühlerem Leitungswasser schon genügt ;-)

    Die Methoden 'funktionieren' bei fast allen Weichwasser-Zierfischarten aus Südamerika und Asien. Bei afrikanischen Seenbarschen genügt normalerweise ein umfangreicherer Teilwasserwechsel (doppelte Menge als üblich) mit einer Absenkung um 3-4 °C, um Frühlingsfieber ausbrechen zu lassen. Grundvoraussetzung für alle gravierenden Änderungen an Ernährung, Wasserchemie und Physik: die Fische MÜSSEN optimal konditioniert (Futter, Vitamine) und fit (eingewöhnt) sein und dürfen keinen weiteren Stressfaktoren, wie z.B. Überbesatz, ausgesetzt sein. Bei allen Methoden sind die ursprünglichen Lebensbedingungen der Fische im jeweiligen Biotop zu berücksichtigen. Es hilft wenig und schadet viel, wenn man bestimmten Fischgruppen einen kalten 'Schwall' verabreicht, wenn sie zur Laichstimulation höhere Wassertemperaturen (Discusfische, Labyrinthfische etc.) benötigen würden oder auf zu umfangreiche (kühle) Frischwassergaben mit Schockzuständen (Rotkopfsalmler, Rote Neon) und nachfolgenden Stresserkrankungen reagieren.

    Für Deine L-260 und L-201 würde ich ausprobieren:
    - Wasserwechsel-Methode (3x 1/3 alle 24 Stunden) nach einem (oder je nach Nitrat bzw. Phosphat-Gehalt) ausgelassenen Tw-Wechsel, Abkühlung von 2-3 Grad zur optimalen Hälterungstemperatur
    - Verabreichung von Frostfutter oder Lebendfutter über das normale Mass hinaus
    - Erhöhung der Pumpenleistung (= mehr Strömung) durch Einbringen einer weiteren Pumpe
    - Verringerung des Leitwertes durch Verwendung von Osmose-Wasser (oder eine Methode Deiner Wahl)
    - Verringerung des pH-Wertes um mindestens 0,3 pH zum üblichen pH-Wert, obwohl die Methode nicht unbedingt notwendig ist und sich diese Welse vermutlich auch im mittelharten Wasser züchten lassen dürften.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 25. April 2004
  6. shary
    shary Bekanntes Mitglied
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    so eine tolle antwort hab ich mir nicht mal zu erhoffen gewagt *g*... jürgen du bist wie immer ein wahnsinn :beifall:
    DANKE!
     
    #5 25. April 2004
  7. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Bitteschön

    Büdde. Es war mir, wie immer, ein Vergnügen :)

    Lg
    Jürgen
     
    #6 25. April 2004
  8. Leo
    Leo Bekanntes Mitglied
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    Re: Bitteschön

    Hallo Jürgen!

    Sehr interessant, danke auch für die Mühe!

    Servus!

    Leo
     
    #7 26. April 2004
  9. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Laichstimulation bei Zierfischen (Panzerwelsen)

    Hallo,

    Nun hab ich beim Nachlesen bei Hans Georg Evers in seinem Buch 'Panzerwelse' (1994) doch eine sehr gute Zusammenfassung zum Thema Nachzucht von Zierfischen gefunden. Ich erlaube mir eine Kurzzusammenfassung der entsprechenden Passage, in der es naturgemäss um Arten der Gattung Corydoras geht. Kernaussagen sind allerdings auch auf andere Zierfischarten übertragbar.

    • Die Laichzeit der Panzerwelse fällt in die ersten Monate der Regenzeit, sofern für das Verbreitungsgebiet eine solche existiert. Die schlüpfenden Jungfische finden dann optimale Futterbedingungen vor und können im Schutze der häufig überfluteten Ufervegetation heranwachsen.
    • Schon bei der Anschaffung einer Art sollte auf ein günstiges Geschlechterverhältnis geachtet werden. Dabei gilt für die meisten Arten (Anm.: von Panzerwelsen) ein Männchenüberhang als vorteilhaft. Offensichtlich sind zur vollständigen Befruchtung der Eier sehr produktiver Arten mehrere Männchen nötig. So bemerkte RÖSSEL (1990), dass bei C. aenaeus nur max. ca. 100 Eier von einem Männchen befruchtet werden. Weniger produktive Arten (z.B. C. melini) sind gut im Paaransatz zu vermehren.
    Die Stimulation der Zuchttiere ist eines der am häufigsten diskutierten Themen unter Panzerwelszüchtern.
    • Konstante Bedingungen
      Arten aus einigen Gebieten Zentral-Amazoniens unterliegen in ihren natürlichen Habitaten keinen stark ausgeprägten Regenzeiten. Eine ständig gleichbleibende Wasserqualität und Beleuchtungsdauer sind hier meist hilfreicher als extreme Schwankungenn in der Wasserqualität. So gepflegt haben die Weibchen ständig einen gewissen Laichansatz, und kleinere Schwankungen, wie z.B. ein etwas grösserer Wasserwechsel, lösen das Ablaichen einige Tage später aus.
    • Die Wechsel-Methode
      Gemeint sind ein- oder mehrmalige Wechsel der Pflegebedingungen (...). Arten, die z.B. aus dem Hochland Südostbrasiliens stammen (C. nattereri, C. barbatus) reagieren auf eine Temperaturabsenkung durch kühlere Wasserwechsel (unter 20 °C), während eine Art aus dem brasilianischen Pantanal (C. sterbai, C. caudimaculatus) bei so niedrigen Temperaturen jegliche Fortpflanzungsaktivität einstellt. Häufig hilft es, über einen längeren Zeitraum nur kleine oder gar keine Wasserwechsel vorzunehmen, um dann über mehrere Tage hinweg kräftige Wasserwechsel folgen zu lassen. Damit einhergehende Temperaturabsenkungen oder -hebungen, Änderungen in der Fütterung oder ein künstiliches Eintrüben des Wassers durch z.B. Ausdrücken des Filtermaterials sind genau so flankierende Massnahmen wie ein eventueller Wechsel im Wasserchemismus. All dies soll in etwa die Wirkungen der Regenzeit bzw. von kräftigen Regenfällen im Habitat imitieren. Mit der Wechsel-Methode kann man sehr viele Artennachzüchten, wobei es unter diesen einige verschiedene Typen gibt.
    • Rhythmus-Laicher
      Solche Arten laichen, sind sie erst einmal erfolgreich stimuliert worden, über einen längeren Zeitraum in gewissen Abständen mehrmals ab. Meist genügt schon ein kräftiger Wasserwechsel, um ein erneutes Ablaichen anzuregen. Kennzeichnend für diese Arten sind nur wenige bis max. 200-300 Eier pro Laichgang. Die Abstände zwischen den Laichgängen können wenige Tage bis einige Wochen betragen.
    • Einmal-Laicher
      Diese Arten sind ausserhalb der natürlichen Laichzeit nur schwer zu stimulieren. Die Weibchen geben in einem oder nur sehr wenigen Laichgängen ihren gesamten Eiervorrat ab und sind bis zur nächsten Laichzeit trotz manchmal schon wieder kräftigen Laichansatzes nicht mehr zum Ablaichen zu bewegen. Provovziert man das Ablaichen trotzdem, so laichen die Tiere zwar eventuell tatsächlich, die Innere Uhr ist aber gestört, was einen Laichstop für mehrere Jahre zur Folge haben kann (MATSCHKE und MATSCHKE 1971)
    • Dämmerlicht-Laicher
      Zu dieser Gruppe zählen sowohl Rhythmus- (C. leopardus) als auch Einmal-Laicher (C. eques), die sich durch eine Verringerung der Beleuchtungsdauer und - stärke anregen lassen. Dabei sind andere, grosse Wechsel der Pflegebedinungen oftmals gar nicht weiter nötig. Urwaldbäche werden oft durch den direkt angrenzenden Galeriewald stark beschattet, und nur ein Bruchteil des Sonnenlichtes dringt bis zum Gewässergrund. Dies ist vielleicht der Grund dafür, dass manche Arten, vor allem die punktierten Corydoras, kaum anders als durch die Imitation dieses Dämmerlichtes zur Nachzucht zu bringen sind. (...). Dazu werden die Aquarien mit dunklen Folien abgeklebt, so dass der Laichvorgang, sonst nur verborgen in der Nacht, auch am Tage beobachtet werden kann. Viele Arten, die lange als unzüchtbar galten, wie C. haraldschultzi, C. leopardus oder C. pulcher sollen so schon vermehrt worden sein. Anscheinend laichen diese Arten aus Mangel an Dämmerlicht nachts ab und haben bis zum nächsten Morgen die Eier bereits gefressen, so dass der Pfleger meist gar nicht bemerkt, dass gelaicht wurde.

    Sehr interessant das Ganze. Und einigges davon dürfte auch für die Zucht von Saugwelsen infrage kommen, z.B. die Abdunklung des Beckens (wie das Christian in seinem Becken versuchen möchte).

    Lg
    Jürgen
     
    #8 23. Mai 2004
  10. Philipp
    Philipp Bekanntes Mitglied
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    Na da muß ich mich auch mal wieder in die Reihe der Danksager einreihen.

    @Jürgen: Danke für die umfangreichen Infos!!!!!!
     
    #9 23. Mai 2004
  11. feko
    feko Aktives Mitglied
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    hallo
    Sehr sehr intressant das ganze.simuliere momentan auch die Trockenzeit.
    Normal habe ich 25 ° c,momentan 28°,möchte diese auf 30 ° in den letzen wochen ansteigen lassen,und den Wasserstand senken.Zur Regenzeit dann im März mit kühlem Regenwasser runterkühlen sowie Wasserstand schnell erhöhen..Natürlich mit Brause,trüben wasser und allem drum und dran.
    Ich habe nur angst,das sich meine Tiere die Gasblasenkrankheit zuziehen könnten,was wirklich fatal wäre,da ich sehr wertvolle Fische besitze.
    Wie groß darf der Tempsturz maximal sein?
    lg
     
    #10 23. Dezember 2008
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