Grundsätzliches zur Einrichtung eines Terrariums

Dieses Thema im Forum "Terraristik-Ecke" wurde erstellt von Gitti, 8. März 2003.

  1. Gitti
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    Terrarieneinrichtung

    Bodengrund

    Um die jeweiligen Bedürfnisse der zu pflegenden Reptilienarten abzudecken muss man sich zuerst gründlich informieren.

    Man unterscheidet:
    Feucht- Regenwaldterrarien, Mittel-Feuchte Terrarien, Trocken- Wüstenterrarien

    Für einige Arten ist der Bodengrund nicht so von Bedeutung, für andere wiederum ausschlaggebend:
    - wühlende Arten, die sich im Bodengrund vergraben, schlafen, Höhlen bauen ect.
    - trächtige Weibchen vieler Arten, die ihre Eier nur im richtigem Bodengrund ablegen und sonst an Legenot eingehen.

    Die richtige Wahl des Bodengrundes ist sehr wichtig!

    Ein klassischer Boden in Terrarien ist Sand.
    Wichtig ist die Auswahl des richtigen Sandes, der sich in
    Körnung : grob, fein
    Verhalten: festwerdend, staubarm
    Herkunft: Dünensand, Wüstensand
    und Farbe: rot, weiss, gelbbraun
    unterscheidet.

    Ein guter Bodengrund ist auch Calcium Sand (Calci-Ground), der aus 98% reinem Calzium besteht und von den Tieren unbedenklich aufgenommen werden kann (fördert die Verdauung).
    Eine billigere Variante ist auch Papageien-oder Vogelsand.
    Wegen der enthaltenen kleinen Kalkstücke, die von den Tieren auch gerne gefressen werden, und der garantierten Reinheit ist er empfehlenswert.
    Bei größeren Tieren kann auch gewaschener Aquarienkies unter den Sand gemischt werden.
    Torfmull und ungedüngte Blumenerde schützen den Sand vor allzu schnellem austrocknen.
    Ungedüngte Blumenerde ist bei bepflanzten Regenwaldterrarien sehr beliebt.
    Zur Verhinderung von Staunässe oder Verschlammung sollte unbedingt (Schimmelgefahr) eine Drainage aus einer Schicht Kies oder Blähtonkugeln, die in der Hydrokultur Verwendung finden, gelegt werden.
    Rindenmulch wird sehr häufig benutzt, hat aber auch einige nicht von der Hand zu weisende Nachteile!
    Eigene Erfahrung: Verlust eines Tieres [grüner Leguan] durch Darmverschuß.
    Besser geeignet und optisch ansprechender sind California-Rinde, Naturborke oder Korkgranulat.
    Gewaschener Aquarienkies ist besonders geeignet für Wasserteile und für die Übergänge zwischen Wasser- und Landteilen.
    Erwähnenswert sind auch noch verschiedene Moose, die die Feuchtigkeit im Terrarium gut speichern - trocken und teilweise gepresst angeboten werden und sehr schön anwachsen.

    Bepflanzung

    Plastikpflanzen sind bei großen Terrarientieren, die keine echten Pflanzen leben lassen, oder ausgesprochenen "Wühlern" unabdingbar.
    Echte Pflanzen hingegen sind Blickfänge in Terrarien.
    Giftige Pflanzen wie Efeu und Wolfsmilchgewächse sind für viele Arten ungeeignet .
    Bromelien und Epiphytenäste sind besonders für Regenwaldterrarien zu empfehlen, aber auch Orchideen wachsen in diesen Terrarien sehr gut.
    In Wüstenterrarien haben sich Aloe- und Sansivieriaarten, Sukkulenten und Kakteen bewährt.
    Bei den Kakteen ist darauf zu achten, daß die Stacheln weder zu klein noch zu lang sind oder relativ leicht abfallen.

    Einrichtung und Dekoration

    Die meisten Reptilien fühlen sich in einem durchsichtigen Glas-Terrarium nicht wohl, deshalb müssen Rückwand und Seitenwände blickdicht gestaltet werden.
    Die einfachste Methode ist das Bekeben mit Folie.
    Aber eine gestaltete Rückwand hat neben einer schönen Optik auch noch viele Vorteile für die Tiere.
    (Kletterwände, gut bepflanzbar, Feuchtigkeitsspeicher etc.)

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

    - einfach und schnell:

    Korkplatten gibts in verschiedenen Ausführungen. Darauf achten, dass nur gepresste und nicht geklebte oder chemisch behandelte Platten eingeklebt (mit Aquariumsilikon oder Silikon auf Essigbasis) werden,
    am schönsten aber auch teuerer sind Natur- und Zierkorkplatten
    Xaximplatten (Brasilianischer Baumfarn), Kokosfaserplatten oder
    fertige Rückwand-Imitationen

    - aufwendiger, aber schöner:

    Selbstbau der Rück- und Seitenwände aus Styropor, Fliesenkleber und gegebenenfalls Epoxidharz (wasserdicht; Wasserfall, Bach oder Teich)
    - dieses Thema werde ich an anderer Stelle ausführlicher beschreiben

    Bambusrohre, Weinreben, Lianen, witterungsbeständige Äste (Hartholz z.B Kirschbaum), sind nicht nicht nur dekorativ, sondern dienen vielen kletterfreudigen Terrarientieren als Kletteräste und Eiablageplätze. Mangrovenwurzel, Zierkork eignet sich hervorragend als Unterschlupf für viele bodenbewohnende Terrarientiere und lange, dünne Rinden dienen als Kletter- und Schlafplätze für Baumbewohner.
    Natursteine wie Schiefer oder Sandstein eignen sich gut als Dekoration für Trockenterrarien.
    Allerdings sollten größere Steinaufbauten verklebt werden, damit sie nicht zusammen fallen und die Pfleglinge gefährden.
    Eine Wasserschale darf natürlich nirgends fehlen, wenn auch einige Pfleglinge kein stehendes Wasser trinken, sondern die Wassertropfen vom Sprühen auflecken oder von der Pipette trinken.
    Und für die am oder im Wasser lebenden Arten ist natürlich ein der Grösse angepasster Wasserbehälter (Bademöglichkeit) bereitzustellen.

    Beleuchtung, Heizung und Klima

    Zur Einrichtung eines Terrariums gehört immer eine gewisse technische Ausrüstung.
    Die richtigen Lichtverhältnisse sind für die artgerechte Haltung der Terrarientiere von essentieller Bedeutung.
    Wichtig für die richtige Auswahl der Beleuchtung ist die Art der zu haltenden Reptilien, die unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf Lichtintensität und UV-Strahlung haben.

    Für tagaktive Tiere empfehlen sich Leuchtstoffröhren mit Vorschaltgeräten ( Arcadia)
    z.B. Vollspektrum- Leuchtstoffröhren,
    Daylightstar (Sivania)
    Natural Sunlight Lamp (Arcadia)
    3D Reptile Leuchtstoffröhren
    Reptistar (Silvania)
    neu: D3 Compact reptile lamp (Arcadia)
    - die in jede herkömmliche Glühbirnen-Fassung passt-
    die kurze Bauform passt auch in kleine Terrarien und versorgt die Tiere mit UV Licht

    Spots:
    Basking Spot Lamp (Zoo Med)
    Powersun (Zoo Med)
    Daylight Blue ( Zoo Med)

    Wichtig ist auch ein Wärmespot, wo sich die Reptilien auf ihre Vorzugstemparatur aufwärmen können.
    Für die meisten Reptilien und Amphibien ist es völlig ausreichend, die Terrarien mit der Strahlungswärme der Beleuchtung zu erwärmen. Einige Arten benötigen aber z.B. zur Eiablage - auch beheizte Böden.
    Generell ist die Beheizung von unten für Wüsten- und Trockenterrarien zu empfehlen.
    Auch Wasserteile (z.B. für Wasseragamen) müssen beheizt werden.
    Für kleine und mittelgroße Terrarien erzeugt man Wärme im Bodensubstrat am besten mit Heizmatten oder Heizkabel.
    Es gibt auch noch sogenannte "Heisse Steine", die mit Strom betrieben werden. Ich selbst verwende die Steine in meinen Terrarien und meine Reptilien wärmen sich gerne darauf auf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gitti

    Wenn sie Fragen haben nützen sie doch unser Forum oder fragen sie das Katts&co Team, das ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite steht
     
    #1 8. März 2003
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