geplantes neues Tierschutzgesetz in Österreich

Dieses Thema im Forum "Forum Cafe" wurde erstellt von Gitti, 24. Juli 2004.

  1. Gitti
    Gitti Bekanntes Mitglied
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    Hallo,

    die Entwürfe der Verordnungen für das neue Österreichische Tierschutzgesetz 2005 sind nun veröffentlicht worden.

    Nicht nur für die Haustierhaltung (z. B. Kennzeichnungspflicht für Hunde und Katzen- Chip Einpflanzung-), auch für die Wildtierhaltung (Reptilienhaltung, auch Fische) gibt es viele Änderungen und Verschärfungen.

    Ich poste mal einen Link

    http://www.oegv.at/Tierschutzgesetz03.pdf

    etwas zusammen gefasst, was Wildtiere (Reptilien und auch Fische) betrifft

    http://www.terraristik.com/forum/showflat.php?Cat=&Board=UBB4&Number=21920

    ebenfalls auf dieser Seite, eine PDF Datei zum download- mit dem Gesetzesentwurf, allerdings ist das eine Zip- Datei die man entpacken muß.

    http://www.terraristik.com/Tierschutzgesetz2005/tierschutz_neu.zip


    Interessant für alle Aquarienfreunde im Gesetzesentwurf (Vorhanden in der PDF Datei) ist:

    Anlage 5:
    Mindestanforderungen für die Haltung von Süßwasserfischen


    Besonders die Haltung der Reptilien, die ja in mein Interessensgebiet fallen, wird mit Auflagen zugekleistert, die teilweise nicht einmal Artentsprechend sind.
    Verkauf und Tausch von Nachzuchten (übrings auch von Fischen) von Privat (z. B. auf Börsen)- wird fast unmöglich gemacht (nur wer als gewerblicher Züchter eine Bewilligung hat) - da kann ich mich nur noch fragen wohin mit entstehenden, und liebevoll "gehätschelten" Nachwuchs?

    Im Allgemeinen finde ich ein einheitliches Tierschutzgesetz für Österreich als schon lange erforderlich- den Entwurf im speziellen gesehen- als teilweise total überzogen, realitätsfern und am Ziel vorbei geschossen.
    Nur zum Verständnis:
    Viele Punkte in dem Entwurf finde ich sehr wichtig und absolut erforderlich (Betreff Legehennenbatterien, Tierquälerei, Kontrollen etc.) auch mit z.B. einer Meldepflicht mit einher gehenden Kontrollen der Haltungsbedingungen exotischer Tiere kann ich leben- aber die Schaffung unrealistischer und nicht zu realisierende Vorschreibungen hingegen - die eine Haltung fast unmöglich machen - hingegen nicht.

    Die Frage die sich mir stellt ist: was von dem vorliegenden Entwurf lässt sich noch entschärfen, verändern, bez. berichtigen- und von WEM?

    LG
    Gitti
     
    #1 24. Juli 2004
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  3. ManniAT
    ManniAT Bekanntes Mitglied
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    Hallo Gitti,

    gut, dass du das hier gepostet hast!
    Zusätzlich zu der von dir erwähnten "Börsenproblematik" kommt ja auch noch die Sache mit dem "Börsenwildfangverbot".

    Das wird wohl in Zukunft dazu führen, dass man nicht mehr weiss was man hat.
    Der seriösere gewerbliche Bösrianer wird evtl. Wildfänge als Nachzuchten verkaufen, weil er anders nicht darf.
    Der unseriöse wird Nachzuchten als "Ichdarfnichwildfang" verkaufen.

    Und das sehe ich das Problem - der sagt - das ist ein Wildfang - ich muss ihn aber als Nachzucht deklarieren....

    Klar kann jetzt auch einer lügen - aber so kann er die "fehlenden Auskünfte" mit - ich muss das als Nachzucht verkaufen - ich darf leider nicht zu viel sagen.....

    Irgendwie kack die Sache!
    Von den Dingen, die fehlen im TSG - will ich gar nicht reden.
    Die sind noch schlimmer als die "Sinnlosigkeiten" bzw. Unüberlegtheiten des jetztigen Entwurfs!
    Der Amtsschimmel reitet! Irgend einer hört, dass Skalare mit min 60cm Beckengröße gefahren werden sollen - also müssen dann alle so hohe Becken haben. Auch der Panzerwelszüchter :lol:

    Und wie üblich werden ein paar "Fachidioten" die irgendwie den Titel Sachverständiger tragen und die geben dann die fachmännischen Tips.

    Leicht verbittert

    Manfred
     
    #2 24. Juli 2004
  4. Gitti
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    Entwurf vom neuen Tierschutzgesetz-

    Hi Manfred

    Ich finde es schon wichtig, bei den jahrelangen heimischen (In-) Züchtungen (gleichgültig ob Fische oder Reptilien) manchmal auch frische Blutlinien (Wildfänge) beizufügen. Wobei ich aber für eine Kennzeichnungspflicht bei Wildfänge bin.
    Wildfänge gehören nicht in Anfänger Hände.... sie sind einfach schwieriger zu halten als Nachzuchten- und verzeihen auch kleine Haltungsfehler nicht.

    In Deutschland wird schon des längerem diskutiert und auch (teilweise) schon durchgesetzt, das Wildfänge auf Reptilienbörsen nicht mehr angeboten werden dürfen.

    Was mich persönlich im Entwurf betrifft:
    Chamäleons dürfen auf Börsen überhaupt nicht mehr angeboten werden.

    Das Ch. calyptratus z. B.- sicher die meist gehaltenen Chamäleonart in Europa, wird schon seit vielen Jahren auch in Österreich, problemlos nachgezogen.
    Schon 1 Ch. calyptratus Weibchen kann in einem Gelege 40- 90 Eier legen.. die Schlupfrate beträgt sicher 95%. Was tun? - die gelegten Eier wegwerfen? Alle behalten... ein Wahnsinn!
    Was ist mit den lebendgebärenden Arten- auch da funktioniert die Fortpflanzung.

    Die Fortpflanzung und erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren ist doch das was meiner Meinung nach die private Haltung von Tieren interessant und auch sinnvoll macht- jedes abgegebene gezüchtete Jungtier verhindert die Entnahme eines (wertvollen) Tieres aus der Natur.

    Tja..so wie ich das sehe wird der Deutsche Markt von Ö- Nachzuchten überschwemmt werden...

    Laut Gesetzesentwurf dürfen (Reptilien) Jungtiere im Handel erst ab einem Alter von 6! Monaten verkauft werden.. bei Reptilien gibts keine Brutpflege.. wo ist der Sinn des Ganzen?

    Natürlich sollten die "Schwarzen Schafe" unter den Haltern aussortiert werden.. auch ich ärgere mich oft über "Psychos und Ignoranten"

    Genau darin sehe ich die Problematik:

    Das Leute darüber entscheiden, wie die jeweiligen Tierarten gehalten werden müssen, obwohl sie wahrscheinlich die Tierart weder kennen, gesehen- geschweige denn je gehalten haben.

    LG
    Gitti
     
    #3 25. Juli 2004
  5. Jürgen Ha
    Jürgen Ha Moderator
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    Hallo,

    >> Laut Gesetzesentwurf dürfen (Reptilien) Jungtiere im Handel erst ab einem Alter von 6! Monaten verkauft werden.. bei Reptilien gibts keine Brutpflege.. wo ist der Sinn des Ganzen?

    Es wird wohl in die Richtung gedacht (?) worden sein, dass Reptilien mit 6 Monaten schon futterfest sind. Mit der Umgebungsänderung und dem damit verbundenen Stress kommen die Tiere dann allerdings um einiges schwerer zurecht.
    Bzw. möchte der Gesetzgeber die Nachzuchten so lange wie möglich bei den behördlich gemeldeten Züchtern wissen, um sie dort besser erfassen und kontrollieren zu können. Das wirds vermutlich sein. Vielleicht noch der Hintergedanke, dass die empfindlicheren Jungtiere beim Züchter bessere Haltungs- und Aufzuchtbedingungen finden als bei den meisten Terrarianern.

    Lg
    Jürgen
     
    #4 25. Juli 2004
  6. Gitti
    Gitti Bekanntes Mitglied
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    Hi Jürgen

    Naja..
    wenn sie mit 6 Monaten noch nicht futterfest wären.. wären's eh schon lang im Reptihimmel.
    Die allermeisten Reptilienarten sind ab der Eiablage des Muttertieres/ oder der Geburt Selbstversorger.

    Gesunde Tiere fressen eigentlich von Anfang an gut, natürlich gibts immer wieder mal "Kümmerlinge oder schwächliche Tiere, aber das hat viel mit der Haltung der Elterntiere (Ernährung- Viamine und Mineralstoffe) und mit der Inkubation der Eier zutun (zu warm= zu schnell).. wie stark und gesund die Jungtiere sind.

    Das man sie als verantwortungsbewusster Züchter nicht abgibt.. solange sie noch nicht 100% futterfest sind, ist normal Ehrensache.
    Die im Handel erhältlichen Babys, die manchmal erst 1-2 etc. Wochen alt sind, sind oft F1 Nachzuchten von Wildfängen von Großhändlern. Seltenst private Nachzuchten.

    Wenn z. B. die Wasseragamenbabys schlüpfen, sind sie etwa 7- 12 cm groß- mit 6 Monaten jede Echse ca. 30- 45 cm.
    Meine 2 Weibchen haben in einem 1/2 Jahr jetzt je 4x Eier gelegt, zusammen ca. 60 Stück- alle ausgeschlüpft. Wenn ich alle Babys bis zu 6 Monate behalten müsste... vielleicht Einzeln, oder in 3 Gruppen ..- das ist nicht durchführbar.
    Also mit dieser Regelung kann ich die Eier nicht mehr inkubieren, sondern muss sie entsorgen!- darin sehe ich keinen Sinn.

    Mal schauen was kommt-

    LG
    Gitti
     
    #5 25. Juli 2004
  7. Ingo
    Ingo Bekanntes Mitglied
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    Hab mir grad mal die Haltungsrichtlinien fuer Schildkroeten angesehen da ich mir eine kleine zulegen wollte - wahnsinn 1000 l ist bei den gaengigen gefordert (egal ob 1 oder 2 Tiere)... Find ich irgendwie schwachsinnig -> steht ned dabei wieviel Wasser drin sein muss - Wenn jemand ein 120x60x60 Becken mit Wasser hat und einen speraten Landteil der von AQ erreichbar ist -> nach stur wuerds ned reichen obwohl ich sagen muss das das sehr gut klingt. Die Landteilmindestflaeche find ich ja ok aber die Gesamt literanzahl fuers Terrarium ist sinnlos.
    1000l Terrarien hat doch kein Mensch ?

    lg inku
     
    #6 25. Juli 2004
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