Purpurprachtbarsch

Dieses Thema im Forum "Züchterforum" wurde erstellt von Aqua-Flo, 14. Mai 2017.

  1. Aqua-Flo
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    Hallo zusammen!

    Ich hab mir gedacht ich erzähl euch mal von meinem ersten Purpurprachtbarsch-Nachwuchs und wenns euch gefällt führ ich den Thread einfach laufend weiter ;)

    Zur Vorgeschichte:

    Eigentlich wurde ich mit Barschen nie so wirklich warm, find sie einfach zu groß und "ruppig" für ein Aquarium, weshalb ich von dieser Familie immer Abstand gehalten habe. Es gibt aber doch eine Menge Aquarianer die Barsche halten und so ließ ich mich von einem Kollegen auch davon "überreden" es mal zu probieren. Allerdings mit Zwergbuntbarschen, diese sind ja doch etwas kleiner, ich persönlich find sie auch hübscher. Zuerst probierte ich es mit einem Pärchen Apistogramma cacatuoides, den Infos zu folge waren diese für den Einstieg empfohlen und nicht so empfindlich auf die Wasserwerte. Ich war allerdings gleich von Anfang an überfordert. Die Fütterung gestaltete sich schwieriger als gedacht, Flockenfutter verweigerten sie total und leider auch die roten Mückenlarven. Kurz um, ich hatte sie nicht lange :/
    Einige Monate später, sah ich dann die Purpurprachtbarsche im Geschäft und wollte es noch einmal probieren. Ein Pärchen wurde gekauft und mit großen Erwartungen in ihr neues Zuhause übersiedelt. Doch wieder kam es ganz anders. Die beiden verstanden sich so gar nicht. Das Männchen jagte das Weibchen schon am zweiten Tag fast pausenlos durchs Becken. Ich konnte es mir gar nicht ansehen und hatte ein verdammt schlechtes Gewissen. In der Not hab ich dann nochmal recherchiert was denn die Ursache dafür sei und wie ich dem Abhilfe schaffen könnte. Ich konnte dann herauslesen, dass dieses Verhalten durchaus ganz normal wäre, wenn das Männchen paarungsbereit ist,das Weibchen aber noch keinen Laichansatz gebildet hat. Es vergingen glaub ich 2 Wochen bis sich die Situation beruhigte. Mehrmals war ich kurz davor die zwei zu trennen, es war nicht mit anzusehen.
    Als die Aggressionen des Männchens endlich nachließen und sich die beiden an einander gewöhnt hatten, entspannte sich die Lage. Nach einigen Wochen akzeptierten sie neben den roten Mückenlarven auch das Flockenfutter, wobei dieses hauptsächlich für die anderen Beckenbewohner war. Ich schaute besonders darauf, dass das Weibchen nicht zu kurz kam. Schließlich stand der Urlaub an und ich musste das Becken meiner Schwester anvertrauen. Ich hatte sie auf alle Fälle vorbereitet und zum Glück gab es keine Komplikationen.
    Etwa eine Woche nach dem Urlaub war es dann soweit. Ich hatte zwei Kokosnussschalen aufgestellt, eine im linken und eine im rechten Eck des Beckens.
    Irgendeine wird ihnen schon zusagen dachte ich. Doch wiedermal war es nicht so einfach wie gedacht. Denn das Männchen wollte das Weibchen unbedingt in die rechte Höhle locken, dieses aber bestand stur auf die linke Höhle. So ging das eine weitere Woche dahin. Schließlich gewann das Weibchen und ich konnte kurz darauf beobachten wie sie den Höhleneingang mit Kies zubaute,dass sie nurnoch waagrecht rein und raus konnte.
    Gespannt wartete ich auf die nächsten Tage, doch es wollte wieder nicht klappen. Schon am zweiten Tag verließ das Weibchen die Höhle und kehrte nicht mehr zurück. Das Gelege war verloren. Ich war ziemlich niedergeschlagen, hatte ich doch schon mit großer Spannung das typische Brutverhalten erwartet.
    Ich vermute Schuld daran war der heftige "Nachbarschaftsstreit" denn, die Höhle befand sich nur etwa 15-20cm von der Ancistrushöhle entfernt und dieser hatte ebenfalls gerade Nachwuchs.
    Danach war erstmal Ruhe für ein ganzes Monat.

    Ende Februar sollte es dann aber gelingen! Das Pärchen stellte sich wesentlich geschickter als beim ersten Mal an, (vermutlich war es auch ihr erster Paarungsversuch) Das Weibchen hatte sich sogar etwa 3 Tage in der Höhle von innen eingeschlossen und den Eingang zugemauert. Laut Internet sollten die Jungen nach 4-7Tagen schlüpfen. Ich hab dann sofort Artemia angesetzt um rechtzeitig Futter bereitstellen zu können. Doch die Jungen ließen sich Zeit, es vergingen 5 Tage, eine Woche, 10 Tage, erst am elften Tag sollte es soweit sein. Die Artemia Nauplien waren längst verfüttert und wegen der ungewissen Geburt hatte ich keine zweite Flascher angesetzt, ich wollte erst abwarten bis die Jungen ihren Dottersack aufgebraucht hatten und zu schwimmen begannen.
    Ich konnte den ersten Ausflug des Nachwuchses aufnehmen.



    Die Eltern bewachten fürsorglichst ihre Jungen und jeder Fisch der es auch nur wagte auf 20cm heran zukommen wurde akribisch verjagt.
    Ich war dann einfach aus irgendeinem Grund zu faul für die ganze Artemia-Prozedur und hab die ersten Tage Cyclops verfüttert. Anfangs war es sehr schwierig,dass das Futter überhaupt bei den Jungen ankam, bevor es von den anderen Fischen gefressen wurde, oder im Filter verschwand. Aus Angst sie würden verhungern hab ich dann noch Hafttabletten auf tierischer Basis reingeworfen, den Wasserwechsel ließ ich auch aus,damit die Jungfische im Mulm etwas Nahrung fanden.
    Dann lief es eigentlich Tag für Tag sehr ähnlich ab. Das Licht ging an, ich kam von der Arbeit nachhause und sah die Eltern die sich stets abwechselten mit den Jungen das Becken erkunden. Am ersten Tag waren sie im Umkreis von 5cm von der Höhle entfernt. Abends ging das Licht aus, kurz davor wurden die Jungen in die Höhle gescheucht und dann ging es am nächsten Morgen wieder von vorne los. Tag für Tag etwa 5cm weiter. Ich fütterte weiter, Cyclops, Tabletten und rote Mückenlarven für die Eltern. 2-3Wochen traute ich mich aus Angst sie würden dann verhungern, den Mulm ( hauptsächlich zersetztes Eichenlaub) nicht entfernen.
    Ich hab dann die anderen Fische (Guppys, Platys ) von der Anzahl gesenkt (umgesetzt) um den Stress für die Eltern zu reduzieren. Doch dafür wurden die handvoll verbliebenen Fische umso mehr attakiert und ich hab dann kurz darauf die Zahl wieder hochgeschraubt um die Aggressionen pro Fisch besser verteilen zu können.
    Die Jungen wuchsen in den nächsten Wochen sehr schnell, so kam es mir vor(fehlen Vergleichswerte, bzw. im Gegensatz zu Lebendgebärdenden)
    Ich fütterte etwa jeden zweiten Tag 1 Frostwürfel Cyclops was für die etwa 30 Jungen total ausreichte.

    Das ganze ist jetzt schon etwa 2 Monate her, ich füge noch ein paar Bilder ein.

    Hier der Höhleneingang, fast zugebaut.
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    Die Eltern
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    Die Jungen 2 Wochen nach der Geburt.
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    Mama passt auf.
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    Bei der Futtersuche (28.4.17)
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    1Mai:Die kleinen Racker verdrücken auch schon die eine oder andere Mückenlarve.
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    Ganz aktuell von heute.
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    In dieser Woche hat sich bei den größten Jungfischen der schwarze Längsstrich deutlicher ausgeprägt,davor waren nur die Flecken vom "Tarnkleid".
    Sie haben jetzt eine Größe von ungefähr 1,5cm und es sind nach wie vor 22-26stk. (die genaue Zahl weiß ich nicht,verzähl mich immer, aber ich denke ich hab keine Verluste bisher)


    Wenn euch dieser Bericht gefallen hat, lasst es mich doch bitte wissen!

    Lg Aqua-Flo
     
    #1 14. Mai 2017
    Zuletzt bearbeitet: 14. Mai 2017
    Uwi gefällt das.
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  3. Harold Weiss
    Harold Weiss Moderator
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    Hallo Aqua-Flo (Lieber würde ich Dich mit realem Namen ansprechen :))!

    Danke für Deine wunderbar erzählte Geschichte - ich habe sie sehr genossen. Du vermittelst damit sehr schön, wie toll es ist, die Vermehrung von Fischen, und speziell bei Deinen die fürsorgliche Brutpflege, mitzuerleben.

    Ich wünsche Dir noch viele schöne Stunden und Momente mit Deinen Tieren!

    Liebe Grüße

    Harold
     
    #2 15. Mai 2017
  4. Uwi
    Uwi Bekanntes Mitglied
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    Hallo Florian (Name erforscht, aber bitte in Zukunft angeben, hier beisst keiner), auch ich finde die Geschichte über dein Purpurprachtbarsch Pärchen sehr schön. Man liest auch deine Geduld daraus, was ich sehr wichtig finde und bestimmt so manchen Zwergbuntbarsch Fan Anregungen gibt. Was für "Feinde" gibt es denn in deinen Unterwasserreich?
    Weiterhin viel Spass beim aufpäppeln und natürlich ggf Abnehmer von deiner Zucht, die mit Liebe passiert.
    Schönen Gruß . . .
     
    #3 15. Mai 2017
  5. Aqua-Flo
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    Guten Abend!

    Freut mich das euch der Bericht gefällt :) Ja das kann schon sehr spannend sein, soetwas mit zu verfolgen, besonders beim ersten Mal.
    Ja ich heiße Florian ;)
    Feinde gibts in dem Becken eigentlich keine. Nur ein paar Guppys aber die werden den Jungen nicht gefährlich, schon gar nicht bei den fürsorglichen Eltern.

    Lg Florian
     
    #4 15. Mai 2017
  6. Aqua-Flo
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    So was hat sich so bei den jungen Purpurprachtbarschen getan?

    Nunja. Sie sind etwas gewachsen, ich schätze mal auf 2 cm. Mir kommt das schon etwas langsam vor aber ich schieb es auch auf das volle Becken. Aus Erfahrung weiß ich bei, schwach besetzten Becken, mit vielen WW, abwechslungsreicher Fütterung wachsen die Fische deutlich schneller ab.
    Ansonsten besitzen sie die typische Musterung, der schwarze Längsstreifen ist deutlich ausgeprägt. An der Rückenflosse macht sich bei manchen Jungen ein roter Streifen an den Spitzen der Rückenflossenstacheln bemerkbar. Evt. ein erster geschlechtsspezifischer Unterschied? Auch sind die besagten Exemplare etwas größer, weshalb ich auf Männchen tippe. Es ist aber dennoch nur eine Vermutung. Mal sehen was sich daraus ergibt.
     

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    #5 2. Juli 2017
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