Was ein Betta bei der Paarung alles falsch machen kann

Dieses Thema im Forum "Züchterforum" wurde erstellt von Merlins, 15. Oktober 2011.

  1. Merlins
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    Hallöchen!

    Ich habe gezögert ob diese Geschichte hier, oder doch im Lachforum hingehört. Urteilt selbst, allerdings muss ich warnen, dass die Geschichte fürchterlich, aber wirklich fürchterlich lang ist.:)


    Ort der Handlung

    Mein stark überwuchertes 60 l Becken, in dem zur Zeit des Geschehens 6 Corydoras leucomelas, 5 Boraras, viele Garnelen, ein paar PHS und die 3 Hauptdarsteller, 1 B. splendens Bock, 1 B. splendens Dame und ein junges B. imbellis Mädchen leben.

    So sieht das Becken kurz NACH dem Gärtnern aus. Vorher sah man nicht viel. :)
    http://s1.directupload.net/file/d/2678/i7vgtgfw_jpg.htm

    [​IMG]



    Die Hauptdarsteller Erik, Lily und Lolita, in der Reihenfolge in der sie ins Becken ein gezogen sind


    Lolita

    Anfang des Jahres habe ich beim WW in einem anderen Becken, versehentlich, eine der damals sehr vielen Betta imbellis Larven aufgesaugt und ins 60 l Becken, quasi als Test, umgesiedelt. Das kleine Ding hat sich tapfer durchgeschlagen und sich inzwischen zu einer hübschen jungen Dame entwickelt. Ich habe sie vor kurzem "Lolita" getauft.
    Das ist Lolita, als sie noch klein und unschuldig war
    [​IMG]
    und am Tag an dem sie ihre letzte Spur von Unschuld verloren hat
    [​IMG]



    Erik

    Im Spätfrühjahr, während eines harmlosen "Routinebesuchs" in einem Aqualaden, wurde ich auf ein Becken besonders aufmerksam. Eine Handvoll Buntbarsche waren wie beim Militär in einer Ecke aufgereiht und starrten sehnsüchtig auf die einzige Höhle im kargen Becken, aus der eine knallrote Schnauze rausguckte. Sobald die Barsche versucht haben die Ecke zu verlassen und sich der Höhle zu nähern, schoß ein prächtiger, großer Betta raus und wies die Ungehorsamen sehr effizient wieder in die ihnen zugewiesene Ecke zurück. Ich habe mir die Szene bewundernd und gleichzeitig amüsiert, gute 15-20 Minuten angeguckt, was offensichtlich zu viel war. Zu viel, weil ich mich dabei in den energischen Betta verguckt habe.
    In der darauffolgenden Woche habe ich den Betta abgeholt und nach weiteren 2-3 Wochen Quarantäne habe ich ihn in das 60 l Becken einquartiert und ihn Erik benannt.
    Ich habe bis jetzt noch nie Grund gehabt mich über Erik zu beschweren. Er ist zwar nicht mehr der Allerjünste (wie man an der beachtlichen Länge seiner Ventralen erkennen kann), aber ein richtiger Prachtkerl und ein ganz Lieber obendrauf. In den ersten Stunden nachdem er sein neues Heim betreten hat, hat er sich in typischer Betta-Manier aufgeführt, alles erkundet und klar gestellt, wer ab da das Sagen im Becken hat und welches seine persönliche Ecke ist. Da ihm niemand widersprochen hat, hat er sich schnell beruhigt und lebt seitdem zufrieden und sehr friedlich zusammen mit seinen Beckenmitbewohnern.
    Das ist Erik:
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    [​IMG]
    [​IMG]



    Lily

    Lily ist meine heiß geliebte, tapfere und gutmutige Betta splendens Dame. Sie lebt seit Anfang des Jahres bei mir, ihr Domizil war allerdings ein 54 l Becken, bis das betreffende Becken Anfang September undicht wurde und ich sie in großer Eile und nicht ganz ohne Bange ins 60-ger Becken umsiedeln musste.
    Damit beginnt eigentlich die ganze Geschichte. :)
    Das ist Lily:
    [​IMG]
    [​IMG]





    Wie alles begann

    Ich habe mich zwar bemüht Lily möglichst unauffällig ins 60-ger Becken reinzumogeln, Erik hat´s aber schnell herausgekriegt. Die Begegnung der beiden splendens verlief erstmal recht stürmisch, allerdings nur in den ersten Minuten, bis Erik den Eindringling als weibliche Artgenossin erkannt hat. Das muss ihm nicht schwer gefallen sein, da Lily sofort auffallende Querstreifen und leuchtende Farben aufgesetzt hatte und die Laichpapille von weitem zu erkennen war.

    In den nächsten 2-3 Tagen hat Erik Lily immer wieder gesucht und wenn er sie gefunden hat (was in dem Becken mit reichlich Verstecken, die einem großen, langflossigen Bock nicht so leicht zugänglich sind, gar nicht so leicht ist), hat er sich mit aufgestellten Flossen von seinen besten Seiten gezeigt, richtige Flamencotänze vollführt und immer wieder versucht Lily in seiner Privatecke zu locken, indem er nach dem Tanz Richtung Privatecke geschwommen ist und sich immer wieder umgedreht hat, um zu sehen ob sie ihm folgt. Lily war von Anfang an offensichtlich hoch interessiert, aber noch nicht ganz überzeugt und willig ihm zu folgen. Irgendwann während der Vorführungen hat sie sich immer wieder einfach aus dem Staub gemacht und den verdutzten Bock stehen gelassen. Manchmal hat Erik versucht sie stürmisch zu verfolgen, da er aber dabei nie wirklich weit kommen konnte, musste er sich abfinden. Darauf hin hat er meistens noch ein paar Kontrollrunden mit zuckenden Flossen durchs Becken gedreht und sich in seiner Ecke zurückgezogen um ratlos zu schmollen. Auf den Gedanken ein Schaumnest zu bauen, ist er nie gekommen.
    Ich habe aber auch öfter beobachtet wie Lily Erik aufgesucht hat. Dabei hat sie sich vorsichtig genähert, ihn mit kurzen, wedelnden Schwanzflosssenbewegungen versöhnt, ihm ihre Flanke präsentiert und dabei verstohlen seine Ecke inspiziert. Manchmal hat Erik sie lustlos verjagt, manchmal ist er ruhig und völlig desinteressiert geblieben, aber meistens hat er kurz darauf wieder angefangen zu tanzen. Da das aber scheinbar nicht das war, was Lily erwartet hatte, hat sie sich schnell wieder aus dem Staub gemacht und den faulen Bock, der kein Schaumnest gebaut hatte, wieder alleine gelassen.



    Dann kam der Tag der Paarung
    ...wenn auch nicht nach klassischem Modell, so wie man es von Bettas erwarten würde. :)

    Als ich das Geschehen zu erst bemerkt habe, sah ich wie Lily in Eriks Privatecke, ihn immer wieder sanft in die Flanke stieß. Erik stand ziemlich dumm da, hoch interessiert und bereitwillig, jedoch ohne einen Plan was er weiter tun sollte. Lilys schlängende Bewegungen wurden immer aufdringlicher, sie machte ihm vor, wie Scheinpaarungen aussehen müssten. Erik versuchte zwar lernwillig sich ihren Bewegungen anzupassen, schaffte es aber nicht wirklich den Rhythmus herauszukriegen und sie richtig zu umschlingen. Irgendwann hat sich Lily alleine mit dem Bauch nach oben gedreht und eine Menge Eier abgestoßen, während Erik dicht daneben dumm stand und neugierig guckte, ohne zu wissen was er nun tun sollte. Die Eier sind langsam zu Boden gesunken, wo bereits eine ganze Schar Nelen versammelt waren.
    Es folgten noch ein paar ähnliche Paarungen und Eiabgaben. Irgendwann entschied sich Lily die Eier selbst einzusammeln. Erik folgte ihr und nahm sich ein Beispiel an ihr, aber bald standen beide da mit vollen Mäulen und wussten nicht wohin mit den Eiern. Ein Schaumnest gab´s ja nicht. Erik spuckte die Eier Richtung Wasseroberfläche, aber leider sanken diese nach kurzer Zeit wieder zu Boden und nach einigen weiteren Versuchen Eier einzusammeln, lies sein Fleiss nach. Dieser kleine Umstand war aber für die beiden immer noch kein Grund auf weitere Paarungen (oder eher Paarungsversuche) zu verzichten. Es folgten noch zich genau so ungeschickte Umschlingungen, bei denen Lily praktisch alles alleine machen musste und Erik den Dreh immer noch nicht raus hatte. Dann kam der Höhepunkt: ich konnte meinen Augen nicht trauen, als sich Erik ziemlich gleichzeitig mit Lily auch in Laichstarre fallen ließ! Auch bei den nächsten 2-3 Paarungen tat Erik so, als ob er auch in Laichstarre fallen würde. Ich wüsste nur zu gerne was sich der Bock dabei gedacht hat?! :)
    Mein GG und ich haben an dem Tag Tränen gelacht, aber irgendwann mussten wir doch Abendessen gehen und haben die letzten Paarungen verpasst. Davor habe ich zwar 2 Videos gemacht, die Qualität ist aber sehr schlecht, da ich mich beinahe auf die Schnauze gelegt habe, als ich eine günstigere, nähere Position, einnehmen wollte.
    Ich muss noch erwähnen, das wir nicht die einzigen Spanner während der Paarung waren. Lolita hat das Ganze auch sehr sehr aufgeregt verfolgt und leuchtete dabei im schönsten Querstreifen-Look.


    Die nächsten paar Tage waren dagegen fast unspektakulär.
    Die beiden Mädels haben einen gewaltigen Appettit gehabt und sich um die Wette vollgestopft.
    Erik dagegen war beim Fressen eher bescheiden. Er hat Einsicht gezeigt und angefangen ein Schaumnest zu bauen, hat aber kaum 15-20 Blasen zusammengekriegt und so richtig gepflegt hat er sie auch nicht. Er hat öfter probiert Lily wieder anzubalzen, vorzutanzen und sie in seiner Ecke zu locken, Lily ist aber diesmal hart geblieben und hat sich aus dem Staub gemacht, wenn´s ihr zu viel wurde. Weshalb wohl? ;-)
    3-4 Tage nach der Paarung hat Lily bei der Fütterung, direkt vor meinen Augen eine Wolke Eier alleine abgestoßen, während Erik in einer ganz anderen Ecke war.
    Lolitas Zeit war jetzt gekommen. Die kleine zierliche imbellis hat seit dem Tag an dem sie den splendens bei der Paarung zugeguckt hat, immer kräftigere Farben und Streifen, plus eine auffallende Laichpapille, bekommen. Wenn sie nicht gerade mit Mampfen beschäftigt war, ist sie hartnäckig Erik hinterher geschwommen und hat immer wieder Eriks Ecke besucht. Anfangs wollte Erik nichts von ihr wissen und hat sie verscheucht. Nach einigen Tagen hat sich jedoch Eriks Einstellung geändert, er schien sie immer mehr zu akzeptieren und oh Wunder!- er hat angefangen erneut an einem Schaumnestchen zu bauen, diesmal sogar etwas ernster. Die Kleine scheint ihm richtig Feuer unterm A. gemacht zu haben, denn sein neues Schaumnest hatte diesmal mindestens 30 Bläschen! :)



    Und nochmal Paarung?!

    Tatsächlich! Kaum eine Woche nach der ersten Paarung konnte ich sehen, wie sich Erik mit Lolita gepaart hat. Fast hätte ich diese 2-te Paarung verpasst und ich schätze ich habe nur noch die letzten Akte erwischt. Es gibt auch ein kleines Video dazu, allerdings auch ziemlich schlechter Qualität, grade mal so gut, um ein komplett ungleiches Pärchen, er riesig und sie winzig, bei den Umschlingungen zu sehen. Erik hat sich diesmal etwas weniger dumm angestellt, war jedoch noch ziemlich weit entfernt von dem "Standard" den ich bei anderen Betta gesehen habe.


    Seitdem und bis heute, hat sich nichts mehr Außergewöhnliches getan und ich finde es super so.
    Die beiden Damen haben keinerlei Konflikte, schwimmen total entspannt auch dicht aneinander vorbei, ohne sich aus dem Weg zu gehen und flanieren vorne im Becken, die ganze Zeit während der Erik in Bock-manier in seiner Ecke sitzt und meditiert.
    Erik dreht mehrmals am Tag seine gemächlichen Runden. Manchmal balzt er mit halber Überzeugung die Damen an (eigentlich ist fast immer Lily seine Auserwählte), manchmal imponiert er und dann müssen sich die Damen zurückziehen und manchmal ignoriert er sie und sie ihn.
    Keiner wird gemobbt, keiner muss sich länger verstecken, alle Flossen sind intakt und alle kommen gut zum Fressen. Ich liebe sie! :knuddl:



    Der Tag der endgültigen Überraschung

    ... war jedoch heute, als ich nebst WW massig gegärtnert habe, weil das Becken inzwischen endgültig überwuchert war und selbst die Boraras zwischen den Pflanzen kaum noch schwimmen konnten. Als ich meine Arbeit begutachten wollte, stand plötzlich ein kleiner Fisch - ein Betta!- direkt vor meinen Augen! :shock: :shock: :shock:
    Ich konnte und kann es immer noch kaum fassen. Hätte nie gedacht dass aus den urkomischen und scheinbar mißlingenenen Paarungen was wird, aber ich muss mich offensichtlich bei meinem lieben Erik entschuldigen, denn so unfähig war er doch nicht.
    Ich wünsche mir sooo sehr, dass der Winzling überlebt! Noch ist er grade mal 7-8 mm groß und nicht über den Berg. Ich weiß auch nicht ob es ein reiner splendens, oder ein Mischling ist, wenn er aber groß wird und ein Männchen ist, verspreche ich ihm ein größeres Becken.

    MfG
    Dana
     
    #1 15. Oktober 2011
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  3. Honiglaus
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    huhu Dana!

    sehr interessant dein kleiner Bericht über Erik und Anhang :wink:

    lg Jenny
     
    #2 15. Oktober 2011
  4. Pauli V.
    Pauli V. Bekanntes Mitglied
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    Wow Dana!

    Dein Bericht ist ein Wahnsinn!
    Könnten es die Moderatoren ev. festpinnen?
    Beeindruckte Grüße
     
    #3 15. Oktober 2011
  5. Rene_F
    Rene_F Bekanntes Mitglied
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    hiho

    spitzen bericht, errinert mich an meine betta vermehrungen :)

    betta vermehrungsgruss
     
    #4 15. Oktober 2011
  6. Anonymous
    Anonymous Gast
    #5 15. Oktober 2011
  7. Harold Weiss
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    Danke, Dana, für diesen wunderbaren Bericht! Ich habe ihn genossen!

    Lieben Gruß

    Harold
     
    #6 15. Oktober 2011
  8. Oberhexe
    Oberhexe Bekanntes Mitglied
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    Hallo Dana!

    Dein Bericht ist so voller Bilder geschrieben, dass ich mir richtig vorstellen konnte, wie Erik, Lolita und Lily zusammenleben und Erik's ungeschickte Art, Nachwuchs zu produzieren. Aber - wie soll so ein alter Bock auch wissen, wie es geht, wenn er es noch nie "gemacht" hat....

    Bei den Pandas gab's 'nen "Informationsfilm" - viell. hättest Du etwas in der Richtung auch Erik anbieten sollen....

    LG und *daumendrück*,
    Uschi
     
    #7 15. Oktober 2011
  9. Pauli V.
    Pauli V. Bekanntes Mitglied
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    Du hast ein wansinnig tolle Art, zu schreiben. Die Art und Schreibweise deiner Berichte ist wirklich fantastisch.
     
    #8 15. Oktober 2011
  10. Merlins
    Merlins Bekanntes Mitglied
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    Hallöchen,

    und danke euch sehr für die Geduld beim Lesen der laaangen Betta-Saga!
    Es wäre schön, wenn auch andere von euch hier Geschichten von den Paarungen ihrer Bettas schreiben würden, vor allem von solchen, wo nicht alles wie am Schnürchen läuft und wenn möglich, bitte mit allen pikanten Details! :)


    @Rene

    Solange dich der Bericht dich nur an deine Bettavermehrung und nicht an die eigenen Vermehrungen erinnert, ist alles OK. :lol:


    @Karl

    Vielen lieben Dank für den Link. Ich kannte ihn noch nicht, hatte aber auf anderen Seiten gelesen, dass erste Kreuzungen zwischen imbellis und splendens schon vor sehr langer Zeit stattgefunden haben. Habe mir alles mit Interesse durchgelesen und finde es interessant, allerdings darf man nicht vergessen, dass alles aus Züchtersicht betrachtet wird.
    Es wird im Link erwähnt, dass B. splendens größes Interesse für B. mahachai zeigen, wogegen mahachai die splendens eher ignorieren. Das hat mich sofort an eine eigene Beobachtung erinnert. Mein erster imbellis Bock hat mit seinem Nachwuchs einige Zeit in einem Aquarium direkt auf meinem Schreibtisch verbracht. Leider ist mein damaliger B. splendens Bock erkrankt und kam in ein Quarantänebecken auch auf meinen Schreibtisch, direkt neben dem Imbellisbecken (keine bange, mein Schreibtisch ist riesig :) ). Ich hatte einen Sichtschutz zwischen den Becken und den habe ich einmal beim WW entfernt. Was darauf folgte kann ich mir bis heute nicht erklären. Der normalerweise äußerst scheue imbellis hat sofort seine Kokosnusshöhle verlassen und ist wie magisch angezogen Richtung splendens geschwommen. Beinahe hätte er sich die Nase an der Scheibe plattgedrückt, so sehr wollte er dem splendens näher kommen. Er hatte dabei kräftig leuchtende Querstreifen, genau wie ein Weibchen während der Paarung und war so fasziniert, dass ihn auch meine Bewegungen nicht abgelenkt haben. Es war deffinitiv keine Drohhaltung, keine aufgestellten Kiemen und auch nicht die übliche Art wie imbellis imponieren. Außerdem wäre es für den imbellis selbstmörderisch gewesen, auf den 4 mal größeren splendens einfach so loszugehen, zumal imbellis normalerweise eher feige sind und sich lieber zurückziehen. Was war es aber dann?
    Der arme splendens hat sich währenddessen nicht mal gerührt, als ob er den imbellis gar nicht wahr genommen hätte.
    Ich hätte liebend gerne weiter beobachtet was sich noch tut, wollte aber dem splendens keinerlei Aufregung zumuten und habe nach 5 Minuten den Sichtschutz wieder aufgestellt. Auch danach hat der imbellis noch lange an der Scheibe gestanden, als ob er genau wusste, dass der splendens immer noch dahinter ist.
    Ich meine ich habe hier im Forum 1-2 Bilder hochgeladen, auf denen man den imbellis vor dem splendens sieht.
    Auch Lolita schien von Anfang an Erik "zu verehren", obwohl sie noch sehr jung war, bei ihr kann man es aber mindestens irgendwie verstehen.

    Nun aber zurück zu meinen Helden. Ich habe immer bestanden, dass ich nicht züchten will und ich werde dabei bleiben, egal wie und was. Ich werde sowieso nie wissen, ob der Kleine ein echter B. splendens, oder eine Kreuzung ist. Ist mir ehrlich gesagt auch egal, solange er überlebt, gesund bleibt und die alten Bettas sich auch weiterhin gut vertragen.


    @Uschi

    Immer wieder erheben sich Stimmen die uns ermahnen, Fische nicht zu vermenschlichen. Das fällt aber oft schwer, nicht wahr? :) So mancher meiner Fische erinnert mich an den einen oder anderen Menschen den ich kenne, und nein, ich werde NICHT verraten an wen mich Erik erinnert. :lol:

    Mit dem "Informationsfilm" für Pandas bringst du mich auf komische Gedanken. Ich habe mich schon gefragt, wieso sich meine so rege paaren und jetzt fällt mir ein, dass sie aus ihrem Aqua, Sicht auf den Fernseher haben. Vielleicht sollte ich meine Männer verhören, ob und wie oft sie XXL-Programme gucken. :lol:

    Vielen lieben Dank fürs Daumendrücken. Theoretisch sollte es klappen, denn in dem Becken haben es bis jetzt viele Babyfische geschafft. Genau wie Lolita, habe ich im laufe der Zeit auch schon Ancistren, Pafi-larven und einen kaum 2 Wochen alten Ramirezi reingegeben und sie sind munter und gesund groß geworden, ohne Extrafütterung und ohne Extramaßnahmen. Nur bei Pandababys war der Erfolg eher bescheiden. Mal gucken.

    LG
    Dana
     
    #9 16. Oktober 2011
  11. Hellsingissa
    Hellsingissa Bekanntes Mitglied
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    Hallo Dana!

    Du weißt ja eh, wie sehr ich deine Berichte immer liebe! Umso mehr hab ich mich gerade köstlich über diesen Bericht amüsiert... :) Herrlich! Kein film kann so spannende sein, wie die Geschichten, die das (Fisch-)Leben schreibt... :D

    Freu mich auf mehr! :)

    LG
    Anna
     
    #10 16. Oktober 2011
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