Vitamin + Mineralstoffe -> gegen Krankheiten (Rachitis)

Dieses Thema im Forum "Terraristik-Ecke" wurde erstellt von Gitti, 19. März 2003.

  1. Gitti
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    Vitamin und Mineralstoff-Mangel aber auch Überdosierung sind Auslöser von Stoffwechselstörungen und verursachen viele Krankheiten. :doc:


    In Natur ist das Nahrungsangebot wesentlich abwechslungs- und vitaminreicher als das Futter das wir ihnen bieten können.
    Je nach Tierart und ihrer Nahrung müssen aus diesem Grund neben Mineralstoffen auch Vitamine zugefüttert werden.

    Bei einem Mangel an Vitaminen wird die Widerstandskraft der Tiere gegen Krankheiten und Parasiten verringert.
    Daher ist es sinnvoll das Futter mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten zu bestäuben.

    Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden in der Leber aufgeschlossen.
    Wenn diese Vitamine zu hoch dosiert werden (Hypervitaminose A, D3) verursachen sie neben anderem (Weichteilverkalkungen, Ateriosklerose, Nierencalcinosen), Rachitis.
    Ein Überschuss an den Vitaminen B, C und H wird über den Urin ausgeschieden.

    Vitamin A
    - Provitamin in tierischen Fetten sowie in Karotin
    Ein Mangel an Vitamin A führt oft zu Haut- und Augenproblemen.
    Vitamin B
    - ein Mangel an Vitamin B verursacht Probleme mit der Haut und der Verdauung.
    Vitamin B1 (Thiamin)
    - wichtige Aufgabe bei der Funktion des Nervensystems Appetitlosigkeit und Trägheit kann die Folge sein
    Vitamin C
    - erhöht die allgemeine Widerstandskraft der Tiere
    Vitamin E (Tocopherol)
    -Antioxidans zum Abfangen giftiger freierRadikale
    Vit E Mangel schädigt vor allem die Muskulatur (Lähmungserscheinungen und Muskelschwäche)
    Vitamin H (Biotin)
    - Wird von den Tieren für den Stoffwechsel benötigt
    Biotinmangel kann zu einer Muskelschwäche und einem verlangsamten Wachstum führen.

    Vitamin D3
    - ist das wichtigste Vitamin für die Reptilien
    Vitamin D3 wird mit Hilfe von UVB- Strahlen in der Haut produziert. Daher ist eine regelmäßige
    UV- Bestrahlung und eine zusätzliche Gabe von Vit D3 (Tropfen oder Pulverform) sehr wichtig.
    Vit D3 ist nicht, wie viele glauben, dafür zuständig, daß Ca++ in die Knochen eingebaut wird (dieses Hormon heißt Thyreocalcitonin), sondern ist wie auch das Parathormon dafür zuständig, daß der Blutcalciumspiegel erhöht wird. Dafür gibt es v.a. 2 Möglichkeiten:
    - verbesserte Aufnahme von Ca++ im Darm
    - Freisetzung von Ca++ aus den Knochen

    Vit D3 (Cholecalciferol) in zu hoher Konzentration (Überdosierung) mobilisiert in zu hohem Maße Ca++ aus den Knochen, was zu Rachitis führen kann.
    Darüber hinaus ist Vit D3 auch noch fettlöslich, wird also im Körper gespeichert.

    Vit D3 in zu geringer Konzentration kann keine effektive Ca++-Aufnahme im Darm ermöglichen, was ebenfalls zu Rachitis führen kann.

    Die Folgen einer Überdosierung sind nicht nur rachitische Erscheinungen, sondern durch den permanent zu hohen Blutkalziumspiegel, der denn auch nicht mehr ausreichend durch eine erhöhte Ca-Ausscheidung kompensiert werden kann, kommt es dazu, daß bestimmte Organe, wie z.B. auch das Gefäßendothel als sog. Kalziumfänger wirken.
    Das bedeutet, daß Kalzium in der Gefäßwand abgelagert wird, was dann letztendlich eine Arteriosklerose zur Folge haben kann.

    Als Richtdosierung werden folgende Werte empfohlen:
    bei Jungtieren sollte eine wöchentliche D3-Dosis von 75 - 100 I.E./kg (I.E. =Internationale Einheit) Körpergewicht nicht überschritten werden, bei älteren Tieren sollte die Wochendosis 50 I.E./kg Körpergewicht betragen.

    Bei Auftreten von rachitischen Erscheinungen durch Vit D3 Mangel (Abklärung durch einen reptilienkundigen Tierarzt) muss man auf regelmässige Vitamingaben (obige Dosierung) achten.
    Zusätzlich hat sich die Bestrahlung mit UV- Licht bewährt (z.B mit der Ultra- Vitalux)
    Dabei muss der Organismus langsam an die UV-Bestrahlung gewöhnt werden von zunächst 5 min/Tag langsam auf 20-30 min/Tag steigern. 30 min/Tag stellen dabei das Maximum dar.
    Der Abstand der Lampe zum Tier muß (!!) dabei 1 Meter betragen und auf keinen Fall weniger.
    Ausserdem empfiehlt sich die vermehrte Gabe von Sepiaschale(Futtertiere bestäuben).


    freudliche Grüße :gut:

    Gitti
     
    #1 19. März 2003
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