Microgeophagus ramirezi Zucht(versuch)

Dieses Thema im Forum "Züchterforum" wurde erstellt von Christian, 9. September 2003.

  1. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo Leute,

    heute hab ich meinen Augen nicht getraut, als ich in mein Aquarium geblickt habe und auf meiner Kokosnuss viele kleine Eier entdeckt habe. :dance: Da beide Schmetterlingsbuntbarsche das Gelge verteidigten hab ich messerscharf kombiniert, dass es von ihnen stammt.

    Nach Rücksprache mit Jürgen hab, ich mir ein 25 Liter Becken geleistet und es zu 50% mit Wasser aus meinem Aquarium gefüllt und vorsichtig die Kokosnuss umgesetzt. (damit die Fische keinen zu großen Schock davontragen, hab ich gleich eine Neue wieder hineingesetzt.) Dann hab ich das Aquarium mit frischem Tiroler Bergquellwasser gefüllt. Als einzigen Zusatz habe ich eSHa 2000 (3 Tropfen) hinzugeben dürfen, um Verpilzungen bei den Eiern zu verhindern. Filter verwende ich keinen, sonder ich belüfte es mit einer Luftpumpe, damit die Eier schön von Wasser umströmt werden.

    Wie ein kleines Geburtstagsgeschenk hab ich das Aquarium in eine Decke eingehüllt (es empfiehlt sich dabei NICHT die Lieblingsdecke der Freundin zu verwenden), weil es die Eier dunkel haben wollen.

    Soll ich jetzt jeden Tag 3 Tropfen eSHa2000 hinzugeben oder reicht die einmalige Dosis? Für mich schauen alle Eier eigentlich gesund aus. :?:

    Lg, WM
     
    #1 9. September 2003
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  3. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Morgen,

    heute in der Früh bin ich fast in Ohnmacht gefallen. Ich musste sicher 10% der Eier auf Grund einer Verpilzung entfernen. :wall: Soll ich das eSHa2000 etwas erhöhen? Ich hab meine Kokosnuss dabei etwas angehoben und die Eier mit einem scharfen Messer weggespickt, soll ich sie aus dem Wasser noch bergen oder ist das egal?

    Wie verändern sich eigentlich die Eier im Laufe ihrer Reifung?

    Lg, WM
     
    #2 10. September 2003
  4. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    es werden wahrscheinlich noch ein wenig mehr Eier verpilzen, aber das ist ganz normal.
    Du darfst keine weitere Dosierungen von Esha vornehmen, sonst könnten die Larven bzw. später die Jungfische Missbildungen aufweisen.

    Die herausgepickten verpilzten Eier solltest Du sicherheitshalber absaugen, am besten mit einer Pipette.

    Die Eier selber verändern sich im Reifeprozess nicht mehr, weder in der Größe noch in der Färbung. Sie bleiben klar und durchsichtig. Erst wenige Stunden vor dem Schlupf kann man bereits die Augen der Larven durchschimmern sehen.
     
    #3 10. September 2003
  5. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hi Jürgen,

    hab gerade zum zweiten Mal die Verpackung gelüftet - mit einem sehr ernüchternden Ergebnis. Vergleichbar wäre es etwa mit Färöer (oder wie auch immer man diese Inseln schreibt) : Österreich in der 88min. Sehr debakulös und bald vorbei. :sad:

    Ich hab fast die Hälfte der Eier entfernen müssen. Aus den Eiern, die ich lässigerweise nicht entfernt habe, ist inzwischen der Pilz munter weitergewachsen. Ich glaub ich hab nicht sauber genug gearbeitet. :kratz:

    Noch hab ich aber die Hoffnung nicht ganz aufgegeben.

    Lg, WM
     
    #4 10. September 2003
  6. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    schon möglich... besser wärs auch gewesen das Gelege gleich nach dem Ablaichen ins Zuchtbecken zu überführen.
    Aber tröste Dich: sogar wenn alles optimal gelaufen wäre hätte das 1. Gelege ein Totalausfall werden können; ganz einfach weil womöglich das Weibchen schon zu lange mit diesen Eiern im Bauch ohne Männchen rumschwimmen musste, oder weil die Befruchtungsrate durch das (zu junge oder unerfahrene) Männchen noch schlecht sein kann.
    Das nächste Mal wirds besser...
    Und: ein paar Eier sind ja noch da, die schlüpfen dann morgen ;-)

    Lg
    Jürgen
     
    #5 10. September 2003
  7. Christian
    Christian Bekanntes Mitglied
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    Hallo, :tear: :sad:

    die Hoffnung stirbt als letztes, doch irgendwann stirbt sie. So geschehen vor 5 min als ich wieder einen Blick ins Becken geworfen hab: alle Eier verpilzt, ich war gezwungen schweren Herzens meinen Zuchtversuch vorzeitig abzubrechen. (zur Freude der Platies denn jetzt bekommen sie die Artemiamassen die ich angesetzt habe) :flop:

    Vielen Dank Jürgen, dass Du mich psychologisch auf ein Versagen vorbereitet hast. Jetzt fällt es mir nicht ganz so schwer. :sad: Ich hoffe meine Barsche werden mir bald wieder die Freude machen und ein paar Eier legen! Soll ich jetzt die halbkranken (die letzten Tage gesunden, heute eher wieder kranken) Platies umsetzen?

    Naja über das berühmte 'Erste Mal' wurde schon viel geschrieben, mit dem Ergebnis, dass eine Nullnummer nicht so tragisch ist. :tear: Da kann ich mich nur mit den Worten eines österreichischen Politikers und Neointellektuellen trösten: I'll be back!!
     
    #6 10. September 2003
  8. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Du meinst doch nicht Arnold Schwarzenegger, oder? *grins*
    Fazit: "terminiert"
    :mrgreen:
     
    #7 11. September 2003
  9. Christian
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    Morgen,

    Ja leider endgültig terminiert.. :sad:

    Ich hab mich gestern abend noch auf Fehlersuche gemacht :lupe: und bin im Internet überhaupt nicht fündig geworden. Es wird nur geschrieben, dass die Zucht schwierig sei und man sich beeilen soll, weil die Schmetterlingsbuntbarsche nicht alt werden. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich nicht wirklich einen Plan vom Züchten hab, die Eier viel zu spät geborgen hab, hat mir das Internet bei der Fehlersuche nicht helfen können. :kratz:

    Meinst Du es wäre sinnvoll gewesen, wenn ich das Wasser vorher mit einer UV Lampe bearbeitet hätte (so wie es im Technikforum beschrieben ist)? Ich kann mir vorstellen, dass das UV Licht für die Eier zu mutagen ist, aber vorher einmal etwas entkeimen oder werden die Pilzsporen durch das Muttertier übertragen?

    Was ist den das eigentlich für ein frecher Pilz :hmpf: , der meine Eier da zerstört hat? Candida/Aspergillus, da würde mir sehr spontan natürlich der Einsatz eines Antimykotikums einfallen.

    Liebe Grüße und eine schönen Tag, WM :fish:
     
    #8 11. September 2003
  10. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: Rami terminiert

    Hallo,
    Nein, wäre nicht sinnvoll gewesen. Es hätte nichts genutzt, aber auch nichts geschadet. Ich habe das auch schon probiert und nie eine bessere Schlupfrate erreichen können, auch bei Dauerverwendung eines UV-Entkeimers im Schlupfaquarium. M.E. ist es besonders wichtig, dass die Eier gleich eine Stunde nach der Befruchtung in das Schlupfaquarium überführt werden. Dabei wärs optimal, wenn das Wasser im Inkubationsbecken bereits einige Tage vorbereitet wäre, also: reines Frischwasser, das über 2 Tage belüftet wird.
    Vielleicht machst es das nächste mal so, dass Du die Temperatur in diesem Schlupfbecken nach dem Überführen der Eier auf 29 °C erhöhst. Das verkürzt die Schlupfzeit ganz erheblich. Was ich noch so im Kopf hab waren das glatt 12 Stunden Unterschied bei Ausgangstemperaturen von 25 und 29 °C. Und in 12 Stunden können viele Eier verpilzen :|

    Die Pilzsporen werden nicht durch das Muttertier übertragen. Die Pilze besiedeln nur geschädigte Eier, und zwar schon wenige Stunden nach der Ablage. Die sichtbaren Teile des Pilzes sind ja nur Fruchtkörper, die Hyphen im Ei sind lange vor Erscheinen des typischen "Wattebausches" vorhanden.
    Die Eischädigung selber kann viele Ursachen haben: falsche Wasserwerte, falscher pH-Wert, schlechte Befruchtungsrate, "überlagerte" Eier im Bauch des Weibchens, zu früh abgelegte Eier, zu spät abgelegte Eier (bei Störungen im Brutablauf), unzureichend (mangel)ernährte Elterntiere, eine zu hohe Keimzahl (Bakterien) im Zuchtaquarium etc. etc.

    Beim Pilz selber wird sichs um Aspergillus handeln. Esha als Zuchthilfe wirkt antimykotisch und antibakteriell. Es verhindert die Neuinfektion gesunder Eier und hemmt die Entwicklung des Pilzes. Leider kann es den Pilz in der Dosierung als Zuchthilfe nicht zerstören, weil sonst auch das Erbgut der Eier geschädigt würde.

    Ich habe früher Esha 2000 mit sehr guten Erfolg bei allen Cichliden + eierlegenden Salmlern und Bärblingen verwendet. Bei Überdosierung kann man allerdings das komplette Gelege "terminieren". Bei Panzerwelsen hab ich mit Methylenblau bessere Erfahrungen gemacht. Und zwar mit einer selber hergestellten Stammlösung aus dem kristallinen Methylenblau. Fertige Labormischungen sind nicht geeignet, weil da oft Alkohle oder andere Lösungsmittel bzw. Zusätze enthalten sind.

    Lg
    Jürgen
     
    #9 11. September 2003
  11. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Re: UV-Licht

    Hallo,

    >> UV Licht für die Eier zu mutagen ist... <<

    Auf keinen Fall wirkt sich das UV-Licht bei Verwendung eines UV-Entkeimers (Wasserklärer) mutagen auf die Embryonen aus, weil die Eier niemals in direkten Kontakt mit dem UV-Licht kommen. Die Bestrahlung des durchfliessenden Wassers selber findet ja in einem Gerät extern statt. Und das Wasser kann UV-Strahlen nicht speichern oder um die Schutzbarriere des Entkeimers herum "transportieren".

    Lg
    Jürgen
     
    #10 11. September 2003
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