Blinde Passagiere

Blinde Passagiere
Oftmals
bringen Harnischwelse unliebsame, wenn nicht gar gefährliche „Gäste“
aus ihren natürlichen Lebensräumen mit in unsere Aquarien

Von
Ingo Seidel

Erkrankungen unserer Pfleglinge können uns zuweilen
die Freude an der Aquaristik ganz schön verleiden. Jeder, der sich länger mit
Aquarienfischen beschäftigt hat, wird ein Lied davon singen können. Die Tiere
erkranken plötzlich, und guter Rat ist teuer. Der vor allem an den Fischen und
weniger an ihren Krankheitserregern interessierte Liebhaber ist im Umgang mit
Erkrankungen meist ungeübt und in der Regel mit der Situation überfordert. Nur
in der Bibliothek weniger Fortgeschrittener findet sich Literatur über Fischkrankheiten.

Also
sucht man Hilfe im Verein oder beim Zoohändler. Aber die kleinen Fachhändler
werden heute immer häufiger durch große Supermarktketten verdrängt. Da dort
letzt endlich nur noch der Profit und nicht etwa der aquaristische Gedanke im
Vordergrund steht, darf man nicht erwarten, gut beraten zu werden – es ist aber
ohnehin oftmals kaum möglich, den Erreger einer Krankheit per Ferndiagnose zu
identifizieren. Ich schätze, dass viele Erkrankungen aufgrund falscher Behandlungen
zum Tode der infizierten Fische, wenn nicht gar des gesamten Bestandes eines
Aquariums, führen. Vielleicht hilft dieser Beitrag dem einen oder anderen Aquarianer
zu verhindern, dass es auch bei ihm zu diesem HorrorSzenario kommt.

Ancistrus sp. dolichopterus 'albino' mit Ichthyophthirius-Befall

Ein
Ichthyo-Befall (hier im Anfangsstadium bei einem Acistrus) ist bei Harnischwelsen
selten zu beobachten

Ursachen für Erkrankungen
Fische erkranken
in der Regel nicht grundlos. In einem „funktionierenden‘, vorbildlich gepflegten
Aquarium mit vernünftigem Besatz wird man wenig mit Krankheiten zu tun haben.
Meistens gibt es zwei Auslöser für die Erkrankung einer Fischgesellschaft.

Fakultativ pathogene Krankheitserreger:
Sie sind ständig im Aquarium
gegenwärtig. Wir können kaum verhindern, dass sie vor handen sind, da sie – für
uns nicht sichtbar – mit neuen Fischen, Pflanzen und so weiter eingeschleppt
werden. Es handelt sich um Schwächeparasiten, die erst dann überhand nehmen,
wenn die Vitalität der Fische durch äußere Einflüsse herabgesetzt ist.
Den
Organismus Fisch schwächen und den Ausbruch einer solchen Krankheit fördern
können unterschiedlichste Faktoren. An erster Stelle zu nennen sind falsche
Wasserparameter (Temperatur, Härte, pH Wert), Verschlechterungen der Wasserqualität,
falsches oder qualitativ minderwertiges Futter, Überbesatz und natürlich Stress.
Man
kann davon ausgehen, dass aufgrund des starken Fischdurchsatzes diese fakultativ
pathogenen Erreger in den Verkaufsanlagen des Handels weit verbreitet sind.
Das bekannteste Beispiel ist die Fischtuberkulose, die vermutlich in den meisten
Aquarien schlummert. Wenn Fische nach einiger Zeit der Pflege plötzlich anscheinend
völlig grundlos verenden, ist das häufig auf solche Erreger zurückzuführen.
Sie sind ein Indikator dafür, dass man Fehler gemacht hat.

Einschleppung
durch Neubesatz

Die größte Ansteckungsgefahr für den Besatz eines Aquariums
geht von neu hinzugekommenen Fischen aus. Selbst wenn man es den Tieren im Handel
nicht ansieht, können sie blinde Passagiere mit sich führen, die erst geraume
Zeit später für eine böse Überraschung sorgen. Quarantäne ist deshalb eine der
wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen, um unseren Fischbestand zu schützen. Jeder ernsthafte
Aquarianer sollte ein kleines Aquarium für die Quarantäne neu erworbener Fische
bereitstellen. Ein fertiges Aquarienset aus einem 60-Liter-Becken mit dem kompletten
benötigten Zubehör ist schon für weniger Geld im Handel erhältlich, als so mancher
Harnischwels kostet. Dieses Geld ist auf jeden Fall gut angelegt, denn so manchem
Fisch lässt sich dadurch das Leben retten.
Das Quarantänebecken sollte möglichst
spartanisch und ohne Bodengrund eingerichtet sein, um eine gute Beobachtung
zu ermöglichen. Wenige Versteckplätze in Form von Holzstücken und Steinen reichen
aus. So lässt sich auch kontrollieren, ob angebotenes Futter gefressen wird.
Dass der Filter bereits biologisch aktiv und das Wasser bezüglich des Chemismus
und der Temperatur den Ansprüchen der Tiere zu entsprechen hat, braucht wohl
nicht hervorgehoben zu werden.

Auch etwas größeren Fischen dürfte für
die empfehlenswerte Quarantänephase von etwa drei Wochen der Aufenthalt in der
beengten Umgebung zuzumuten sein. Sollte der Einsatz von Medikamenten nötig
sein, so spart man dabei außerdem bares Geld, denn manche Präparate sind ausgesprochen
kostspielig.

Häufigste Erkrankungen
Harnischwelse sind – nicht
nur wegen ihres starken Panzers aus Knochenplatten – äußerst robuste Aquarienpfleglinge.
Allerdings sind auch sie trotz ihrer rauen Schale vor Erkrankungen nicht gefeit
und können sich, wie die meisten Aquarienfische, mit einer Vielzahl von Krankheitserregern
infizieren.
Etliche Erkrankungen, die für andere Fische äußerst bedrohlich
sind, spielen bei Loricariiden kaum eine Rolle. Umgekehrt gibt es für Loricariiden
spezifische oder zumindest immer wieder auftauchende Erkrankungen, von denen
wiederum andere Fischgruppen selten betroffen sind.

Dieser Beitrag beschäftigt
sich nur mit typischen Loricariiden-Erkrankungen, mit Parasiten, mit denen die
Fische auch in ihren natürlichen Lebensräumen zu tun haben. Andere Erkrankungen,
die zwar möglich, aber eher untypisch für Harnischwelse sind, bleiben außen
vor (etwa Ichthyophthirius oder Camallanus). Mit diesen Parasiten wird der Harnischwelspfleger
in der Regel nur dann konfrontiert, wenn er seinen Loricariiden infizierte andere
Fische hinzugesellt.
Wer auch über diese Erkrankungen mehr erfahren will,
dem empfehle ich die folgenden Veröffentlichungen: Andrews et al. (1990), Bassleer
(1983), Bauer (1991), Reichenbach Klinke & Körting (1993) sowie Untergasser
(1989). Sehr viel ausführlicher als hier möglich gehe ich außerdem in Evers
& Seidel (im Druck) auf dieses Thema ein.

In der beengten Umgebung
des Ersatzlebensraumes Aquarium können sich Erreger schneller ausbreiten, als
es in ihrer Heimat aufgrund der Weiträumigkeit der Gewässer möglich ist. Was
in der Natur häufig nur eine lästige, aber für die Fische erträgliche Koexistenz
bedeutet, entwickelt sich deshalb im Aquarium schnell zur Lebensgefahr.
Eigentlich
sollte der Aquarianer mit den meisten hier beschriebenen Krankheitsbildem überhaupt
nichts zu tun bekommen, denn es handelt sich vielfach um Erkrankungen, die durch
sorgfältige Beobachtung und Quarantäne der Tiere im Groß- oder spätestens im
Einzelhandel entdeckt und behandelt sein sollten. Leider ist es jedoch mancherorts
gang und gäbe, dass man es mit der Quarantäne nicht so genau nimmt. Die Fische
werden schon kurz nach dem Import weitergegeben. Auch der Einzelhändler, der
sich darauf verlässt, dass die Tiere bereits quarantänisiert sind, verkauft
sie meist sofort. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Süßwasser-Oodinium
Eine
der größten Geißeln der Harnischwelse ist ein Krankheitsbild, das allgemein
als Süßwasser-Oodinium bezeichnet wird. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht,
dass Aquarianer unter dieser Bezeichnung Unterschiedliches verstehen – je
nachdem, mit welcher Fischgruppe sie sich beschäftigen. Diejenigen, die Weichwasserfische,
etwa manche Killis oder Kampffisch-Wildformen, pflegen, kennen als Qodinium
einen winzigen, nur als feinsten weißen Punkt auf dem Körper sichtbaren Erreger.
Bei anderen Fischen, vor allem auch bei Harnischwelsen, ist der Erreger deutlich
größer und nicht zu übersehen.
Offensichtlich sprechen hier aber nicht nur
die Aquarianer zwei verschiedene Sprachen, sondern auch die Fachliteratur. Laut
Bauer (1991) sind die auf den Fischen schmarotzenden, unbeweglichen, geißellosen
Parasiten nur 0,05 bis 0,1 Millimeter groß und mit dem bloßen Auge nicht sichtbar.
Untergasser (1989) beschreibt sie als mit dem Auge gerade noch erkennbare helle
Pünktchen, und Andrews et al. (1990) geben für diese Krankheitserreger sogar
eine Größe von bis zu einem Millimeter an.

Squaliforma mit Oodinium

Dieser Squaliforma zeigt einen starken Befall mit Süßwasser-Oodinium

Auch über die wissenschaftliche Bezeich nung
des Erregers ist man sich nicht einig. Ob jedoch die korrekte Bezeichnung nun
Oodinium pillularis, Piscinoodinium pillularis oder eine ganz andere ist, kann
dem Liebhaber im Grunde egal sein. Fest steht, dass wir es bei Loricariiden
immer mit deutlich sichtbaren, großen Parasiten zu tun haben, wie sie Andrews
et al. beschreiben.

Oodinium - DetailOodinium sind parasitisch lebende einzellige Algen, deren
Ernährung teilweise über Photosynthese in den Chloroplasten erfolgt. In welcher
Art und Weise sich die Erreger zusätzlich von ihrem Wirt ernähren, ist vermutlich
erst wenig untersucht. Befallene Fische zeigen zunächst einzelne gelbliche Punkte
auf dem Körper. Bei stärkerem Befall liegen die Parasiten so eng beieinander,
dass man nur noch einen gelblichgrauen Belag auf der Haut erkennt. Sie dringen
aber auch über die Mundhöhle in das Körperinnere ein und können sich dort festheften.
Dem
aufmerksamen Beobachter wird ein abnormes Verhalten der erkrankten Loricariiden
auffallen. Ohne die gewohnte Scheu wer den an Oodinium erkrankte Fische meist
„zutraulich“ und saugen sich gern in der Nähe des Filterausstroms oder der Wasseroberfläche
an der Aquarienscheibe fest. Sie wirken lethargisch, klemmen die Flossen oder
wedeln ständig mit den paarigen Flossen.

Zur Bekämpfung eines Oodinium-Befalls
werden in der Literatur verschledene Medikamente empfohlen, deren Anwendung
sich jedoch gerade bei Welsen nicht unbedingt empfiehlt. Präparate wie Kupfersulfat
und Ammoniumhydrochlorid sind stark toxisch; das erste bewirkt im eingerichteten
Aquari um so gut wie gar nichts, da Kupfer die unangenehme Eigenschaft hat,
sich schnell an organische Verbindungen (so genannte Chelatoren) anzulagern
und außerdem schnell als unlösliches Kupferkarbonat auszufällen. Die Anwendung
sollte deshalb nur im Quarantäne-Aquarium ohne Filterung und Bodengrund erfolgen.
Inwieweit
sich im Aquarienhandel frei erhältliche Medikamente zur Bekämpfung der bei Harnischwelsen
verbreiteten Fom von Süßwasser-Oodinium eignen, vermag ich nicht zu sagen. Ich
habe bislang lediglich ein einziges dieser Produkte in einem einge richteten
Aquarium ausprobiert, was aber leider keine Wirkung zeigte.

Seit einiger
Zeit wende ich sehr erfolgreich eine von Untergasser beschriebene alternative
Heilmethode für meine Harnischwelse an, die ich allerdings etwas modifizieren
musste. Laut Untergasser ist bei Oodinium eine Wärmebehandlung möglich, da die
Krankheitserreger höhere Wassertemperaturen schlechter vertragen als die Fische.
Allerdings stoßen wir dabei in Temperaturbereiche vor, die für die Welse auch
nicht ganz ungefährlich sind, und ein paar Grad mehr können dann den sicheren
Tod bedeuten. Außerdem ist diese Behandlungsmethode keineswegs bei allen Loricariiden
anzuraten (Vorsicht etwa bei Gebirgsharnischwelsen!).

Untergasser schlägt
für Oodinium eine Wärmebehandlung bei 33 bis 34 °C über 24 bis 36 Stunden vor.
Die Temperatur sollte dabei nicht zu schnell erhöht werden, damit sich die Fische
anpassen können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zumindest für die
bei den Harnischwelsen üblichen Erreger der Zeitraum von 24 Stunden zu kurz
gewählt ist, denn in der Regel sind sie erst nach ungefähr zwei Tagen nicht
mehr zu sehen. Ich warte nach ihrem Verschwinden lieber noch einen weiteren
Tag, bevor ich die Temperatur senke, da es sonst häufig zu Rückfällen kommt.

Da
solche hohen Temperaturen eine stärkere Sauerstoffzehrung verursachen, sollte
die Filterung noch gut funktionieren und der letzte Wasserwechsel nicht zu lang
zurückliegen. Sonst empfiehlt es sich, vorher einen Teil des Wassers gegen Frischwasser
auszu tauschen oder den Filter zu reinigen. Außer dem ist der Einsatz einer
Membranpumpe mit Belüfterstein angeraten. Unter diesen Bedingungen habe ich
auch bei empfindlicheren Arten nie Ausfälle beklagen müssen (sofern es nicht
bereits zu spät war).

Bakterielle Infektionen
Ein Thema, über
das man ganze Bücher schreiben könnte, sind pathogene Bakterien im Aquarium.
Allerdings haben diese Erreger im Vergleich zu den anderen hier behandelten
Plagegeistern die unangenehmen Eigenschaften, dass man sie mit bloßem Auge nicht
sehen kann und dass ihre Vermehrung rasend schnell vonstatten geht. Eine Erkrankung
verläuft deshalb viel schneller tödlich und er fordert viel eher das Eingreifen
des Pflegers.

Hexenwels mit bakterieller Infektion

Starke
bakterielle Infektion bei einem Hexenwels

Meist wird man nur mit
den Folgen einer bakteriellen Infektion konfrontiert, die schnell auf dem Fisch
sichtbar werden. Problematisch ist allerdings, dass das Erkennen des Ausbruchs
einer Infektion dem Aquarianer häufig nicht sehr viel nützt. Es gibt eine dermaßen
große Zahl unterschiedlicher Bakterien, die häufig auch nur auf ganz bestimmte
Medikamente ansprechen, dass es für den Amateur kaum möglich ist, das richtige
Gegenmittel zu finden.

Hexenwels mit Bauchwassersucht

Auch
aufgetriebene Bäuche können einen bakteriellen Befall als Ursache haben

Die
Behandlung ähnelt einem Roulett Spiel, das in der Regel in den Aquarien der
Händler und Aquarianer stattfindet. Nach einander werden alle möglichen Medikamen
te ausprobiert, bis endlich eines geholfen hat – oder die Fische tot sind.
Welcher
Aquarianer ist schon in der Lage, die Art des Bakteriums durch Anlegen einer
Kultur, Färbung, Mikroskopie und Vergleich mit der Literatur zu ermitteln? Sicher
gibt es Personen und Institute, die den hilflosen Aquarianer unterstützen könnten
(Kasten!), doch dauert es in der Regel viel zu lange, bis genaue Ergebnisse
und mögliche Gegenmaßnahmen tekannt sind. Da bleibt dem Betroffenen dann häufig
nur der fast blinde Griff in den Medikanientenschrank, und dort findet er in
der Regel nichts Geeignetes, da die meisten Antibiotika rezeptpflichtig sind.
Ich
möchte an dieser Stelle nicht tiefer in das Thema einsteigen, da das meines
Erachtens nicht sehr sinnvoll ist. Zum einen bin ich mit dieser Materie zu wenig
vertraut und selbst nicht einmal in der Lage, bei meinen Fischen die Art der
bakteriellen Infektion zu ermitteln. Zum anderen wurde es den Rahmen dieses
Beitrages bei weitem sprengen.

Pseudacanthicus sp. L 25 mit bakterieller Infektion

Pseudacanthicus
sp. (L 25) Kaktuswels mit bakterieller Infektion und Sekundärbefall mit Glockentierchen

Bei
den Bakterien, mit denen wir es bei der Haltung von Harnischwelsen zu tun bekom
men können, handelt es sich vermutlich weniger um Mitbringsel aus der Heimat
der Fische als vielmehr um fakultativ pathogene Keime, die in einer gewissen
Stückzahl in den meisten Aquarien vorhanden sind und sich dann massenhaft vermehren
können, wenn die Fische, etwa durch den Import-Stress oder zu dichten Besatz,
geschwächt sind.

Typische Schwächeparasiten sind die Erreger der Flossenfäule,
die beispielsweise bei sandbewohnenden Harnischwelsen (etwa Hemiodontichthys
acipenserinus) häufig auf tritt. Auch Verätzungen der Schleimhaut, die leicht
durch andere Fische verursacht werden können, die auf den bewegungsarmen Loricariiden
raspeln, führen schnell zu einer Infektion und zum Tod.
Bakterielle Infektionen
können sich auf vielfältige Art und Weise äußern: häufig sind Rötungen oder
aufgetriebene Bäuche. Bei optimal gepflegten Fischen werden wir diese Krankheitsanzeichen
aber nur selten zu sehen bekommen.
Glockentierchen
Erst im letzten Jahr wurde ich erstmals mit einem
Krankheitsbild konfrontiert, das ich vorher bei Harnischwelsen noch nie gesehen
hatte. Auch dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die vor allem bei frisch
importierten Fischen zu beobachten ist und deshalb bereits im Großhandel bekämpft
werden sollte. Aber leider gelangt sie, wenn man es mit der Quarantäne nicht
so genau nimmt, auch in die Aquarien des Endkunden.

Detail-Ansicht
des Glockentierchen-Befalls

Pseudacanthicus sp. L 25 mit bakterieller Infektion und GlockentierchenbefallBefallene Tiere haben wattebauschähnliche
Beläge am Körper, die allerdings nicht das fädige Aussehen zeigen, wie es für
Verpilzungen typisch ist. Die Fische verhalten sich zunächst nicht abnorm; bei
zunehmendem Befall werden sie jedoch immer schwächer und können schließlich
sterben. Allerdings geht mit dieser Krankheit meist ein Bakterien-befall einher,
der den Tieren stärker zusetzt als die Verursacher der weißen Beläge.
Gottwald
(Aquatarium Garbsen), der dieses Krankheitsbild häufig bei frisch aus dem Nordosten
Brasiliens importierten L-Welsen während der Quarantäne feststellte, übergab
ein solchermaßen infiziertes Exemplar zur Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule
Hannover. Dort stellte sich heraus, dass für die Beläge Glockentierchen der
Gattung Heteropolaria (auch als Epistylis bekannt) verantwortlich sind.
Heteropolaria
sind gewimperte, vasenförmige, sessile (aufsitzende) Protozoen, die sich verzweigende
Kolonien bilden. Den Glockentierchen dienen die Fische lediglich als Substrat.
Heteropolaria ernähren sich von frei im Wasser schwimmenden Bakterien und anderen
Mikroorganismen. Sie sollen jedoch dort, wo sie sich verankern, ein Enzym freigeben,
das ein Gewebe wuchern lässt. Wird der Parasit abgestoßen (etwa durch Scheuern)
bleibt eine Wunde zurück, die leicht von pathogenen Bakterien oder Pilzen befallen
wird.

Laut Moeller (1996) kommt es zu Massenvermehrungen dieser Organismen
vor allem in stark organisch belastetem (eutrophiertem) Wasser. Die zuweilen
nicht gerade optimalen Wasserverhältnisse in den Hälterungsanlagen in den Tropen
sind vermutlich für diese starke Vermehrung der Glockentierchen auf den Fischen
verantwortlich. Da unser Aquarienwasser außerdem um ein Vielfaches höher verkeimt
ist als die natürlichen Lebensräume dieser Fische, finden die Kleinstlebewesen
offensichtlich auch in unseren Aquarien gute Lebensbedingungen.
Handelt es
sich um einen leichten Glockentierchen-Befall, so besteht wohl kaum eine Gefahr
für die Tiere. Bei optimalen Bedingungen und etwas höheren Wassertemperaturen,
die die Protozoen offenbar schlecht vertragen, dürfte sich der Fisch ohne weiteres
Zutun schnell erholen. Bei stärkerer Schwächung des befallenen Welses, vor allem
kurz nach dem Import, sollten wir die Genesung durch entsprechende Maßnahmen
fördern. Eine Wärmebehandlung, wie für Qodinium angeraten, reduziert den Glockentierchen-Befall
so sehr, dass man mit bloßem Auge nichts mehr erkennt.
Allerdings kam es
bei meinen Fischen im mer wieder zu Rückfällen, so dass ich letzt endlich doch
zur chemischen Keule griff. Mit dem Wirkstoff Malachitgrünoxalat, den die meisten
käuflichen Medikamente zur Bekämpfung der Weißpünktchenkrankheit enthalten,
hatte ich gute Erfolge. Dosierung und Behandlungsdauer sind dem Beipackzettel
zu entnehmen. Eventuelle Sekundärinfektionen mit Bakterien müssen gesondert
behandelt werden, sofern die Fische nicht selbst damit fertig werden.

Karpfenläuse
Die
Krebstiere der Familie Brachiura werden meist als Karpfenläuse bzeichnet, obwohl
die wenigsten von ihnen wirklich auf diesen Fischen anzutreffen sind. Es handelt
sich um schildförmige Krebse von maximal zwölf Millimeter Größe, die einen großen
runden Vorder- und einen kleinen länglichen Hinterkörper besitzen. In Südamerika
kommen laut Bauer (1991) lediglich die beiden Gattungen Dolops und Argulus vor;
Argulus ist bei weitem die häufigere mit der größten Anzahl beschriebener Arten
(etwa 50 weltweit). Sie sind an den beiden typischen Saugnäpfen am ersten Maxillenpaar
und dem Stechrüssel zu erkennen. Den Vertretern der Gattung Dolops fehlt der
Stechrilssel; die ersten Maxillen sind zu langen Klammerhaken umgebildet.

Sturisoma mit Karpfenlaus

Karpfenläuse
sind oft schwer zu erkennen, wie dieses unter der Unterlippe eines Sturisoma
festgesaugte Tier

Die recht großen Parasiten besitzen häufig eine
kryptische Färbung und sind deshalb schwer auf dem Fisch zu entdecken. Sie leben
sehr versteckt, bevorzugt an Stellen mit geringer Panzerung. Die harten Knochenplatten
der Harnischwelse können sie vermutlich nicht durchdringen, weshalb sie die
Schwachstellen dieser Fische bevorzugen: die Basis der Flossen, die Augenregion
oder nackte Partien der Unterseite. Befallene Fische sind häufig schreckhaft
und zeigen ein abnormes Verhalten.

Karpfenlaus von einem importierten Hypancistrus zebra

Kryptisch
gefärbte Karpfenlaus von einem importierten Hypancistrus zebra

Dolops-Arten
treten vernachlässigbar selten auf, Argulus häufiger. Diese Parasiten saugen
sich mit ihren Saugnäpfen am Wirt fest und führen ihren Stechrüssel in den Fisch
ein. Über dieses Organ wird dem Opfer ein giftiges, blutgerinnungshemmendes
Sekret eingespritzt, das für kleinere Fische oft tödlich ist; größere zeigen
häufig starke Beeinträchtigungen. Außerdem werden dem Wirt auf dem gleichen
Wege Blut und Gewebsflüssigkeit entzogen. In der Umgebung des Einstiches können
Entzündungen und Schleimhautwuchernngen auftreten. Es besteht die Gefahr der
Sekundärinfektion durch Bakterien oder Pilze, der die stark geschwächten Wirte
oft nicht viel entgegenzusetzen haben. Die medikamentöse Bekämpfung von Karpfenläusen
ist schwierig und häufig gefährlich.
Das in der Literatur meist empfohlene
Medikament Masoten ist bei Harnischwelsen keineswegs anzuwenden; es ist für
diese Fische hochgradig toxisch. Da wir es ohnehin nur mit einzelnen „blinden
Passagieren“ auf den Fischen zu tun haben, wäre das außerdem „ein Kanonenschuss
auf Spatzen“.
Einzelne Karpfenläuse lassen sich mittels Pinzette entfernen.
Aber auch stärkeren Befall mit mehreren kleineren Parasiten habe ich schon öfter
beobachtet. Die betroffenen Tiere habe ich im Quarantänebecken immer wieder
gefangen und von den Plagegeistern, die ich finden konnte, befreit. Man spürt
aber nicht unbedingt immer alle auf, da sie sich verstecken können, etwa unter
den Kiemendeckeln; mehrmaliges Absuchen ist nötig, bis man keine Karpfenläuse
mehr findet.
Andrews et al. (1990) empfehlen als sinnvolle Alternative zu
Masoten Kurzbäder in Wasser mit Kochsalz- oder Kaliumpermanganat-Zusatz in einem
separaten Gefäß. Die Parasiten sollen sich im Salzwasser (Konzentration 10 bis
15 Gramm pro Liter über 20 Minuten) nach kurzer Zeit lösen. Die Fische werden
dann parasitenfrei in das Quarantänebecken überführt.
Bei einem Kaliumpermanganat-Kurzbad
(zehn Milligramm pro Liter für 10 bis 30 Minuten oder zwei bis vier Milligramm
pro Liter für eine Stunde) sollen die Karpfenläuse sogar getötet werden. Allerdings
sind die Fische dabei ständig zu beobachten und sofort zu entfernen, wenn sie
erste Vergiftungserscheinungen zeigen.

Parasitische Asseln
In
der aquaristischen Literatur werden parasitische Asseln (Isopoden) selten erwähnt.
Gerade für Loricariiden stellen diese Parasiten jedoch eine nicht zu unterschätzende
Bedrohung dar. Die Beeinträchtigung durch den Schmarotzer ist so groß, dass
vermutlich die meisten befallenen Fische, die durch den Import und den damit
einhergehenden Stress (Transport, Wasser- und Futterumstellung, schlechte Umweltbedingungen)
ohnehin geschwächt sind, zugrunde gehen.

Artystone sp., eine parasitische Assel, in einem Otocinclus

Nur
das hintere Körpersegment eines Weibchens von Artystone sp. ragt aus der Bauchhöhle
dieses Otocinclus hervor

Artystone sp. - nach dem Öffnen der Bauchhöhle kommt der Parasit zum Vorschein

Beim
Öffnen der Bauchhöhle des verendeten Otocinclus kommt der ganze Parasit zum
Vorschein

In den vergangenen Jahren passierte es je doch auch mir
als nun bereits mit dieser Erkrankung vertrautem Welspfleger mehrfach, dass
solche Plagegeister mit frisch importierten Loricariiden trotz Quarantäne unerkannt
in meine Aquarien Einlass fanden und ich sie erst nach einiger Zeit entdeckte.
Meistens
bleibt dem unvoreingenommenen Aquarianer die Ursache des Ablebens seines Harnischwelses
verborgen, da die Parasiten nur schwer zu entdecken sind und der Tod das Tier
schleichend ereilt – über mehrere Wochen und sogar Monate hinweg. Wenn sich
allerdings bei einem vitalen Fisch der Gesamtzustand urplötzlich verschlechtert,
wird man doch stutzig.

Die meisten der laut Bauer (1991) existierenden
etwa 450 Arten parasitärer Asseln sind Meeresbewohner. Bei Harnischwelsen dürften
wir es fast aus schließlich mit Vertretern der Familie Cymothoidae zu tun haben,
bei denen es sich um protandrische Hermaphroditen handelt, die im Laufe ihrer
Entwicklung zunächst eine männliche und danach eine weibliche Phase durchlaufen.
Zwei Formen lassen sich unterscheiden: Ektoparasiten (außerhalb) und Endoparasiten
(innerhalb des Wirtskörpers lebend). Ektoparasitisch lebende Asseln sind natürlich
viel einfacher zu entdecken. Je nach Gattungs- und Artzugehörigkeit schmarotzen
sie an unterschiediichen Stellen des Fisches. Mir sind bislang nur die Vertreter
der Gattung Nerocila untergekommen. An einem verendeten, frisch importierten
Pseudancistrus sp. (L 17/ L 67), der mir dankens werterweise konserviert überlassen
wurde, entdeckte Gottwald zwei Exemplare einer Nerocila-Art, die sich am Maul
ihres Wirtes festklammerten. Schaefer (1993) beschreibt einen Fund von zwei
Nerocila armata auf der Außenseite eines Hisonotus maculipinnis nahe den Bauchflossen.

Ancistrus mit einem Isopoden in der Bauchhöhle

Ancistrus
mit einem Isopoden (parasitische Assel) in der Bauchhöhle

Häufig
findet man beide Geschlechter an ein und demselben Fisch. Das kleinere Männchen
klammert sich meist am größeren Weibchen fest, wodurch die Gefahr besteht, dass
sich die Schmarotzer im Aquarium vermehren. Stellt man einen Befall fest, sammelt
man die sehr großen Isopoden einfach mit einer Pinzette ab. Eine medikamentöse
Behandlung ist nicht erforderlich.

Nerocila, eine parasitische Assel, hat sich an der Unterlippe eines Pseudancistrus festgesaugt

Neocila-Weibchen,
das sich an der Unterlippe eines Pseudancistrus festgesaugt hat

Wesentlich
häufiger ist der Befall mit endoparasitischen Isopoden, der natürlich viel schwieriger
zu diagnostizieren ist, da der Parasit fast völlig im Körper des Wirtes verborgen
ist. Am häufigsten trifft man wohl Vertreter der Gattung Artystone in der Bauchhöhle
von Harnischwelsen an. Nur durch eine kleine, runde Öffnung für den Stoffaustausch
lassen sich einzelne Gliedmaßen der Assel erkennen. Diese Atemöffnung befindet
sich nach meinen Beobachtungen immer an derselben Stelle des Wirtes, vermutlich
weil dort das Eindringen einfach ist und dem Fisch am wenigsten Schaden zugefügt
wird; er soll ja so lange leben, bis der in seinem Opfer heranwachsende Schädling
fertig entwickelt ist und sich vermehren kann. Immer liegt die Öffnung auf einer
Körperseite kurz vor dem Ansatz der Bauchflosse.
Während die Weibchen im
Körperinneren leben, schwimmen die mit Schwimmborsten ausgestatteten Männchen
frei im Wasser und ernähren sich zunächst ektoparasitisch. Schließlich suchen
sie einen Wirt auf, nisten sich dort ein und entwickeln sich weiter zu einem
um einiges größeren Weibchen, das nicht mehr in der Lage ist, den Wirt zu verlassen,
und nur noch für die Fortpflanzung zu sorgen hat. Besonders häufig sind nach
meinen Beobachtungen die Arten der Gattung Otocinclus befallen, was auch Schindler
(siehe Thatcher & Schindler 1999) bestätigt, der in Bolivien ein massenhaftes
Vorkommen von Artystone bolivianensis in einer Otocinclus Population feststellte.

Nerocila sp., eine parasitische Assel, links das kleinere Männchen

Die
ektoparasitisch lebenden Nerocila treten häufig paarweise auf, links das kleinere
Männchen

Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht zu empfehlen,
da sie den Tod der befallenen Welse zur Folge hätte, die ja den Parasiten nicht
einfach abstoßen können. Bauer empfiehlt gar, die Assel im Inneren des Körpers
zu belassen, doch dürfte das irgendwann zum sicheren Tod des Fisches führen.
Ich
habe bei noch nicht zu stark geschwächten Wirten den Parasiten zunächst abgetötet
(ein kurzer Druck mit einer in die Atemöffnung eingeführten Pinzette genügt)
und ihn dann mit zwei spitzen Pinzetten zerteilt und durch die Öffnung herausgezogen.
Bei einem von einer etwa 15 Millimeter (Durchmesser) großen Assel befallenen
Männchen von Ancistrus sp. (L 159) verschloss sich bereits kurze Zeit nach der
Behandlung die Öffnung, und das Tier lebte noch einige Jahre. Der offensichtlich
von Bindegewebe rundum eingeschlossene Parasit scheint also, früh erkannt, keinen
so großen Schaden anzurichten, dass sein Wirt nach dem Entfernen nicht weiterleben
könnte.

Metacercarien
Wie Karpfenläuse und Fischasseln gehören
auch Metacercarien zu den weniger auffälligen Parasiten, die gelegentlich als
blinde Passagiere mit ihren Wirten aus Südamerika zu uns gelangen. Metacercarien
sind eingekapselte Wurmlarven, die bei Harnischwelsen, meist auf der Körperunterseite,
als schwarze, gelbliche oder rosafarbene Beinen unter der Haut zu erkennen sind.
Die Beinen können mehrere Millimeter groß und je nach Art des Parasiten unterschiedlich
geformt sein. Zu meist beherbergen die Fische gleich mehrere Wurmlarven. Das
ist aber kein Grund zur Panik: Ist der Metacercarien-Befall nicht zu stark,
besteht für den Wels kaum die Gefahr, daran zugrunde zu gehen.

Metacercarien auf der Bauchseite eines Peckoltia sp. L 134

Metacercarien
auf der Bauchseite eines Wildfangtieres von Peckoltia sp. (L 134)

Laut
Bauer (1991) gehören diese Parasiten zu den Digenea (Trematoda), einer aus über
7000 Arten bestehenden Gruppe von Würmern. Sie stellen das Larvenstadium von
ebenfalls endoparasitisch lebenden Trematoden dar, die dann allerdings andere
Wirte befallen. Sie besitzen einen bemerkenswerten Lebenzyklus. Fische sind
für diese hoch entwickelten Würmer nur der zweite Zwischenwirt. Die Larven (Cercarien)
leben zunächst in Schnecken, verlassen sie irgendwann und schwimmen mit ihrem
Ruderschwanz aktiv Fische an. Nach dem Eindringen werfen sie den Schwanz ab,
da er für die weitere Entwicklung nicht benötigt wird. So wandeln sie sich in
die nächste Entwicklungsstufe um, die Metacercarien.
Nun wandern sie im Fisch
an einen Ort, an dem sie sich einkapseln. Natürlich können sie beim Eindringen
in den Fisch Wunden an der Haut, der Muskulatur und auch an inneren Organen
hervorrufen. Zunächst zeigt das betroffene Tier deshalb häufig blutunterlaufene
Stellen, ist unruhig, scheuert sich an Gegenständen oder atmet heftig. Trägt
der Fisch nicht zu starke Schäden davon, verhält er sich wieder normal, sobald
die Larven eingekapselt sind. In diesem Zustand warten die Metacercarien darauf,
dass ihr Zwischenwirt von einem Vogel gefressen wird, der als Endwirt fungiert.
Da die Metacercarien unserer Aquarienfische niemals ihren Endwirt erreichen,
sind ihre Vermehrung und ihre weitere Ausbreitung nicht möglich.
Ein Befall
mit Metacercarien kann unschön aussehen, ist aber meist nicht tödlich. Im schlimmsten
Fall erblinden die Fische oder sind in ihren Bewegungen so stark eingeschränkt,
dass man sie schließlich abtötet.
Auf keinen Fall sind Medikamente anzuwenden,
die die Metacercarien vernichten. Stirbt der eingekapselte Parasit ab, kann
er vom Fisch nicht abgestoßen werden; der würde an einer Eiweißvergiftung verenden.
Die
Fische kommen in der Regel gut mit dem Befall zurecht, so dass man am besten
gar nichts dagegen unternimmt. Da eine Einschleppung von Trematoden auch durch
infizierte Schnecken aus Teichen, Seen und Fließgewässern möglich ist, verzichtet
man am besten darauf, der Natur entnommene Schnecken in das Aquarium zu setzen.

Nützliche Adressen
In der Bundesrepublik, in Österreich, in
der Schweiz und in den Niederlanden gibt es eine ganze Reihe von Institutionen,
die darauf eingerichtet oder gar spezialisiert sind, erkrankte Fische zu untersuchen,
die Erreger zu diagnostizieren und wirksame Gegenmaßnahmen zu nennen. Eine vollständige Liste dieser Anschriften findet sich in dem Buch „Krankheiten der
Koi“ von Sandra Lechleiter und Willem Kleingeld, erschienen 2000 im Verlag Eugen
Ulmer, Stuttgart (ISBN 3.8001.7482-0).

Literatur
Andrews,
C., A. Exell & N. Carrington (1990): Gesunde Zier fische. Grundlagen,
Vorbeugung, Heilung. Melle.
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©
Beitrag aus dem Datz Sonderheft
‚Harnischwelse 2‘, mit freundlicher Genehmigung des Autors, der Datz und des
Ulmer-Verlages

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I. Seidel
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