Zuchtfrage Hyalella azteca

Dieses Thema im Forum "Züchterforum" wurde erstellt von Ulli, 21. September 2011.

  1. Ulli
    Ulli Bekanntes Mitglied
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    Hallo zusammen!

    Ich such' wen mit eingeschlägiger Efahrung mit Nachzucht der oben genannten Kampfkrebse in einem techniklosen Becken.
    Ich will einen 30er Cube mit ein paar submersen Pflanzen und Laub am Sandboden mit ihnen besetzen und brauche Erfahrungswerte, ob sich da punkto Vermehrung rel. rentabel was tut.

    WaWe erfolgt mit Osmoseverschnitt (ergo weicheres wiener Leitungswasser), Fütterung mit Tabs und Granulat, Haltung bei RT, also etwa 21°C.

    Bis dato halte und vermehre ich sie zwar in besetzten Becken und in der Aufzuchtstation, aber ich brauch' mehr, mehr, meeeeehr. :twisted: .

    lg Ulli
     
    #1 21. September 2011
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  3. Pauli V.
    Pauli V. Bekanntes Mitglied
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    Hallo Ulli!

    ich habe keinerlei Ahnung über diese Tiere, aber angeblich sollen sie in mittelhartem Wasser ganz gut zurecht kommen:. Hier der Steckbrief ausm I-Net:

    Wissenschaftlicher Name: Hyalella azteca
    Deutscher Name: mex. Flohkrebse, "Kampfkrebse"
    Herkunft/Verbreitung: Mexiko und Mittelamerika (?)
    Beschreibung: Aussehen entsprechend der europäischen Bachflohkrebse Gammarus pulex, allerdings kleiner bleibend und die Rückenschuppen sind spitz auslaufend
    Geschlechtsunterschiede: Wenn die Tiere im Doppeldecker schwimmen sind die Weibchen die kleineren, inneren.
    Größe der Weibchen in mm: 7 -10 mm
    Größe der Männchen in mm: 10 - 15 mm
    Alterserwartung: unbekannt
    Wassertemperatur: ab etwa 15° C aufwärts. Optimal sind 26 bis 28° C (AR: Halte meine bei Rt: 18-24°C ist aber extrem temperaturtolerant)
    Härte: Sie können nur in hartem Wasser ab etwa 10° dgh überleben: (AR: Kann ich so nicht bestätigen. Massenvermehrung auch bei 5°dGH. Ansonsten Leitungswasser mit ca 10°dGH). Bis ca 1,5% brackwassertolerant!
    PH-Wert: Nach verschiedenen Erfahrungen unwichtig. Selbst in übel riechenden Restwasserpfützen sind sie im Stande zu überleben!
    Beckengröße: ab 1-Liter-gurkenglas ist alles möglich
    Beckeneinrichtung: dichte Riccia-Decke oder andere feinfiedrige Pflanzen, möglichst grober Bodengrund, Sprudler für Temperaturausgleich der Wasserschichten (nicht wegen Sauerstoffgehalt des Wassers, da sind sie relativ unempfindlich) Schnecken

    (AR: halte sie als Restevertilger in den Krebsbecken. Gerne halten sie sich im Substrat - Filterschwamm, Pflanzen etc auf. Aufgrund der Krebse, die mit im Becken sind, WW jede Woche - wird gut vertragen, offensichtlich besser, als die "Altwassertheorie")
    Futter: "am allerbesten ist "Grünes Wasser", also Schwebalgen. Ansonsten arbeiten sie alles auf, was ins Aquarium kommt: Fischfutter, grüne Gurke, sogar Kaninchenpellets werden gefressen."
    H. azteca werden in der wissenschaftlichen Literatur und in Artikeln der Aquakultur als Detriusfresser beschrieben.

    (AR: Besonders gern verfallene Pflanzenreste, Kaninchenpellets etc. )
    Verhalten: Bevorzugte Plätze sind dichte Riccia-Bestände, aber auch im (groben) Bodengrund und im Filterschwamm sind sie zu finden. Im Filterschwamm bereiten sie offenbar den dortigen Mulm noch einmal auf, der Mulm erscheint regelrecht grobkörnig. Sie scvheinen auch in einer Art Symbiose mit Schnecken zu leben, da es schon beobachtet wurde, daß sie sogar in die Gehäuse lebender Schnecken gekrochen sind. (AR: Schneckensymbiose? denke eher die krabbeln überall rein, wo Platz ist)
    Vergesellschaftungsmöglichkeit: alle kleinbleibenden Fische, sogar in Malawibecken können sie sich bei entsprechendem Bodengrund, großem Filterschwamm und/oder Riccia halten und vermehren (AR: das kann ich bestätigen)
    Art der Vermehrung: "Nach einer Zeit, in der sie als "Doppeldecker" durch das Aquarium schwimmen, werden die Eier offenbar in den geschützten Ecken frei gelassen."

    (AR: So weit ich weiß, werden die Eier ausgetragen, wie bei Garnelen. Extreme Massenvermehrung bei guten Futterbedingungen)
    Gelegegrößen/Nachwuchsanzahl: : nicht bekannt, bei guten Bedingungen reichlich
    Häufigkeit der Vermehrung: ständig
    Bemerkungen: "diese Tiere sind recht unscheinbar, können aber in jedem gut laufenden Aquarium eingesetzt werden und dadurch eine Art Futterreserve bilden. Offenbar überstehen die Eier auch Trockenzeiten, da sie auch später immer wieder in neu eingerichtete Aquarien auftauchten. Dadurch, durch die Tatsache, daß sie sich auch unter sehr schlechten Wasserverhältnissen bei entsprechender Wasserhärte und Temperatur noch vermehren und zudem auch lange Postreisen (z.B. nach Krasnojarsk in Sibirien) überstehen, haben sie bewiesen, daß sie richtige "Kämpfernaturen" sind, woher die scherzhafte Bezeichnung "Kampfkrebse" für diese absolut harmlosen Tierchen stammt. Sie sind zudem auch Teil des Weltraumprogramms der OHB Bremen und waren bereits einmal mit dem Space-Shuttle im Orbit, weitere Experimente sollen folgen"
     
    #2 21. September 2011
  4. Erich Willems
    Erich Willems Mitglied
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    Hallo,

    Huch, soweit ich weiß, kommt diese Bezeichnung schlicht von einer scherzhaften Aufschrift der Form "„Vorsicht Kampfkrebse" auf den Postpäckchen mit der früher Bernd Poßeckert die Postbeamten ein wenig verschrecken wollte.
    Mehr ist nicht hinter diesem Namen. Also keine tiefgründigen Beziehungen zu irgendeine ihrer Eigenarten ...
     
    #3 21. September 2011
  5. Ulli
    Ulli Bekanntes Mitglied
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    Servus Pauli!

    Selber halte ich die Tiere schon seit sicher einem Jahrzehnt, bei mir hießen sie immer "Kampfkrebse". Warum weiß ich nicht, ist halt so. :^^:

    Die normale Haltung ist mir sonnenklar (trotzdem Danke!), meine Frage bezieht sich wirklich nur auf Erfahungen mit techniklosen Becken.

    Nur zur Anmerkung bzw. Erweiterung des obrigen Textes: Temperaturen bis 15°C runter sind klein Problem, eher Temps ab 30°C. In Osmose (ca 70µS) vermehren sie sich genauso gut, wie in salzhältigerem Wasser.
    Nachdem es in Mexiko meines Wissens nach recht hartes Wasser gibt, sollte ihnen das auch nix ausmachen.

    lg Ulli

    edit: und doch sind es Killer: Die haben mir aus 200 Litern (!) das gesamte Javamoos zusammengefressen! :x
     
    #4 22. September 2011
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